Presse: HA vom 30.04.2002

Kritik der Unis

Hochschulgesetz "antidemokratisch"

Der von Senator Jörg Dräger vorgelegte Entwurf eines Hochschulgesetzes ist auf Kritik gestoßen. Er enthalte "neben sinnvollen Verbesserungen gravierende Mängel und Widersprüche", sagte Uni-Präsident Jürgen Lüthje. Die geplante Wahl der Hochschulleitung durch den mit externen Persönlichkeiten besetzten Hochschulrat sei ein "nicht zu rechtfertigender Bruch mit den Grundsätzen akademischer Selbstverwaltung". Der Hochschulrat, der den Großen Senat ersetzen soll, mache nur Sinn, "wenn ihm Befugnisse der Behörden übertragen würden". Die Leitung der Hochschulen, der Fachbereiche und Fakultäten müsse bei den Gremien der Selbstverwaltung bleiben.

Der AStA nannte im Namen der Studierenden der Universität die Pläne des Senators "antidemokratisch, unsozial und wirklichkeitsfremd".

Auch Hans-Gerhard Husung, Präsident von Hamburgs zweitgrößter Hochschule, der Hochschule für angewandte Wissenschaften (HAW), sieht die Selbstverwaltungsgremien gefährdet. Da sich das Gesetz an Regelungen aus Hessen, Bayern und Baden-Württemberg orientiere, "sollten wir uns zunächst über deren Erfahrungen informieren". Husung, der seit zwei Jahren im Amt ist, "und jetzt das dritte Hochschulgesetz erwartet", meint: "Eigentlich bräuchten wir unsere Ressourcen für andere Aufgaben." Je weniger Geld der Staat zu verteilen habe, desto häufiger würden Gesetze verändert. Die HAW habe sich bereits in einem "permanenten Erneuerungsprozess" für die Zukunft fit gemacht.

cri

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