dokumentiert: Vollversammlung vom 05.02.2004

Resolution der Vollversammlung vom 5. Februar 2004:

„Wir müssen dringend unsere Strategien des Widerstands diskutieren. Wir müssen reale Ziele ins Visier nehmen und wirklichen Schaden anrichten. [...] Während unsere Bewegung einige wichtige Siege errungen hat, dürfen wir gewaltlosen Widerstand nicht zu ineffektiven, wohlgefälligem politischem Theater verkümmern lassen. Er ist eine sehr kostbare Waffe, die ständig geschärft und justiert werden muß. Es darf nicht erlaubt werden, daß sie lediglch zum Spektakel, zu einer Fotomöglichkeit für die Medien wird.“

Arundhati Roy, Rede auf dem Weltsozialforum in Bombay, 18.1.2004

Kein Zurück zur Normalität:
Dem qualifizierten Widerstand Kontinuität und Dynamik geben!

  1. Die Studierenden der Uni Hamburg streiken seit dem 13. Januar für die Politisierung der Hochschule und einen Politikwechsel in der Stadt. Wir haben in der Uni und der Öffentlichkeit deutlich gemacht, dass wir uns gegen die marktkonforme Umgestaltung aller gesellschaftlichen Bereiche und die Dienstbarmachung der Hochschulen für diesen Zweck wenden und für Demokratisierung, bedarfsdeckende staatliche Hochschulfinanzierung, soziale Grundsicherung, die Öffnung der Hochschulen und kritische Wissenschaft in gesamtgesellschaftlicher Verantwortung streiten. Wir begreifen uns als Bestandteil gesamtgesellschaftlicher Opposition und agieren solidarisch mit anderen sozialen Bewegungen.
  2. Als Höhepunkt und Abrundung unserer Protestaktivitäten der Vorlesungszeit werden wir am 7. Februar gemeinsam mit Gewerkschaften, SchülerInnen, sozialen Initativen, der Friedensbewegung sowie Studierenden aus Bremen, Lüneburg, Vechta und weiteren über 20 Hochschulen die Demonstration „Wissen verbindet“ durchführen.
  3. Von dieser Demonstration unseres kritischen Engagements ausgehend werden wir die vorlesungsfreie Zeit nutzen, um unsere Ziele und die Strategien zu ihrer Durchsetzung vertiefend zu diskutieren und weiterzuentwickeln. Wir werden dabei unseren gemeinsamen Reichtum an wissenschaftlicher und kultureller Erkenntnis aufgreifen und unsere Positionen weiterhin in der Öffentlichkeit geltend machen. Dafür werden AGs zu den Themen Studiengebühren & Hochschulfinanzierung, Bürgerschaftswahlkampf und alternative Seminare regelmäßig tagen.
  4. Wir werden das Sommersemester beginnen mit weiteren kritischen Veranstaltungen und einer Vollversammlung in der zweiten Vorlesungswoche. Statt einer Rückkehr in den bisherigen Alltag wird so der Einstieg ins kommende Semester Ausdruck der Kontinuität unseres solidarischen Widerstands.

V.i.S.d.P.: R. Jacosohn, A. Post-Martens, SP-Präsidium, AStA-Trakt, VMP5, 20146 Hamburg