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Oláh, Annegret
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Neuropsychologische Aspekte des Dysgrammatismus
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Drittmittelprojekt
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In vielen Arbeiten zur dysgrammatischen Sprachstörung wird nach wie vor davon ausgegangen, daß die betroffenen Kinder eine homogene Gruppe bilden (Grimm 1994). In meiner Dissertation möchte ich nachweisen, daß diese Annahme revidiert werden muß und daß sich Untergruppen isolieren lassen, in denen z. T. sehr unterschiedliche sprachliche Defizite zu beobachten sind. Desweiteren werde ich versuchen, die Überrepräsentation von Jungen im Bereich der Sprachauffälligkeiten mit Befunden aus der Lateralitätsforschung zu erklären. Meine Hypothese hierzu ist, daß die für männliche Personen typische stärkere Lateralisierung vermehrt zu sprachlichen Auffälligkeiten führt.
Darüber hinaus gehe ich davon aus, daß der Anteil der Kinder mit abweichender Händigkeit unter Dysgrammatikern höher ist als in der Gesamtbevölkerung, und daß ein hoher Prozentsatz aus Familien kommt, in denen andere Mitglieder ebenfalls Sprachauffälligkeiten zeigen (Bishop 1994).
Mit Hilfe eines Fragebogens habe ich an allen Sprachheilschulen Hamburgs nach Geschlecht, Händigkeit, familiären Sprachauffälligkeiten, kognitiven Defiziten und Verhaltensauffälligkeiten bei dysgrammatischen Kindern gefragt. Ich erhielt die Daten von 210 dysgrammatischen Kindern (150 Jungen und 60 Mädchen).
Im Anschluß daran habe ich 34 dysgrammatische Jungen und 16 Mädchen im Alter von 6 bis 10 Jahren (1.-4. Schuljahr) auf ihre Händigkeit, ihre Wahrnehmungstrennschärfe und auf ihre sprachlichen Leistungen hin untersucht. Desweiteren ermittelte ich den Anteil der linkshändigen Kinder in den Klassen 1. bis 4. in zwei Grundschulen und überprüfte die Leistungen von 16 Kindergartenkindern im Alter von 3 bis 6 Jahren im Bereich der Numerusmorphologie.
Um festzustellen, ob sprachliche Entwicklungen zu beobachten sind, und wenn ja, wie diese zu beschreiben sind, habe ich 6-9 Monate nach der Erstuntersuchung bei 20 dysgrammatischen Kindern eine Nachuntersuchung durchgeführt.
Die Auswertung der Fragebögen ergab, daß bei Dysgrammatikern überdurchschnittlich oft eine abweichende Händigkeit vorliegt. Für 23,3% der Jungen und für 13,3% der Mädchen wurde eine Links- oder Beidhändigkeit angegeben. (Nichtrechtshändigkeit in der Normalbevölkerung: ca. 12% bei männl. Personen, ca. 8% bei weiblichen). Für 50% der Mädchen und 33% der Jungen wurden zusätzliche kognitive Defizite angegeben, eine familiäre Sprachauffälligkeit lag in annähernd 70% der Fälle vor.
Die Untersuchung der 50 dysgrammatischen Kinder ergab, daß mindestens 5 Untergruppen zu isolieren sind, mit Defiziten in z. T. sehr unterschiedlichen sprachlichen Bereichen. Durch die Nachuntersuchung konnte festgestellt werden, daß bei einem Teil der Kinder eine Entwicklungsverzögerung, bei einem anderen hingegen eine Sprachentwicklungsabweichung vorliegt. Außerdem ist ein Zusammenhang zwischen sprachlichen Leistungen und kognitiven Defiziten in vielen Fällen nachweisbar. Kein Zusammenhang ergab sich hingegen zwischen reduzierter Wahrnehmungstrennschärfe, abweichender Händigkeit und sprachlichen Auffälligkeiten.
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Zeitraum:
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Oktober 1993 bis Mai 1996 (Abgabe der Dissertation)
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Betreuer:
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J. Meisel, Ch. Habel
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Schwerpunkt:
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Sprachentwicklung und Sprachentwicklungsstörungen
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Externe Vorträge während der Kollegiatenzeit:
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- Juni 1994:
- "Neurobiologische Ursachen dysgrammatischer Sprachstörungen”. Vortrag, gehalten am 7. 6. 1994 im Linguistischen Forum der Universität Hamburg.
- September 1994:
- "Neuropsychologische Aspekte des Dysgrammatismus”. Vortrag, gehalten am 26. 9. 1994 auf dem 39. Kongreß der Deutschen Gesellschaft für Psychologie, Hamburg.
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- Oktober 1994:
- "Neuropsychologische Aspekte des Dysgrammatismus”. Poster, präsentiert am 13.10.1994 auf der 1. Fachtagung der Gesellschaft für Kognitionswissenschaft, Freiburg.
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Weitere relevante Aktivitäten:
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- April 1995:
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- Beginn eines Projekts über Theta-Rollenverletzung bei dysgrammatischen Kindern gemeinsam mit Dr. van der Lely, Birkbeck College London.
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Publikationen:
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- Oláh, A. (1998). Neurolinguistische Aspekte der dysgrammatischen Sprachstörung bei Kindern. Tübingen: Gunter Narr.
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Oliva Cordoba, Michael
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Sinn und Unvollständigkeit. Aspekte der Semantik von Kennzeichnungen.
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Kollegsprojekt
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Ob man die Fähigkeit des Menschen, eine Sprache zu beherrschen, von der Perspektive der Sprachproduktion oder der des Sprachverstehens her erschließen möchte, ein Komplex kann weder so noch so ausgeblendet bleiben: Wie funktioniert die Bezugnahme von Sprachbenutzern auf Gegenstände? Wie funktioniert die Referenz sprachlicher Ausdrücke auf Gegenstände? Die Fragen sind wichtig, doch man kann der Ansicht sein, daß sie zwei Seiten derselben Medaille darstellen. Kann nicht letztlich mit ein und derselben Antwort beiden Rechnung getragen werden? Die Untersuchung, die ich in meinem Promotionsprojekt vorlege, zieht hier ein andere Bilanz. Insbesondere die Betrachtung unvollständiger Kennzeichnungen (grob gesprochen, ganz gewöhnlicher Kennzeichnungen wie z. B. "der Busfahrer", "die Blumen" und "der Tisch", die man im Gegensatz zu vollständigen Kennzeichnungen wie "die gerade Primzahl" zu verschiedenen Gegelegenheiten verwenden kann, um auf Verschiedenes Bezug zu nehmen) zeigt, daß hier sinnvollerweise eine Unterscheidung gemacht werden sollte, und daß die Anerkenntnis dieses Unterschieds zentrale Fragen auf dem Gebiet der Referenz einer Lösung näher bringt. Es mag ein sehr alltäglicher Ansatzpunkt sein, das Gebiet der Referenz (im weiten Sinne) von einem so gewöhnlichen Ansatzpunkt aus anzugehen. Wenn es aber ein Ziel ist, semantische Theorie mit einem festen Blick auf die Phänomene natürlicher Sprache anzugehen, ist dieser Ansatzpunkt nur natürlich.
Auf dem Prüfstand stehen in dieser Arbeit mithin etablierte Ansichten zur Semantik von Kennzeichnung, als einer Klasse von Ausdrücken, denen man traditionell in der Diskussion um Phänomene der Referenz bzw. der Bezugnahme eine besondere Rolle zubilligte. Noch immer erfreut sich vor allem in der Sprachphilosophie, aber auch in der Linguistik, die Kennzeichnungstheorie Bertrand Russells einer großen Popularität. Es ist daher unausweichlich, daß die Betrachtungen zu Aspekten der Semantik von Kennzeichnungen zum großen Teil eine Relevanz für die Bewertung dieser Theorie haben.
Daß es unvollständige Kennzeichnungen gibt, und daß sie aus einer Betrachtung natürlicher Sprache nicht wegzudenken sind, wurde lange (und wird oft auch noch heute) als eine Bedrohung des Geltungsanspruchs von Kennzeichnungstheorien gesehen, die im Kern auf Russells 1905 vorgelegte Theorie zurückgehen.. Viele Autoren sind der Ansicht, daß unvollständige Kennzeichnungen zumindest auf den ersten Blick nicht die Eigenschaften aufweisen, die sich aus einer Russellschen semantischen Analyse von Kennzeichnungen für Kennzeichnungen ableiten lassen, die Kennzeichnungen letztlich als quantifizierende Elemente ansieht. Aus der Perspektive dieser Autoren gibt es darum drei Strategien, mit denen man die Zweifel zerstreuen kann, die das Phänomen der unvollständige Kennzeichnungen an einer Russellschen Analyse wecken:
(i) Man kann argumentieren, daß unvollständige Kennzeichnungen bei näherer Betrachtung gar keine Kennzeichungen sind und darum die Russellsche Analyse nicht bedrohen (vgl. Burge 1974);
(ii) man kann argumentieren, daß unvollständige Kennzeichnungen semantisch eliminierbar sind (also z.B. reduzierbar) entweder
a) durch Ausdrücke, die mit der Russellschen Analyse kompatibel sind, oder
b) durch Ausdrücke, in bezug auf die sich die Russellsche Analyse unzuständig erklärt,
aber immer eines von beiden (Neale 1990);
(iii) man kann schließlich argumentieren, daß unvollständige Kennzeichnungen bei näherem Hinschauen tatsächlich doch der Russellschen Analyse gemäß analysiert werden müssen, und daß der Anschein, sie stellten ein Problem für die Russellsche Analyse dar, bloßer Anschein ist (Bach 1994).
Alle diese Möglichkeiten werden in dieser Arbeit kritisch besprochen. Letztlich zeigt sich, daß sie verworfen werden müssen, selbst die aussichtsreichste Lösung (iii). Um dies zu zeigen, werden Betrachtungen aus den verschiedenen Kapiteln zusammengetragen:
Im ersten Kapitel wird neben anderen Erläuterungen auf eine Verständigung über den Unterschied zwischen Semantik und Pragmatik hingearbeitet. Sie gipfelt in der Unterscheidung der Relation der Bezugnahme, die partiell pragmatisch ist, von der Relation der Referenz, die dies nicht ist. Im zweiten Kapitel wird der Begriff der Kennzeichnung unter Rückgriff auf die Russellsche Tradition betrachtet und unter Zuhilfenahme des linguistischen Konzepts der Determinatorphrase analysiert. Damit werden die argumentatorischen Ressourcen bereitet, um darzulegen, daß die These (i) falsch ist. Im dritten Kapitel wird Russells semantische Analyse von Kennzeichnungen vorgestellt, motiviert und mit Blick auf die Rezeption kritisch besprochen. Im vierten Kapitel wird die Natur des Unterschieds zwischen vollständigen und unvollständigen Kennzeichnungen betrachtet. Dies geschieht zum einen vor dem Hintergrund der in Kapitel 1 gegebenen Verständigung über die Unterscheidung zwischen Semantik und Pragmatik. Zum anderen werden die semantischen Eliminationsthesen unvollständiger Kennzeichnungen diskutiert. Das Ergebnis dieser Betrachtungen ist, daß auch die These (ii) falsch ist. Zum Ende des Kapitels zeigen Überlegungen zur Pragmatik der Verwendung von Kennzeichnungen, daß auch die These (iii) keinen gangbaren Weg weist. Das Kapitel schließt mit einer positiven Darstellung von Aspekten der Bezugnahme und Referenz vermittels Kennzeichnungen, die im nachfolgenden Kapitel konstruktiv angewendet wird: Im fünften Kapitel wird das erreichte Verständnis der Semantik und Pragmatik von Kennzeichnungen auf die Debatte um die Semantik von Eigennamen angewendet, wobei erstaunliche Parallelen zutage gefördert werden: Eigennamen in der Position singulärer Terme fungieren aus logischer Sicht wie die Nominalphrasenkomplemente von Kennzeichnungen, deren bestimmter Artikel an der sprachlichen Oberfläche gleichsam unsichtbar ist. Die Arbeit endet mit einer Betrachtung dessen, warum die so erreichte Auffassung der Semantik von Eigennamen unter Rückgriff auf die Semantik von Kennzeichnungen nicht an der populären Auffassung Saul Kripkes scheitert, daß Eigennamen rigide Designatoren sind, bzw. der Zwillingsthese, daß Eigennamen direkt referentiell sind.
Das angestrebte generelle Ziel der Arbeit war es, über eine Neubewertung von Aspekten der Semantik und Pragmatik von Kennzeichnungen unter besonderer Berücksichtigung des Phänomens der unvollständigen Kennzeichnungen Licht auf das Gebiet der Kennzeichnungen und der singulären Referenz zu werfen. Am Ende der Arbeit an diesem Projekt zeigt sich, daß sich allein aus dem Ansatz, eine klare Unterscheidung zwischen Semantik und Pragmatik ziehen zu wollen und solche gewöhnlichen Ausdrücke wie "der Tisch" theoretisch wirklich ernstzunehmen, umfangreiche Revisionen auf vielen Gebieten ergeben, die in der sprachanalytischen Philosophie und der linguistischen Semantik noch immer kontrovers diskutiert werden.
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Zeitraum:
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Oktober 1996 bis Oktober 1999 (Abgabe der Dissertation)
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Betreuer:
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Prof. Dr. Wolfgang Künne, Prof. Dr. Christopher Habel, Dr. Carola Eschenbach, Dr. Mark Textor
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Schwerpunkt:
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Einstellungen, Begriffe und Objekte
Sprachproduktion und Sprachverstehen
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Externe Vorträge während der Kollegiatenzeit:
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- Februar 1998:
- Vortrag "Peter Simons on the Lack of Fit between World and Language and its Consequences for the Philosophy of Language", gehalten am 23. Februar 1998 auf der Konferenz "Ontology and Cognition" am Zentrum für interdisziplinäre Forschung in Bielefeld.
- August 1998:
- Vortrag "Reference and Incomplete Descriptions", gehalten am 24. August 1998 auf dem Workshop "Logic and Pragmatics" im Rahmen der 10th European Summer School in Logic, Language and Information vom 17.-28. August 1998 in Saarbrücken.
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