Doktoranden
Pohlmann, Stefan Kognitiv-gerontologische Untersuchungen zur Bestimmung räumlicher Transformationen
Kollegsprojekt
Two different results can be expected when subjects have to identify known stimuli in unknown spatial orientations. They either perfom their judgements in any angular deviation in nearly the same time (orientation free recognition), or they show different reaction times for various orientations of the stimuli (orientation bound recognition). This doctoral thesis concentrates on spatial transformations of orientation bound recognition, which allow to align the stimulus in a familiar orientation. For this reorientation process two contrasting mental procedures are conceivable: On the one hand persons mentally transform the stimulus itself (stimulus transformation), on the other hand they must adapt their own viewpoint to a new mental perspective (perspective transformation). The main purpose of this work is to differentiate these two mental operations and to contrast them with orientation free strategies.
In a series of experiments stimulus transformations were investigated within the tradition of the mental rotation paradigm. Characteristics of the stimuli were systematically varied to contrast mental stimulus rotation and orientation-invariant feature analysis. Furthermore, age related differences in spatial information processing were tested. The findings favor that mental stimulus rotation is a very dominant strategy in these classical task conditions. Moreover, depending on the distractors other patterns of reaction times showed up in the data. Attention shifts to local elements of the whole stimulus produce orientation free strategies and influence stimulus rotation. Older subjects demonstrate a general decrease in processing rate and a more rigid style of judging.
Only little is known about cognitive processes in mental perspective taking. The relevant literature in this field shows a very heterogeneous picture. The aim of a new experimental approach was to force perspective transformations and to allow the examination of underlying cognitions. For this novel task again different age groups and stimulus constellations were tested. The results indicate a wide variety of mental processes for older and younger participants. Apart from mental walking procedures (migration) there are viewpoint mirroring operations (viewpoint projection) and hybrid processes (composition) discussed and compared with orientation free task performances.
Zeitraum: November 1993 bis Mai 1997 (Abgabe der Dissertation)
Betreuer: R. Kluwe, Ch. Habel, M. May
Schwerpunkt: Repräsentation von Raum und Zeit in kognitiven Prozessen
Externe Vorträge während der Kollegiatenzeit:
Oktober 1993:
"Der Einfluß altersbedingter Gedächtnisleistungen auf die Gestaltung von Fahrzeugarmaturen". Vortrag, gehalten in Zusammenarbeit mit Cieler, S. & Kebeck, G. auf dem 11. Arbeitstreffen Experimentelle Gerontopsychologie, Nürnberg.
November 1993:
"The ageing memory and the design of displays". Vortrag, gehalten in Zusammenarbeit mit Cieler, S. & Kebeck, G. auf dem Annual Meeting of the Europe Chapter Human Factors and Ergonomics Society, Soesterberg (Netherlands).
März 1994:
"Konzeptuelle und visuelle Ähnlichkeit von Symbolen im Pkw: Ein Vergleich der Fehlerprofile von jüngeren und älteren Autofahrern". Vortrag, gehalten in Zusammenarbeit mit Cieler, S. & Kebeck, G. auf der 36. Tagung experimentell arbeitender Psychologen und Psychologinnen, München.
März 1994:
"Altersbedingte Gedächtnisveränderungen und ihr Einfluß auf die Bearbeitung von Mehrfachtätigkeiten am Beispiel der Fahrzeugsteuerung". Vortrag, gehalten in Zusammenarbeit mit Cieler, S. & Kebeck, G. auf der 36. Tagung experimentell arbeitender Psychologen und Psychologinnen, München.
Juni 1994:
"Altersbedingte Verarbeitungsunterschiede bei mentalen Rotationsaufgaben". Vortrag, gehalten auf der Arbeitstagung der Wilhelm-Wundt-Gesellschaft, Hamburg.
August 1994:
"Is an in-car navigation system useful for older drivers?". Vortrag, gehalten in Zusammenarbeit mit Tränkle, U. auf dem 12th Congress of the International Ergonomics Association - Ergonomics and Aging Research, Toronto (Canada).
Oktober 1994:
"Wer? Was? Wann? Bedingungen für mentale Objektrotationen". Postersession, auf der 1. Fachtagung für Kognitionswissenschaft, Freiburg.
April 1995:
"Alterskorrelierte Transformationsprozesse bei der Identifikation rotierter Figuren". Vortrag, gehalten auf der 37. Tagung experimentell arbeitender Psychologen und Psychologinnen, Bochum.
Mai 1995:
"Verkehrt und trotzdem richtig. Zur Rekognition lageveränderter Reize". Gastvortrag, gehalten am psychologischen Kolloquium der TU Chemnitz.
Juni 1995:
"Wie wir Tatsachen verdrehen. Experimentelle Ergebnisse zur mentalen Objektrotation". Gastvortrag, gehalten am psycholinguistischen Kolloquium der Universität Mannheim.
April 1996:
"Verirren ist menschlich. Wenn der Blickpunkt wechselt.” 38. Tagung experimentell arbeitender Psychologen, Eichstätt.
März 1997:
"Transformationsprozesse bei visuell induzierten Repositionierungen im Raum.” 39. Tagung experimentell arbeitender Psychologen, Berlin.
Weitere relevante Aktivitäten: Kollegiatensprecher über zwei Jahre.
Publikationen:
  • Gelau, Ch., Metker, Th., Pohlmann, S. & Tränkle, U. (1992). Ältere Kraftfahrer: Ergebnisse einer Literaturübersicht Teil I - Leistungsvoraussetzungen und Fahrverhalten. Universität Münster, Forschungsbericht für das Bundesministerium für Forschung und Technik und das Bundesministerium für Familie und Senioren (Förderkennzeichen 314-1722-102/10).
  • Pohlmann, S., Tränkle, U., Gelau, Ch. & Metker, Th. (1992). Altersgerechte Anzeigen. Eine Literaturübersicht zur Gestaltung von Zeichen für die Verwendung in Kraftfahrzeugen und von Straßenbeschilderungen unter besonderer Berücksichtigung von Seheinschränkungen älterer Fahrer. Universität Münster, Forschungsbericht für das Bundesministerium für Forschung und Technik und das Bundesministerium für Familie und Senioren (Förderkennzeichen 314-1722-102/10).
  • Kebeck, G., Cieler, S. & Pohlmann, S. (1993a). Gedächtnispsychologische Aspekte zur Gestaltung altersgerechter Fahrzeugarmaturen. Zwischenbericht Projekt Altersgerechte Displays. Erstellt im Auftrag der Daimler Benz AG an der Universität Münster.
  • Kebeck, G., Cieler, S. & Pohlmann, S. (1993b). Ergonomie und Gedächtnis - Neue Ansätze zur Untersuchung altersgerechter Displaygestaltung. Abschlußbericht Altersgerechte Displays. Erstellt im Auftrag der Daimler Benz AG an der Universität Münster.
  • Kebeck, G. Cieler, S. & Pohlmann, S. (1997). Vergessene Ergonomie. Münster: LIT-Verlag.
  • Pohlmann, S. (1994a). Altenbildung. RBS Bulletin. Luxemburgisches Fachblatt für Altersfragen, 11(1/3). 4-12.
  • Pohlmann, S. (1994b). Navigationssysteme: Potentiale und Probleme für ältere Autofahrerinnen und Autofahrer. In U. Tränkle (Hrsg.), Autofahren im Alter. Reihe "Mensch-Fahrzeug-Umwelt" (S. 281-308). Köln: TÜV Rheinland.
  • Pohlmann, S., Gelau, C, Metker, Th. & Tränkle, U. (1994). Altengerechte Displays. In U. Tränkle (Hrsg.), Autofahren im Alter. Reihe "Mensch-Fahrzeug-Umwelt" (S. 245-260). Köln: TÜV Rheinland.
  • Pohlmann, S. & Tränkle, U. (1994). Orientation in road traffic. Age related differences using an in-vehicle navigation system or a conventional map. Accident Analysis & Prevention - An International Journal, 26. 689-702.
  • Pohlmann, S. (1995). Einflußfaktoren mentaler Objektrotationen. (Schriftenreihe des Graduiertenkollegs Kognitionswissenschaft: Berichte, 46) Universität Hamburg.
  • Pohlmann, S. (1996). Lokale Merkmalanalysen und Objektrotationen. (Kognitionswissenschaft Hamburg. GrK Kognitionswissenschaft Schriftenreihe. Bericht Nr. 57).
  • Pohlmann, S. (1998). Kognitiv-gerontologische Untersuchungen zur Bestimmung räumlicher Transformationen. Dissertation. Schriftenreihe des Graduiertenkollegs Kognitionswissenschaft: Bericht Nr. 62. März 1998, Universität Hamburg.
Postdoktoranden
Peters, Jörg Kognitive Determinanten der lautlichen Variation beim Kleinkind
Kollegsprojekt
Bei der Untersuchung der Vorstufen des Sprechens stellt sich die Frage, wie weit die lautliche Variation der kindlichen Äußerungen durch kognitive Faktoren bestimmt ist. Von Elbers (1982) z.B. wurden 'kognitive Operationsprinzipien' vorgeschlagen, die bereits beim mehrsilbigen Lallen im zweiten Lebenshalbjahr für bestimmte Formen der lautlichen Variation innerhalb einzelner Äußerungen verantwortlich sein sollen. Neuerdings wird hingegen versucht, einen Großteil der lautlichen Variation auf eine mehr oder weniger zufällige Variation in der Ausführung von Kieferbewegungen zurückzuführen (MacNeilage & Davis 1990, MacNeilage i. Ersch.). Die Klärung der Frage, wie weit die lautliche Variation beim Säugling rein motorisch bedingt und wie weit sie kognitiv determiniert ist, ist von grundlegender Bedeutung für die Einschätzung der Rolle der vorsprachlichen Äußerungen im Rahmen des Spracherwerbs.
Ein Problem des Ansatzes von MacNeilage besteht darin, daß von auditiv erhobenen Daten zur lautlichen Variation direkt auf motorische Leistungen des Kindes geschlossen wird. In meinem aktuellen Projekt versuche ich zu klären, an welchen akustischen Parametern sich Erwachsene bei der Identifikation von Säuglingsvokalen orientieren. Dabei untersuche ich insbesondere, wie weit Informationen über vokalinterne spektrale Veränderungen (VISC) in der Lage der Formanten bei der Identifikation der kindlichen Vokale genutzt werden (vgl. Neary & Assmann 1986, Hillenbrand et al. 1995). Auf dieser Grundlage soll dann in einem zweiten Schritt festgestellt werden, welche motorischen Leistungen einzelnen Vokalwechseln beim Säugling zugrundeliegen, und in welchem Umfang für diese Leistungen kognitive Organisationsprinzipien angenommen werden müssen.
Meine aktuelle Untersuchung ist auf Monophtonge von Säuglingen im Alter von 40-48 Wochen beschränkt. Diese Untersuchung soll später auf Diphthonge ausgedehnt und in einen größeren Rahmen gestellt werden, der die motorischen und kognitven Grundlagen der Vokalproduktion in den ersten zwei Lebensjahren umfaßt.

Literatur:
  • Elbers, Loekie (1982). Operating principles in repetitive babbling: A cognitive continuity approach. Cognition, 12, 45-63.
  • Hillenbrand, James, Getty, Laura A., Clark, Michael J. & Wheeler, Kimberly (1995). Acoustic characteristics of American English vowels. JASA, 97, 3099-3111.
  • MacNeilage, Peter F. (i. Ersch.). The frame/content theory of evolution of speech production. The Behavioral and Brain Sciences.
  • MacNeilage, Peter F. & Davis, Barbara (1990). Acquisition of speech production: Frames, then content. In M. Jeannerod (ed.), Attention and performance XIII: Motor representation and control (Hillsdale, NJ: Erlbaum).
  • Neary, Terrance M. & Assmann, Peter F. (1986). Modeling the role of inherent spectral change in vowel identification. JASA, 80, 1297-1308.
Zeitraum: November 1994 bis Oktober 1996
Kooperationspartner: Habel, Kelter
Schwerpunkt: Sprachproduktion und Sprachverstehen
Externe Vorträge während der Kollegiatenzeit:
Februar 1995:
"Change of intentional states: dealing with incrementality in a theory of speech actions". Vortrag, gehalten am 11.2.1995 bei NOS-H Intentionality Project - First Workshop an der Universität Lund/ Schweden.
März 1995:
"Lallformen vs. Wortformen: Unterschiede in Struktur und Realisation". Vortrag, gehalten am 3.3.1995 auf der 17. DGfS-Jahrestagung an der Universität Göttingen.
März 1995:
"Comment on Peter Gärdenfors: What kind of mental representations are needed for intentionality?" Vortrag, gehalten am 24.3.1995 auf dem Workshop Intentional Phenomena in Context an der Universität Hamburg.
Mai 1995:
"Die Produktion kindlicher Lallformen". Vortrag, gehalten am 14.5.1995 beim 1. Frühjahrstreffen der kognitionswissenschaftlichen Graduiertenkollegs in Nohfelden (Saarland).
Oktober 1995:
"Linksversetzung und Freies Thema im Deutschen. Grammatische Randphänomene im Fremdsprachenunterricht", Vortrag, gehalten am 11.10.1995 auf der 1. Internationalen Tagung des Kasachischen Deutschlehrerverbandes an der Kasachisch-Türkischen Jassawi-Universität in Schymkent, Kasachstan.
März 1996:
"Tonhöhenbezogene Handlungsabsichten. Ein Beitrag zur Untersuchung kognitiver Zustände beim Säugling", Vortrag, gehalten am 14.3.1996 auf der 2. Jahrestagung der Gesellschaft für Kognitionswissenschaft, Universität Hamburg.
Juni 1996:
"Universal constraints on the linguistic expression of relational information", Vortrag, gehalten am 21.6.1996 auf dem 15. Hamburger kognitionswissenschaftlichen Kolloquium Verbalization Processes - The Integration of Linguistic and Non-Linguistic Cognition des Grk Kognitionswissenschaft der Universität Hamburg, 21.-22. Juni 1996.
Weitere relevante Aktivitäten:
  • Mitgliedschaft bei The Behavioral and Brain Sciences (seit August 1997)
  • Mit-Organisator des Internationalen Symposiums"Verbalization Processes. The Integration of Linguistic and Non-Linguistic Cognition", Graduiertenkolleg Kognitionswissenschaft , Universität Hamburg (zusammen mit Christopher Habel) (Juni 1996)
  • Mitglied des 'Zentralen Organisationskomitees' zur Erstellung des DFG-Verlängerungsantrages für das Kolleg, zusammen mit Christopher Habel, Antje Pusch und Gerhild Nieding.
Publikationen:
  • Peters, Jörg (1999). "The timing of nuclear high accents in German dialects". Proceedings of the 14th International Congress of Phonetic Sciences, San Francisco, August 1-7, 1999.
  • Peters, Jörg (1998). "On mandibular oscillation as a source of variation in infant vocalizations". Behavioral and Brain Sciences 21.4, S. 527.
  • Peters, Jörg (1998a) "Silbische Variation und Silbenhäufung: die Produktion kindlicher Lallformen". In Matthias Butt & Nanna Fuhrhop (Hg.), Variation in der Wortstruktur des Deutschen und anderer Sprachen. Hildesheim: Olms.
  • Peters, Jörg (1997). Lautproduktion. Kognitive Grundlagen sprachlicher und vorsprachlicher Äußerungen. Opladen: Westdeutscher Verlag (= Psycholinguistische Studien).
  • Peters, Jörg (1996). "Tonhöhenbezogene Handlungsabsichten. Ein Beitrag zur Untersuchung kognitiver Zustände beim Säugling". In Rainer H. Kluwe & Mark May (Hg.), Proceedings der 2. Fachtagung der Gesellschaft für Kognitionswissenschaft, 13.-16. März 1996, Universität Hamburg.
  • Peters, Jörg (1996a). "Speech intentions, speech planning, and the use of syntactic constructions". In Robin Sackmann (Hg.), Theoretical linguistics and grammatical description. Amsterdam: Benjamins [= Current Issues in Linguistic Theory, 138], S. 201-217.
  • Peters, Jörg (1996b). "Comment on Peter Gärdenfors: 'What kind of mental representations are needed for intentionality?' ". In Christian Stein & Mark Textor (Hg.), Intentional phenomena in context. Papers from the 14th Hamburg Colloquium on Cognitive Science, Graduiertenkolleg Kognitionswissenschaft, Universität Hamburg, Report 55, June 1996.
  • Eisenberg, Peter & Wiese, Bernd (unter Mithilfe von Matthias Butt und Jörg Peters) (1995). Bibliographie der deutschen Grammatik 1984-1994 (mit Nachträgen aus den Jahren 1965-1983). Tübingen: Stauffenberg.