| Doktoranden | |
| Tappe, Heike | Eine explorative Einzelfallstudie zu den ersten drei Jahren des Spracherwerbs bei Corpus-Callosum-Agenesie |
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Kollegsprojekt
Siehe auch Postdoktoranden |
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In meiner Dissertation untersuche ich die Entwicklung der muttersprachlichen Kompetenz eines Kindes, bei dem die Hauptverbindungsleitung zwischen den beiden Großhirnhemisphären nicht zur Verfügung steht. Aufgrund einer übergeordneten neuroanatomischen Entwicklungsstörung fehlen in dem sich entwickelnden Gehirn die ca. 200 Millionen kommissuralen Nervenfasern des Corpus callosum (des sogenannten Balkens).
Die Untersuchung zeigt, daß sowohl die allgemeine Entwicklung als auch der Spracherwerb des Balkenmangelkindes L. langsamer verlaufen als bei einem durchschnittlichen gehirngesunden Kind. Dies ist zu einem großen Teil dadurch bedingt,. daß die Ausbildung von Kompensationsmechanismen (z.B. die Myelinisierung subkortikaler Fasern) Zeit benötigt. Der Spracherwerb setzt bei L. ca. ein Jahr später ein als bei neuroanatomisch unauffälligen Kindern. Außerdem verläuft sowohl die quantitative Wortschatzentwicklung als auch die Zunahme der Mehrwortäußerungen im Verhältnis zu den Ein- und Zweiwortäußerungen deutlich langsamer als bei den Vergleichskindern. Eine der Grundannahmen der Untersuchung besteht darin, daß das menschliche kognitive System in funktionaler Hinsicht modular strukturiert ist. So wird die grammatische Teilkomponente als ein funktionales Modul des Sprachverarbeitungssystems angesehen. Demgegenüber kann die semantische Teilkomponente als Semimodul spezifiziert werden. Insbesondere setzt der Erwerb semantischer Repräsentationen ein Zusammenspiel zwischen Perzeption, nicht-sprachlichem und sprachlichem Wissen notwendig voraus. Während für das syntaktische Modul angenommen wird, es sei stark lateralisiert, ist das semantische Semimodul offenbar mit anderen kognitiven Systemen vernetzt. Aufgrund dessen kann das semantische Semimodul nicht in demselben Maße einer Hemisphäre zugeordnet werden wie das grammatische. Die Ergebnisse meiner Analyse unterstützen diese Annahmen. Die grammatische Entwicklung findet bei L. analog zu der bei neuroanatomisch unauffälligen Vergleichskindern statt, qualitative Unterschiede konnten nicht festgestellt werden. Obwohl der Spracherwerb bei L. erst mit 2;0 Jahren einsetzt, erwirbt sie die entscheidenden morpho-syntaktischen Prinzipien und Kodierungseigenschaften der deutschen Sprache in demselben chronologischen Alter wie die neuroanatomisch unauffälligen Vergleichskinder. Zudem stimmt auch der zeitliche Verlauf des Grammatikerwerbs bei L. mit dem der Vergleichskinder weitgehend überein. Demgegenüber ist ein Teilbereich der Wortsemantik in besonderer Weise von der übergeordneten Störung des untersuchten Kindes betroffen. L. hat extreme Probleme bei dem Erwerb der Substantive. Ihr Objektbenennungsdefizit kann erstens durch Einschränkungen bei der höheren visuellen Wahrnehmung, zweitens durch Defizite beim Aufbau konzeptueller Repräsentationen und drittens durch eine Diskonnektion zwischen (u.U. depiktionalen) Objektkonzepten und Wortformen bedingt sein. Eine eindeutige Entscheidung zwischen den genannten Alternativen ist aufgrund der vorliegenden Datenlage und des aktuellen Forschungsstandes im Rahmen der vorliegenden Arbeit nicht möglich. Ich führe das festgestellte Objektbenennungsdefizit auf Probleme bei der Integration höherer visueller Informationen zurück, die durch das Fehlen des Balkens bedingt sind. Diese führen mittelbar zu Beeinträchtigungen beim Aufbau von Objektkonzepten. Tatsächlich weisen sowohl eigene als auch fremde Forschungsergebnisse auf eine solche Interpretation hin. |
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| Zeitraum: | März 1993 bis Dezember 1996 (Abgabe der Dissertation) |
| Betreuer: | Christopher Habel, Jürgen Meisel |
| Schwerpunkt: | Sprachentwicklung und Sprachentwicklungsstörungen |
| Externe Vorträge während der Kollegiatenzeit: |
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| Weitere relevante Aktivitäten: |
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| Publikationen: |
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| Tatzel, Armin | Intentionalität und mentale Repräsentationen |
| Kollegsprojekt | |
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Intentionale Eigenschaften schreiben wir im Rahmen der Alltagspsychologie mit Sätzen zu, die psychologische Verben wie "glauben", "wünschen", "beabsichtigen" etc. enthalten. Was wir einer Person mit einem solchen Satz zuschreiben, ist prima facie mehr als nur, daß sie sich in einem psychischen Zustand befindet, der sich auf gewisse Dinge ‘in der Welt’ bezieht: Zu glauben, vom IM Fridolin ausspioniert worden zu sein, ist offenbar etwas anderes als zu glauben, von Tante Frieda ausspioniert worden zu sein; selbst wenn IM Fridolin niemand anderes ist als Tante Frieda. Worin aber bestehen intentionale Eigenschaften, wenn sie sich nicht in Referenz-Eigenschaften erschöpfen? Offenbar schreiben wir mit Sätzen wie "Anna glaubt, daß p" Anna nicht bloß zu, daß sie das-und-das repräsentiert und glaubt, daß es der Fall ist, sondern auch, daß sie es in einer bestimmten Weise repräsentiert. Den Umstand, daß wir Dinge und Sachverhalte nicht ‘einfach so’, sondern stets in einer bestimmten Weise repräsentieren, nenne ich den kognitiven Aspekt von Intentionalität. Ein klassischer Ansatz, der versucht, beide Aspekte von Intentionalität einzufangen, ist Freges Theorie von Sinn und Bedeutung.
In meiner Arbeit untersuche ich einige Möglichkeiten, eine Theorie der Intentionalität zu konstruieren, die (1) in der Tradition Freges steht, indem sie sowohl den Referenz- als auch den kognitiven Aspekt von Intentionalität berücksichtigt, sich (2) sowohl in den Rahmen der Alltagspsychologie als auch in den der Kognitionswissenschaft fügt (d.h. insbesondere mit einer repräsentationalistischen Auffassung des Geistes verträglich ist) und (3) bemüht ist, keine irreduziblen intentionalen Eigenschaften zu postulieren, sondern auf das Ziel einer Naturalisierung derartiger Eigenschaften hin ausgerichtet ist. In der Literatur sind einige theoretische Ansätze im Umlauf, die den Anspruch erheben, meine drei Bedingungen zu erfüllen. Die verschiedenen Wege, die sich dabei beschreiten lassen, können (z.B. Fodor 1998 folgend) in drei grundlegende Alternativen eingeteilt werden, die ich mit den Labels "Lokalismus", "Holismus" und "Atomismus" versehe. Für die Erläuterung der drei Positionen setze ich voraus, daß die intentionalen Gehalte psychischer Zustände den Bedeutungen der Sätze entsprechen, mit denen sich jene Zustände ausdrücken ließen. Lokalisten wie Boghossian (1993) glauben, daß es zu jedem Ausdruck eine (mehr oder weniger klar) begrenzte Gruppe bedeutungskonstitutiver oder Sätze gibt, die seine Bedeutung festlegen. "Junggesellen sind unverheiratet" ist einer solchen Theorie zufolge bedeutungskonstitutiv für das Prädikt "Junggeselle". Wenn dieser Satz falsch wäre, würde "Junggeselle" nicht das bedeuten, was es bedeutet (sofern "sind unverheiratet" das bedeutet, was es bedeutet). "Junggesellen sind unordentlich" ist nicht bedeutungskonstitutiv. Die Bedeutung von "Junggeselle" scheint völlig unabhängig davon zu sein, ob dieser Satz wahr oder falsch ist. Holisten wie Block (1986) glauben, daß sich keine sinnvolle Unterscheidung zwischen analytischen und synthetischen Sätzen treffen läßt. Im Bild des Holisten gibt es nicht zwei verschiedene Sorten von Sätzen, die gänzlich verschiedene Rollen spielen, sondern jeder einzelne Satz vereinigt beide Aspekte in sich: Er enthält Informationen ‘über die Welt’ und leistet einen Beitrag zur Festlegung der Bedeutung von Sätzen. Statt von der Bedeutung eines Ausdrucks in einer öffentlichen Sprache (wie dem Deutschen) auszugehen, spricht der Holist lieber von der Bedeutung eines Ausdrucks im Idiolekt einer Person. Seiner Auffassung zufolge sind zumindest alle Sätze, die das Prädikat F enthalten und von einer Person für wahr gehalten werden, bedeutungskonstitutiv für F im Idiolekt dieser Person - und zwar in folgendem Sinne: Wenn die Person irgendeinen dieser Sätze, den sie früher für wahr hielt, nun verwirft (oder umgekehrt), dann verändert sich damit die Bedeutung von F in ihrem Idiolekt. De facto verändern sich Bedeutungen demnach ständig. Dieses Ergebnis muß nicht von vorn herein als absurd erscheinen, wenn man in Rechnung stellt, daß derartige Bedeutungsveränderungen verschieden stark sein können. Der Atomist (vgl. Fodor 1998) weist die Unterscheidung zwischen analytischen und synthetischen Sätzen ebenfalls zurück. Seine Reaktion ist der des Holisten entgegengesetzt und noch radikaler: Statt anzunehmen, daß die Bedeutung eines Satzes von seinem Verhältnis zu allen anderen Sätzen einer Sprache (und deren Bedeutungen) abhängt, weist der Atomist die Idee zurück, daß die Bedeutung eines Satzes überhaupt irgend etwas mit der Beziehung zu anderen Sätzen (und deren Bedeutungen) zu tun hat. Zu den Ergebnissen meiner bisherigen Überlegungen zählen neben einer Kritik des klassischen Lokalimus eine Verteidigung der holistischen Position gegenüber den prominentesten Argumenten, die in den letzten Jahren gegen sie vorgebracht worden sind, sowie ein Vergleich des holistischen und des atomistischen Ansatzes, der zu dem (vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Diskussionslage erstaunlichen) Ergebnis führt, daß beide Erklärungsstrategien zu strukturell identischen Problemen führen. Literatur:
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| Zeitraum: | Februar 1998 bis 1999 |
| Betreuer: | W. Künne, S. Kelter |
| Schwerpunkt: |
Einstellungen, Begriffe und Objekte
Sprachproduktion und Sprachverstehen |
| Externe Vorträge während der Kollegiatenzeit: |
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| Publikationen: |
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| Trujillo Nieto, Cristina | Die Rolle der Sonorität im phonologischen Fremdspracherwerb: Der Erwerb des deutschen Silbenreims von Muttersprachlern des Spanischen |
| Kollegsprojekt | |
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Kinder können ihre Muttersprache (L1), sofern keine pathologischen Störungen vorliegen, in erstaunlicher kurzer Zeit erwerben. Dagegen bleibt beim Zweitspracherwerb (L2) im Erwachsenenalter nach vieler Mühe zumindest der Akzent, der auf die Muttersprache hinweist. In vielen Arbeiten über phonologischen Erwerb sind die Forscher der Meinung, daß während des Erwerbs der Zielsprache die phonotaktischen Aspekte der Muttersprache öfter und intensiver als die syntaktischen, morphologischen oder semantischen Strukturen in die Zweitsprache -oder Interlanguage- transferiert werden. Insbesondere gilt dies, wenn der Wert der Parameter in der Muttersprache weniger markiert ist, als der Wert der Parameter in der Zielsprache. In diesem Bereich ist mein Dissertationsprojekt angesiedelt, das den Erwerb des deutschen Silbenreims von Muttersprachlern des Spanischen erforscht.
Im Mittelpunkt der Studie steht die Frage, auf welche Weise die Sonorität der Segmente und ihre Einordnung im Reim den Spracherwerb beeinflussen. Anders formuliert, können die universellen Sonoritätsprinzipien eine Erklärung dafür bieten, welche Silbenreime des Deutschen für L2-erlernende erwachsene Spanier problematisch sein werden? Im Spanischen sind alle Segmente im Reim den Sonoritätsprinzipien untergeordnet. Im Deutschen aber gibt es viele Silben, deren Segmente solche Prinzipien verletzen (z.B. du darfst). Alle Segmente sowohl im Spanischen als auch im Deutschen, die nicht die Sonoritätsprinzipien verletzen, werden in der lexikalischen Phase silbifiziert, d.h. sie sind einer Silbe zugeordnet. Im Deutschen aber werden die Segmente, die die Sonoritätsprinzipien verletzen, und die nicht in der lexikalischen Phase silbifiziert werden können, spätestens am Ende der phonologischen Komponente auf der postlexikalischen Ebene durch eine Adjunktionsregel silbifiziert, sie sind die sogenannten extrasilbischen Segmente. Ziel meiner Arbeit ist es zu prüfen, ob sich eine Rangordnung im Reimerwerb bei erwachsenen Spanischsprechern empirisch nachweisen läßt und ob sie sich für Vorhersagen über einen hierarchisierten Erwerb des Silbenreims eignet. Ich erwarte, daß die deutschen Silbenreime, die die Sonoritätsprinzipien nicht verletzen und in der lexikalischen Ebene silbifiziert werden, von Spaniern einfacher erworben werden - obwohl sie komplizierter sind als die spanischen Silbenreime -, als die Silbenreime, die die Sonoritätsprinzipien verletzen und extrasilbisch sind. |
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| Zeitraum: | Oktober 1996 bis 1999 |
| Betreuer: | Conxita Lleó Werner Deutsch |
| Schwerpunkt: |
Sprachentwicklung und Sprachentwicklungsstörungen
Sprachproduktion und Sprachverstehen |
| Tschander, Ladina Barbla | Ermittlung und Untersuchung dynamischer Konzepte |
| Kollegsprojekt | |
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Dissertation im Bereich der Modifikation in der Linguistik und Wissensrepräsentation
Daß Sprache kognitive Strukturen und damit auch die Konzeptualisierung von Gegenständen und Situationen spiegelt, scheint eine unumstrittene Tatsache zu sein und Ausgangspunkt zahlreicher Untersuchungen zu Konzepten (Bierwisch 1996; Habel & Eschenbach 1995; Jackendoff 1996). Unbeantwortet bleibt m.E. jedoch, wie diese Spiegelung im Detail vonstatten geht, inwiefern Konzepte sprachabhängig sind und welches die adäquaten Methoden sind, um Konzepte zu eruieren. Gerade in Bezug auf die Schnittstelle zwischen Sprache und Raumkonzepten stellt sich das Problem, welche Aussagen mit welchen Methoden getroffen werden können. Um das Verwendungsspektrum eines Lexems aufzeigen zu können, wodurch Bedingungen, die Raumkonzepte zu erfüllen haben, erarbeitet werden können, spielt die Kombinationsmöglichkeit verschiedener Lexeme eine zentrale Rolle, welche u.a. von der Semantik der Lexeme geregelt wird. Zwei Kombinationsarten werden dabei unterschieden: Einerseits werden vom Lexikoneintrag eines Lexems Kombinationen gefordert, andererseits existieren zahlreiche nicht obligatorische Lexemkombinationen. Betrachtet man die semantische Seite der Kombinationsmöglichkeiten, stellt die nicht obligatorische Kombination eine Modifikation dar. Im Grunde genommen wäre es möglich, an ein Lexem unzählige Modifikatoren anzuschließen. Jedoch wird schnell ersichtlich, daß die Modifikation Restriktionen unterliegt, wobei vorerst noch unklar ist, wie diese Restriktionen genau aussehen. Wichtig erscheinen mir diese jedoch, um Aufschluß über die lexikalischen Repräsentationen der beteiligten Lexeme zu erhalten. Modifikation wird in Arbeiten zur Syntax-Semantik-Schnittstelle meist mit der Adjunktion gleichgesetzt (Jacobs 1995; Maienborn 1996), wobei die Untersuchungsfrage ist, an welchen Positionen ein Modifikator bzw. Adjunkt stehen kann und welche Mechanismen dies regeln. Bezüglich der Semantik wird in Theorien, die sich der lexikalischen Dekomposition verpflichtet haben, davon ausgegangen, daß die Bedeutungen (oder Konzepte) der modifizierten Phrase kompositional zusammengefügt werden. Wird mittels des Modifikators eine Submenge aus der Referenzmenge des Modifikanden herausgegriffen und zwar genau diejenige, welche die Entitäten enthält, die das Kriterium gegeben durch den Modifikator erfüllen? Dadurch dürfte jedoch das Konzept des Modifikators nicht auf eine fixe Bedeutung festgelegt sein. Vielmehr muss der Modifikator die Möglichkeit haben, sich dem Modifikanden in gewisser Weise anzupassen. Die Theorie der lexikalischen Dekomposition kann die syntaktischen Gegebenheiten gut reflektieren, jedoch ist die Etikettierung des Modifikators mittels eines Prädikats m.E. zu ungenau. Damit können auch die Mechanismen auf konzeptueller Ebene nicht gebührend berücksichtigt werden. Soll die Modifikation aber als Testmittel zur Ermittlung dynamischer Konzepte eingesetzt werden, muss dies gegeben sein. Weiter wird eine Theorie der Modifikation benötigt, die nicht nur die Schnittstelle zwischen Syntax und Semantik beachtet, sondern auch die konzeptuellen Mechanismen (bspw. Konzeptveränderungen) fassen kann. Dadurch wird es möglich, einerseits Lexeme auf ihre konzeptuellen Bestandteile hin zu untersuchen und andererseits die propositionale Raumrepräsentation zu eruieren. Die linguistische Analyse soll dazu dienen, eine konzeptuell fundierte Wissensdomäne zu erstellen. Dabei sollen auch Überlegungen zu einer Theorie der Modifikation einfließen, die für informatische Fragestellungen relevant sind. Fokussiert ist dabei die Frage, was notwendigerweise in der Wissensdomäne repräsentiert sein muß, wobei als Resultat Grundeigenschaften bzw. prototypische Eigenschaften dynamischer Konzepte aufgelistet werden. Als Überprüfungsmöglichkeit kann die automatische Erstellung einer Skizze mittels sprachlichem Input dienen. Literatur:
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| Zeitraum: | November 1997 bis 1999 |
| Betreuer: | Christopher Habel, Carola Eschenbach |
| Schwerpunkt: |
Repräsentation von Raum und Zeit in kognitiven Prozessen
Sprachproduktion und Sprachverstehen |
| Externe Vorträge während der Kollegiatenzeit: |
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| Weitere relevante Aktivitäten: |
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| Publikationen: |
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| Tschernig, Annette | Problemlösen durch Analogie. Eine Anwendung von N. Reschers Theorie des induktiven Schließens |
| Kollegsprojekt | |
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Der psychologische Begriff "Problemlösen" bezeichnet spezielle Denkvorgänge, die vollzogen werden, wenn man einem Problem gegenübersteht. Das Problemlösen durch Analogie stellt eine spezielle Problemlöseprozedur dar, die dadurch gekennzeichnet ist, daß in ihrem Verlauf Analogieschlüsse eine lösungsrelevante Rolle spielen. Daher stellen analoge Inferenzen das zentrale Thema des Dissertationsprojektes dar. Unter einem Analogieschluß versteht man einen Schlußprozeß, in dessen Verlauf auf der Grundlage von Ähnlichkeiten zwischen zwei Dingen oder Situationen weitere Ähnlichkeiten abgeleitet werden. So ist folgende Inferenz ein Analogieschluß:
Sokrates ist ein Mensch. Sokrates ist kahlköpfig.
1. Rechtfertigung: Das Problem der Rechtfertigung derartiger Schlüsse ergibt sich aus ihrem nicht-deduktiven Charakter. Deduktive Schlüsse sind wahrheitserhaltend und somit gerechtfertigt: der Übergang von den Prämissen zur Konklusion ist durch die Wahrheitserhaltung zulässig. Analoge Schlüsse sind nicht wahrheitserhaltend und bedürfen daher einer anderen Rechtfertigung. In seinem Buch "Induktion. Zur Rechtfertigung induktiven Schließens" betrachtet Nicholas Rescher induktive Schlußprozeduren wie Abduktionen, Analogieschlüsse und Induktionen im engeren Sinn als nicht-deduktive, aber dennoch gerechtfertigte Schlüsse. Die Rechtfertigung induktiver Schlüsse ergibt sich nach Reschers Meinung aus ihrer systematizitätserhaltenden und -erweiternden Wirkungsweise. Die vorliegende Arbeit wendet diese spezielle Sichtweise auf analoge Inferenzen an. Analogieschlüsse werden dadurch zu gerechtfertigten Inferenzen, wenn sie bestimmte Bedingungen erfüllen, die sich wiederum durch die Parameter der Systematizität begründen lassen. 2. Logische Formalisierung: Aussagenlogik und Prädikatenlogik wurden entwickelt, um deduktive Inferenzen zu formalisieren. Ihre Schlußregeln sind nicht unmittelbar geeignet, um analoges Schließen zu ermöglichen. In dem Dissertationsprojekt wird eine logische Formalisierung des analogen Schließens auf der Grundlage der nichtmonotonen Logik von Reiter angeboten, die den oben genannten Bedingungen genügt. |
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| Zeitraum: | April 1991 bis Juni 1994 |
| Betreuer: | W. Künne, Ch. Habel |
| Schwerpunkt: | Einstellungen, Begriffe und Objekte |
| Externe Vorträge während der Kollegiatenzeit: |
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| Weitere relevante Aktivitäten: |
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| Publikationen: |
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| Postdoktoranden | |
| Tappe, Heike | Ereigniskonzeptualisierung und Verbsemantik |
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Drittmittelprojekt
Siehe auch Doktoranden |
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In meinem Habilitationsprojekt untersuche ich die Interaktion zwischen nicht-sprachlichen und sprachlichen Repräsentationen aus der Sicht der Sprachverarbeitung. Ausgehend von bestehenden Forschungsergebnissen zum Sprachverstehen werden analoge Prozesse während der Sprachproduktion untersucht. Ein Schwerpunkt der Untersuchung ist dabei die Beschreibung und Bewertung der zur Verfügung stehenden Methoden - sowohl der Sprachpsychologie als auch der Psycholinguistik und Computerlinguistik.
Im Hinblick auf die Sprachproduktionsforschung stehen empirische Untersuchungen im Vordergrund, die sich auf die Ereigniskonzeptualisierung während der Sprachproduktion und die sprachliche Enkodierung von Ereigniskonzepten beziehen. Hierbei werden Ereignisse als rein kognitive Entitäten verstanden, die aus dem externen Wahrnehmungsstrom aufgebaut werden. Mit anderen Worten: Als perzeptuelle Eingabestruktur der Ereigniskonzeptualisierung dienen Vorgänge in der Realwelt, die durch Segmentierungs- und Gruppierungsprozesse strukturiert werden und erst dadurch für Betrachter als Ereignisse erfahrbar und benennbar werden. Die Ereigniskonzeptualisierung unter kontrollierten experimentellen Bedingungen wird in der Habilitationsschrift als empirische Methode der Sprachproduktionsforschung im Rahmen einer kognitiven Theorie begründet, die davon ausgeht, daß während Sprachverarbeitungsprozessen Sachverhaltsrepräsentationen aufgebaut werden. Neben der Untersuchung der genannten - vermutlich zu einem großen Teil vorsprachlichen - Prozesse gilt es zu klären, welche Bedingungen an das mentale Lexikon gestellt werden müssen, um die sprachliche Enkodierung von Ereigniskonzepten zu ermöglichen. So kommt das verbale Lexikon in den Blickpunkt. In diesem Kontext wird erläutert, daß und warum hier die Methoden der interdisziplinären Sprachverstehensforschung angewendet werden können, um aus der Analyse der Sprachdaten auf semantische Repräsentationen schließen zu können. Besondere Aufmerksamkeit widme ich der empirisch zu beobachtenden Flexibilität des mentalen Lexikons, die darin besteht, daß sich semantische Repräsentationen scheinbar mühelos den Anforderungen des kognitiven Systems anpassen können. Gerade unter einer prozeduralen Perspektive ergeben sich hieraus für "Kompetenzsemantiken", die vorrangig auf das Sprachsystem orientiert sind, wichtige Ergänzungen und Modifikationen. |
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| Zeitraum: | Als Postdoktorandin Mai 1997 bis September 1999. |
| Schwerpunkt: | Sprachentwicklung und Sprachentwicklungsstörungen |
| Externe Vorträge während der Kollegiatenzeit: |
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| Lehrveranstaltungen: |
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| Weitere relevante Aktivitäten: |
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| Publikationen: |
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| Textor, Mark | Sinn und Bedeutung von ‚Sinn‘ und ‚Bedeutung‘ |
| Kollegsprojekt | |
| - Projektbeschreibung - | |
| Zeitraum: | Als Postdoktorand Januar 1994 bis Januar 1995 |
| Kooperationspartner: | Künne, Graßhoff |
| Schwerpunkt: | Einstellungen, Begriffe und Objekte |
| Externe Vorträge während der Kollegiatenzeit: |
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| Publikationen: |
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Graduiertenkolleg Kognitionswissenschaft
Universität Hamburg Vogt-Kölln-Str. 30 D-22527 Hamburg |
Tel.: 040 / 42883 2384
Fax: 040 / 42883 2385 e-mail: grkk-koord@informatik.uni-hamburg.de |