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Department Informatik
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Das sagen Absolventinnen und Absolventen des Departments Informatik zum Studium an der Uni Hamburg

Prof. Dr. Andreas Möller

Prof. Dr. Andreas Möller

Prof. Dr. Andreas Möller (43), ist heute Professor an der Leuphana Universität Lüneburg.

Prof. Dr. Andreas Möller (43), Diplom-Informatiker (1995), Ergänzungsfach Betriebswirtschaftslehre / New Public Management, Promotion (2000), heute Professor an der Leuphana Universität Lüneburg

Was hat ihn seinerzeit zum Studium der Informatik bewogen?
Informatik ist eine ganz bewusste Entscheidung gewesen. Vorher habe ich eine berufliche Ausbildung absolviert (Dipl.Verwaltungswirt, klassicher Beamter also); das hatte keine Zukunft.
Haben sich seine damaligen Erwartungen erfüllt?
Erst in Passau und Kiel nicht wirklich, erst in Hamburg habe ich die Informatik gefunden, die ich gesucht habe. Das betrifft speziell auch ASI. Wenn man nach einem Hamburger Informatik-Profil Ausschau hält, dann sollte man sich speziell ASI ansehen, sicher dann auch noch SWT usw.
Hat das Studium in der Hamburger Informatik Spaß gemacht? Was besonders?
Die Professoren haben sich deutlich von denen in Kiel und Passau unterschieden. Anfangs war es etwas verwirrend. Ich kann mich noch gut an eine Oberquelle-Vorlesung Anfang der 1990er erinnern: Der erste Irakkrieg hatte begonnen, und an eine normale Vorlesung war nicht zu denken. In Kiel hätte es das nie gegeben. Wenn die jungen Menschen an Informatik denken, dann haben sie auch (mit Recht) die Kieler Haltung im Sinn. Kürzlich bin ich gefragt worden, was ich denn mache. Informatik. Das ist mir zu trocken gewesen. Eine kleine Diskussion hat dann erst ergeben, wie spannend Informatik sein kann. Dabei muss man wohl ganz bewusst die Menschen, ihre Ideen, Wünsche, Leidenschaften, Gefühle usw. in die Diskussion einführen. Ich beginne die Diskussion in der Regel mit dem Hinweis, dass die Informatik innerhalb der Nachhaltigkeitswissenschaften (auch) eine Nachhaltigkeitssozialwissenschaft ist, in direkter Nähe zu Kommunikation, Bildungsfragen usw.
Was zeichnet ein Studium an der Universität aus?
Etwas konstrukivistisch argumentiert: Die Wirklichkeit in verschiedenen Perspektiven erkennen können, um sie dann mitzugestalten. In der Informatik sehe ich insbesondere auch noch sozialwissenschaftliche Fragen - und Fragen der Ethik; nicht nur bezogen auf Postionen zu diesem oder jenem Krieg, sondern als Basis allen unseren Handelns. Das sollte und das muss Universität leisten. Und ich glaube, dass dies auch für die jungen Menschen wichtige Fragen sind.
Wo sieht er aus seiner beruflichen Position heraus zukünftige Herausforderungen?
Ich frage mich (in meinem Kontext: klar), ob es reicht, dass die Informatik sich im Wesentlichen mit sich selbst beschäftigt (und angstmachende Zukunftsvisionen verbreitet nach dem Motto, dass die Maschine irgendwann in nächster Zeit intelligenter sein werden als Menschen (daran mituarbeiten, dürfte wohl nicht so viele junge Menschen reizen)) oder gern vorgefertigten Paradigmen gesellschaftlicher Subsysteme (Wirtschaft) und deren wissenschaftlichen Standbein (WI) hinterherläuft: Die späteren Manager aus der WI spezifizieren den Kontext und die Funktionen, und der Informatiker, das arme Würstchen, darf dann mal programmieren. Tolle Perspektive. Und die Praxis rennt uns davon: WWW, E-Mail, Chat, Web 2.0 usw., aber auch PC, Open Source. Wir dürfen “hinterherforschen”.
Welche (Er-)Kenntnisse aus dem Informatikstudium nutzt er in der Berufspraxis?
Die Informatik bietet doch bereits einen guten Mix an, zumindest ist es in Hamburg so gewesen. Ich hoffe, dass dies bei der Umstellung auf Bachelor/Master nicht weggefallen ist. Ich vertrete zusätzlich die Auffassung, dass sozialwissenschaftliche/humanwissenschaftliche Fragen eine größere Rolle spielen sollten. Es kommt auf den Standpunkt an. Wo sieht man die Informatik? Als angewandte Mathematik? Als spezielle Ingenieurwissenschaft? An dier Schnittstelle zwischen Informatiksystem und Mensch? Ich nehme ganz klar die letzte Sichtweise ein (wiederum klar in meinem Kontext).
Was hat er Nichtinformatiker/innen voraus die ähnliche berufliche Positionen ausfüllen?
Denken in Systemen, Abstraktionsvermögen, Formalisieren. Im wissenschaftlichen Kontext vor allem aber auch: Das Vermögen, Dinge (Software) wirklich zu gestalten.
Sein berufliches Motto lautet:
Nachhaltige Entwicklung
Was er einem interessierten Schüler/ einer interessierten Schülerin empfiehlt!
Ich überlege gerade, eine Schülerin aus der vierten Klasse einzuladen, mal die Uni zu besuchen. Sie soll sich das Ganze mal ansehen, mit Leuten (Professoren / Mitarbeiter) sprechen, ein Eis essen usw. Die Kollegen der Fakultät 1 sagen mir immer wieder, dass wesentliche Weichen bereits im Grundschulalter gestellt werden. Das betrifft die Universität im Ganzen, aber auch die Wahl der Fächer später. Vielleicht hilft es ja, mit solchen kleinen Erinnerungsposten zu arbeiten. Auf jeden Fall bringt es wenig, in der Oberstufe erst anzufangen.

Prof. Dr. Andreas Möller sagt:

"Informatik ist eine ganz bewusste Entscheidung gewesen. Vorher habe ich eine berufliche Ausbildung absolviert (Dipl.Verwaltungswirt, klassicher Beamter also); das hatte keine Zukunft."

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