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Department Informatik
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Das sagen Absolventinnen und Absolventen des Departments Informatik zum Studium an der Uni Hamburg

Dipl.-Inform. Torsten Möller

Dipl.-Inform. Torsten Möller

Dipl.-Inform. Torsten Möller (41), ist heute Bereichsleiter Anwendungsentwicklung, Personalverantwortung für ca. 100 Mitarbeiter in einer großen Hamburger Versicherung.

Torsten Möller (41), Diplom-Informatiker (1996), Ergänzungsfach Medizin, heute: Bereichsleiter Anwendungsentwicklung, Personalverantwortung für ca. 100 Mitarbeiter, in einer großen Hamburger Versicherung

Wie kam er zur Informatik?
Hohe technische Affinitiät. Computer haben mich von Beginn an fasziniert. Ich wollte von Beginn an die Arbeitsabläufe in Unternehmen durch den Einsatz von Anwendungssystemen optimieren. Dies immer unter Berücksichtigung der sozialen Komponenten, d.h. Betroffene zu Beteiligten machen und als Experten ihrer Arbeit bei der Optimierung einbinden.
Haben sich die damaligen Erwartungen erfüllt?
Aus heutiger Sicht ja. Mein Schwerpunkt im Studium lag in der Softwaretechnik und in der angewandten, sozialorientierten Informatik. Ich hatte das Glück, dass ich zu Beginn des Studiums eine Stelle als Werkstudent bei Philips bekommen habe. Ich habe dort in der EDV Organisation mitgearbeitet. Während der Vorlesungszeit auf Teilzeitbasis von 20 Stunden und während der Semesterferien dann Vollzeit. Der damit verbundene Praxisbezug hat mir nach dem Studium beim Erwerb einer Festanstellung sehr geholfen (trotzdem ich die Regelstudienzeit um 2 Semester überschritten habe).
Hat das Studium in der Hamburger Informatik Spaß gemacht? Was besonders?
Das Studium hat mir Spaß gemacht. Insbesondere sind hier die Arbeitsweise und die Vorlesungsreihe im Abeitsbereich Softwaretechnik der Uni Hamburg hervorzuheben.
Was zeichnet ein Studium an der Universität aus?
Während meiner Studienzeit hat das Studium an der Universität für den Studierenden mehr Freiheiten geboten. Während der Studienbetrieb in der Fachhochschule eher strikten Regeln bzgl. Studienablauf, Vorlesungsreihe, etc. gehorchte, konnte der Vorlesungsplan an der Universität deutlich flexibler gestaltet werden. Dieser stärkere Freiheitsgrad hatte wesentliche Vorteile in der individuellen Gestaltung des Studienablaufs. Es bestand jedoch die Gefahr, dass es durch den erhöhten Freiheitsgrad zu Verzögerungen im Studienablauf kommt. Um diese Verzögerungen zu vermeiden, ist eine strikte Disziplin notwendig, um das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren und Prüfungen und die Erstellung der Studien- und Diplomarbeit im Rahmen der Regelstudienzeit zu bewältigen. Ich persönlich habe den stärkeren Freiheitsgrad als sehr positiv empfunden, da ich parallel zum Studium einen Job als Werkstudent ausüben und Berufspraxis erlangen konnte.
Wo sieht er aus seiner beruflichen Position heraus zukünftige Herausforderungen?
Eine Verbesserung der betrieblichen Abläufe in Unternehmen lässt sich meinen Erfahrungen nach nur erreichen, wenn die IT Systeme die Arbeitsabläufe/Prozesse optimal unterstützen. Bemühungen um eine optimal unterstützende Geschäftsprozessabwicklung sowie Standards für Hard- und Software sind meines Erachtens nach lediglich in den Anfängen. Die Bedienbarkeit der Applikationen für die betroffenen Fachbereiche ist - auch bedingt durch die Systemvielfalt in Unternehmen - umständlich und zeitaufwändig. Die Abwicklung der Geschäftsvorfälle ist oftmals system- statt vorgangsorientiert. Eine prozessübergreifende und kundenorientierte Sichtweise ist somit nur bedingt vorhanden. Aus der Sicht der Anwendungsentwicklung sind Dokumentationen über Systeme nicht einheitlich strukturiert, teilweise unvollständig bzw. veraltet. Der Einsatz von unterschiedlichen Entwicklungsumgebungen und das Fehlen eines einheitlichen, ganzheitlichen Vorgehensmodells für die Entwicklung von Applikationen führt zu einer Zunahme des “Wildwuches” in der Anwendungsentwicklung. Die Anwendungsentwicklung steht somit immer im Spannungsfeld zwischen der Gewährleistung einer hoch-qualitativen, service-orientierten Leistungserbringung auf der einen Seite und einem verstärkten Kostendruck auf der anderen Seite.

Als Dienstleister im Unternehmen ergeben sich für die IT folgende Herausforderungen:

  • Die IT Strategie muss der Geschäftsstrategie folgen und sich stetig den wechselnden Anforderungen anpassen
  • Ein optimaler Service für Kunden, Geschäftspartner, Innendienste und Vertriebe
  • IT ist mitverantwortlich für die Erreichung der Unternehmensziele, sie strebt eine optimale Unterstützung der Geschäftsprozesse an
  • Grundsatz für Projekte und Investitionen ist eine klare ROI Orientierung ("return on investment"). Ziel für Services ist ein Preis-Leistungsverhältnis, das marktüblich oder besser ist
  • Standardisierung, Prozessbeschreibungen und Verfahren sollen für Effizienzsteigerungen und Qualitätsverbesserungen sorgen
  • Die Forderung zur zeitnahmen Umsetzung von Anwendungssystemen ("time to market") soll durch Erhöhung des Wiederverwendungsgrads von Softwarebausteinen entsprochen werden. Hierzu sind wiederverwendbare, internetfähige Funktionsbausteine zu implementieren
  • IT Sicherheit und Datenschutz erhält einen Stellenwert, der neben den gesetzlichen Anforderungen auch dem ständig wachsenden Bedrohungspotenzial und damit den gesteigerten betrieblichen Anforderungen Rechnung trägt
  • Synergien innerhalb eines Konzerns werden genutzt, wo ein Einsatz Nutzen oder Kosteneinsparungen bringt
Welcher Mix an Fähigkeiten ist hierfür erforderlich?
Für die Umsetzung der Anforderungen ist ein Mix aus überfachlichen, Fach- und Methodenkompetenzen notwendig. Zu den überfachlichen Kompetenzen zählen Vertriebs- und Kundenorientierung, Ziel- und Ergebnisorientierung, Lernbereitschaft und -fähigkeit, Entscheidungsvermögen, Kooperations- und Teamfähigkeit als auch Unternehmerische-, Veränderungs- und Konfliktkompetenz. Zu den Fach- und Methodenkompetenzen zählen allgemeine und aufgabenspezifische Fachkompetenzen wie betriebswirtschaftliche und IT-spezifische Fachkenntnisse und Methodenkompetenzen wie Projektmanagement, Software Engineering und Qualitätsmanagement.
Welche (Er-)Kenntnisse aus dem Informatikstudium nutzt er in der Berufspraxis?
Zur Ausübung meines Berufs nutze ich die erworbenen Kenntnisse aus der Softwaretechnik und der angewandten und sozial-orientierten Informatik. Diese Erkenntnisse helfen mir, Werkzeuge zu bauen, die die Arbeit von Menschen in Unternehmen unterstützten und Menschen aktiv in die Gestaltung dieser Werkzeuge einzubeziehen.
Was hat er Nichtinformatiker/innen, die ähnliche berufliche Positionen ausfüllen, voraus?
Die im Studium erworbenen Fach- und Methodenkompetenzen helfen mir in der täglichen Arbeit, neue Konzepte und Technologien zu verstehen.
Sein berufliches Motto lautet:
Für eine erfolgreiche Zusammenarbeit sind aus meiner Sicht 4 Kernelemente wichtig:
  • Zielorientierung - sich selbst und anderen Ziele setzen, d.h. “Etwas haben, für das man sich gerne engagiert, von dem man überzeugt ist”
  • Zusammenarbeit gestalten - Konditionen schaffen, in denen andere erfolgreich arbeiten können, d.h. “Erfolgreiche Zusammenarbeit hängt von der Fähigkeit ab, andere mit einzubeziehen, eigene und gemeinsame Ziele zu erreichen”
  • Vorbildfunktion ausüben - Andere befähigen, ermutigen und ermächtigen, d.h. “Weg vom Boss sein hin zu einem aktiven Teammitglied”
  • Ein erfolgreiches Arbeitsumfeld schaffen - Einer für alle und alle für einen, d.h. “Mitarbeiter könnensich aktiv beteiligen und das Ergebnis beeinflussen”

Positives Denken, Spaß an der Arbeit und eine offene Umgebung, in der Feedback gegeben wird und immer nach Verbesserungen gesucht wird sind dabei wesentliche Erfolgsfaktoren.

Was er einem interessierten Schüler/ einer interessierten Schülerin empfiehlt!
Ich habe aus einem Hobby einen Beruf gemacht. Wer eine hohe Affinität in Richtung Computer und Technologien hat, findet in der Informatik einen Beruf, der einen wesentlichen Anteil in der Gestaltung betrieblicher Abläufe einnimmt und dabei nie langweilig wird.

Dr. Julian Mack sagt:

"Den Geist zu schulen, Dinge konsequent zu Ende Denken lernen, Themenfelder und Zusammenhänge systematisch erkunden, über den Tellerrand hinausschauen lernen, den persönlichen Wertekatalog hinterfragen, andere als den eigenen Blickwinkel kennen lernen! Das zeichnet ein Studium an der Universität aus: etwas für das Leben lernen, sich bilden."

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Dr. Julian Mack