Jahresbericht 2007 - Informatik UniHH
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Vorwort
Liebe Freunde und Mitglieder des Departments Informatik,
„43.000 offene Stellen für Informatiker(innen) wurden auf der CeBIT 2008 gemeldet — Universität Hamburg verstärkt Anstrengungen zur Ingenieursausbildung durch besondere Förderung der Informatik, um die Wettbewerbsfähigkeit von Forschung und Industrie auf vielen attraktiven Anwendungsfeldern (gerade in Hamburg!) nachhaltig zu stärken.”
Ähnlich sollten aktuelle Nachrichten eigentlich lauten - oder auch, mehr intern ausgerichtet:
„Umstrukturierungsprozess der Hamburger Universität und der neu gegründeten Fakultäten ist nach nunmehr gut 2 Jahren erfolgreich abgeschlossen und führte zu verbesserten, effizienteren Arbeitsbedingungen für Forschung und Lehre in einer angesehenen Universität.”
Tatsache ist: Wir sind noch nicht ganz so weit…— und die im vergangenen Jahr erlebte Realität unseres Departments sah anders aus: Nach Streichung von Teilen unserer Rücklagen wurde das laufende Personalbudget (dauerhaft) empfindlich gekürzt. Dadurch können u.a. zwei weitere von insgesamt vier in 2007/2008 frei werdenden Professuren z.Zt. nicht wieder besetzt werden — und die Professorenzahl der Informatik wird so (inkl. konkret geplanter Neubesetzungen) in den vergangenen 10 Jahren um ein Drittel gesunken sein. Trotzdem konnte die seit Jahren zu geringe Unterstützung durch wissenschaftliche Mitarbeiter(innen) immer noch nicht auf ein konkurrenzfähiges Niveau gesteigert werden. Dazu kommen 2008 noch die gescheiterten Bleibeverhandlungen mit Koll. Posegga — ein empfindlicher Rückschlag für das gerade wieder aufgebaute, mit sehr viel (Drittmittel-) Unterstützung international anerkannte und für uns in Hamburg so wichtige Themengebiet der „IT-Sicherheit”.
Dabei kehrt sich doch gerade der — deutschland- (sogar im „Informatikjahr”) ebenso wie weltweit zu beobachtende — Rückgang der Informatik-Anfängerzahlen der letzten Jahre (langsam, zunehmend auch konjunkturbedingt) wieder um und eine Reihe von Mitgliedern des Departments ist sehr engagiert dabei, die interessante Vielfalt der Informatik nach außen noch besser deutlich zu machen.
Angesichts solcher Randbedingungen ist es eher überraschend und sicher erfreulich, dass sich trotzdem auf einigen Gebieten unserer Hamburger Universitäts-Informatik auch über positive Entwicklungen (hier nur exemplarisch genannt) berichten lässt:
- Das von der DFG geförderte und von unserem Koll. Zhang koordinierte Graduiertenkolleg „CINACS” hat erfolgreich mit ca. einem Dutzend neuer Kollegiat(inn)en seine Arbeit in Kooperation mit der Tsinghua-Universität in Bejing, China aufgenommen.
- Eine Reihe weiterer Drittmittelprojekte konnte neu begonnen bzw. erfolgreich abgeschlossen werden (Details dazu im Hauptteil dieses Jahresberichtes).
- Die Absolventenzahlen — sowohl bei den Diplomand(inn)en als auch bei den Doktorand(inn)en konnten 2007 gesteigert werden; besonders die Wirtschaftsinformatik erfreut sich auch weiterhin guter Nachfrage.
- Die Umstellung auf neue, interne Organisationsstrukturen ist in Teilen weiter vorangekommen; zu erwähnen sind hier vor allem die neue „Studienkommission” sowie der umgestaltete „IKT-Ausschuss”. Notwendige Umstrukturierungen — vor allem im Bereich der Verwaltung — wurden mit positivem Elan umgesetzt und wir freuen uns, dass wir nach längerer Vakanz wieder einen sehr tatkräftigen und engagierten Planer haben!
- Vor allem durch den — gemeinsam mit den Studierenden vorbereiteten — Einsatz von Studiengebühren konnten u.a. die Prüfungsverwaltung, die IKT-Unterstützung sowie die Bibliotheks- und Büroausstattung verbessert werden.
- Mit einer ganzen Reihe von Aktivitäten haben verschiedene Departmentmitglieder sehr aktiv daran mitgewirkt, die Außendarstellung der Informatik — gerade für potentielle Studieninteressent(inn)en an diversen Schulen und mit eigenen Schüler(innen)veranstaltungen auf unserem Campus zu verbessern.
- Die von SWT ausgerichtete, sehr erfolgreiche und gut besuchte Tagung für „Softwaretechnik” zeigte eindrucksvoll u.a. auch das externe Interesse an unserer Informatik — gerade auch in weiten Teilen der vielfältigen Hamburger Software-Industrie.
- Intern bietet unsere Bibliothek weiterhin ihre Dienste auf gewohnt hohem Niveau an und unser Rechenzentrum kommt mit der laufenden Umstrukturierung der IKT-Dienste (in bewährt guter Kooperation mit dem RRZ) weiter gut voran.
- Und schließlich haben unser Alumni-Verein „HIForum” u.a. eine Reihe interessanter Praxisveranstaltungen mit Ehemaligen durchgeführt und unser Technologie-Transfer-Institut „HITeC” mit vielen interessanten Projekten — vor allem mit der Industrie — die Attraktivität der Hamburger Universitätsinformatik für ganz unterschiedliche externe Partner wieder einmal sehr erfolgreich bewiesen.
Zu danken ist also vor allem für den erfolgreichen Einsatz verschiedener Mitglieder des Departments bei der Erfüllung Ihrer Aufgaben auch in schwierigen Zeiten. Das betrifft natürlich vor allem auch diejenigen, dich sich auch weiterhin für die Lehre — als eine unserer Kernaufgaben — mit großem Engagement eingesetzt haben, ebenso wie auch die stets gute und freundliche („kundenorientierte”) Unterstützung durch unsere kompetente Verwaltung vor Ort. Besonderer Dank gilt zudem unseren 2007 (zumindest formell) aus Altersgründen ausgeschiedenen Kollegen Rolf und von Hahn für ihren langjährigen Einsatz sowie (stellvertretend für viele) auch Frau Tewes (die zuletzt im Prüfungsamt sehr aktiv war) und Herrn Janjuah (dem sehr langjährigen Mitarbeiter des RZ) sowie auch allen anderen 2007 Ausgeschiedenen.
Dennoch aber gibt es auch weiterhin viel zu tun — dazu gehört u.a.:
- Zunächst sollten 2008 die beiden laufenden Berufungsverfahren für Professor(inn)en erfolgreich mit der Integration tatkräftiger neuer Kolleg(inn)en für uns enden.
- Schnellstmöglich muss die neu entstandene Lücke in dem für uns (als Fach ebenso wie als Hamburger Standort) wichtigen Bereich der „IT-Sicherheit” geschlossen werden.
- Zur Gewinnung von Studienanfänger(inne)n sind eigenen Aktivitäten ebenso wie eine professionelle Unterstützung durch Universität und Fakultät weiterhin sehr wichtig.
- In diesem Rahmen ist vor allem für uns 2008 der neue Master-Studiengang in Informatik (und zukünftig auch weitere) von besonderer Bedeutung — im einer Universität (!) angemessenen zahlenmäßigen Verhältnis zur notwendigen Bachelor-Ausbildung.
- Universitätsintern müssen kooperative Prozesse noch besser eingespielt und damit effizienter laufen lernen.
Damit all dieses gelingen kann, benötigt die Informatik aber — kontinuierlich und planbar — eine verlässliche Unterstützung, die einem so wichtigen Fach und seiner Bedeutung für die Hamburger Region ebenso wie gesamtgesellschaftlich entspricht. Das umfasst auch eine klare Perspektive für eine lebensfähige Informatik innerhalb dieser Universität!
All das wünsche ich der Informatik und meinem Amtsnachfolger ebenso wie allen Mitgliedern des Departments als Grundlage für den bestmöglichen gemeinsamen Erfolg und ihrer jeweiligen Arbeit daran.
Mit freundlichen Grüßen — im März 2008,
Prof. Dr. W. Lamersdorf
(Leiter Department Informatik)
PS: Gute Wünsche auch unserem Kollegen Stiehl für sein neues Amt als Vizepräsident!