Jahresbericht 2008 - Informatik UniHH
Vorwort - FBE-Übersicht - Teilberichte
Zentrum für
Architektur und Gestaltung von IT-Systemen
(AGIS)
Arbeitsbereich Angewandte und Sozialorientierte Informatik (ASI)
Der Arbeitsbereich „Angewandte und sozialorientierte Informatik“ (ASI) hat sich unter dem Leitbild der sozialverträglichen Gestaltung von Informatiksystemen und -anwendungen die folgenden Aufgaben gestellt:
- Theorie- und Modellbildung in spezifischen Bereichen der Angewandten Informatik;
- Verknüpfung von ausgewählten Anwendungsbereichen mit Methoden, Modellen und Theorien;
- Interdisziplinäre Modellentwicklung für Informatiksysteme in Organisationen und globalen Gesellschaften.
Arbeitsgruppe Informationstechnikgestaltung und Genderperspektive (ITG)
Die Arbeitsgruppe besitzt zwei Schwerpunkte. Der erste
widmet sich Genderaspekten bei der Informationstechnikgestaltung und der
Aneignung informatischen Wissens. Der zweite befasst sich mit verzahnter
Software- und Organisationsentwicklung bei der Entwicklung und Einführung von
Informationssystemen in Unternehmen und bei Aufgaben der IT-Governance.
Der Schwerpunkt Genderperspektive der
Arbeitsgruppe ITG untersucht zum einen das gängige Bild der Informatik, seine
Entstehung und Reproduktion sowie seine Auswirkungen auf die Studien- und
Berufswahl junger Frauen und Männer, zum anderen genderbezogene Auswirkungen
von Design-Entscheidungen bei der Entwicklung von Informatikprodukten. Eine
wesentliche Aktivität im Bereich Genderperspektive war in diesem Jahr die Durchführung
von Fortbildungen für Informatiklehrerinnen und -lehrer zu Unterrichtseinheiten,
welche bei ITG entwickelt und inzwischen in verschiedenen Kontexten wie Schulprojektwochen
in der Sekundarstufe I, Girls’ Day und Schnupperstudium erprobt worden sind.
Der Schwerpunkt Software- und Organisationsentwicklung
betont die Kommunikation zwischen Fachbereichen und IT sowohl im Rahmen von
Entwicklungs- und Einführungsprojekten von Anwendungssystemen als auch von
IT-Governance-Aufgaben. Hierzu stellen wir Modellierungsansätze bereit, die in
erweiterten Vorgehensmodellen mit neu einzuführenden Prozessen eingesetzt
werden.
Im Bereich Systementwicklung konzentriert sich Arbeit auf
geeignete Ansätze zur Kooperationsmodellierung. Die übliche Anforderungsanalyse
ist hierbei durch Anforderungsdesign zu ersetzen, das nur gemeinsam, d.h.
zwischen Vertretern der Fachlichkeit und der Informatik, erfolgen kann. Hierbei
sind in explizit zu machenden Designschritten Alternativen zu kommunizieren, um
Entscheidungen vorzubereiten.
Im Bereich IT-Governance liegt der Schwerpunkt auf dem
IT-Projektportfoliomanagement (PPM), das als Umsetzungsinstrument der
IT-Strategie zentrale Bedeutung erlangt. Entscheidend ist ein architekturbasiertes
PPM, bei dem die inhaltlichen Abhängigkeiten zwischen Projekten in den
Zuschnitt des Portfolios und der Projekte einbezogen und Bearbeitungszustände
transparent gemacht werden. Hierzu verfolgen wir Visualisierungsansätze im
Sinne der Softwarekartographie. Unser Ansatz bietet Modellierungen des
Portfolios auf unterschiedlichen Abstraktionsebenen und Kartengründen. Diese
werden in Zusammenarbeit mit Unternehmen entwickelt.
Arbeitsbereich Softwaretechnik (SWT)
Der Arbeitsbereich Softwaretechnik vertritt einen anwendungsnahen und menschenzentrierten Ansatz und befasst
sich primär mit Entwurf und Konstruktion, Auswahl, Einsatz und Weiterentwicklung
von interaktiver Software zur Unterstützung von qualifizierten Aufgaben in
Wirtschaft und Verwaltung. Dabei kommt dem objektorientierten Paradigma eine
besondere Bedeutung zu.
Im Mittelpunkt steht das Anliegen, qualitativ hochwertige
Software so zu entwickeln, dass sie praxisgerecht, verständlich und handhabbar
zur technischen und methodischen Unterstützung von Arbeitsprozessen eingesetzt
werden kann. Der Arbeitsbereich geht davon aus, dass dies nur mit einem
erweiterten Blick auf die organisatorische und soziale Einbettung von
Softwaresystemen in ihrem Einsatzumfeld gewährleistet werden kann.
Zentrum für Intelligente Systeme und Robotik
Arbeitsbereich Kognitive Systeme (KOGS)
und Labor für Künstliche Intelligenz (LKI)
Der Arbeitsbereich Kognitive Systeme (AB KOGS) besteht
seit Beginn der Informatik an der Universität Hamburg im Jahre 1971. Zu seinem
ursprünglichen Arbeitsschwerpunkt in der Bildverarbeitung sind im Laufe der
Jahre weitere Arbeitsschwerpunkte aus der Künstlichen Intelligenz
hinzugetreten. Die universitären Stellen des Arbeitsbereichs (im
Berichtszeitraum 3 Professuren, 1 wissenschaftlicher Mitarbeiter, 1 Techniker,
1 fremdsprachliche Angestellte) decken nur einen Teil der Aktivitäten ab; ein
größerer Teil wird durch Drittmittelprojekte finanziert.
Das wissenschaftliche Programm
des Arbeitsbereichs zielt darauf ab, den Bogen von theoretischen Grundlagen bis
hin zu Anwendungsentwicklungen zu spannen. Dazu besteht eine enge
Zusammenarbeit mit dem Labor für Künstliche Intelligenz (LKI) des Fachbereiches
Informatik.
Das LKI ist ein 1988 gegründetes Kompetenzzentrum für Anwendungen der Künstlichen Intelligenz. Mit dem Ziel des Technologietransfers bietet das LKI Forschung und Entwicklung in Kooperation mit Unternehmen sowie Ausbildung und Beratung für zahlreiche Einsatzfelder an. Das LKI greift dabei auf langjährige Erfahrungen mit industriellen Anwendungen sowie erfolgreiche Forschungen in einem breiten Methodenspektrum zurück, u.a. Modellierung und Simulation technischer Anlagen, rechnergestützte Diagnose und Konfigurierung, Falldatenauswertung, Informations- und Wissensmanagement, Zeichnungsanalyse und Bildverarbeitung. Die Arbeiten finden in Kooperation mit dem Projektbereich "Intelligente Systeme" des Hamburger Informatik Technologie-Centers HITeC statt, und einige der Projekte werden auch über HITeC abgewickelt.
Arbeitsbereich Natürlichsprachliche Systeme (NatS)
Ziel der Forschungsarbeiten im Arbeitsbereich NatS ist
der Entwurf und die prototypische Realisierung komplexer sprachverarbeitender
Systeme mit dem Schwerpunkt auf schriftlich realisierter Sprache (language) bis
hin zur kommunikativen Bewertung. Vor dem Hintergrund unterschiedlicher Anwendungsbeispiele
werden Voraussetzungen und Lösungsansätze für die Einbeziehung der jeweils
relevanten sprachlichen Ebenen in den Verarbeitungsprozess untersucht, wobei
auf integrative Systemarchitekturen besonderer Wert gelegt wird. Daneben werden
Fragen der maschinellen Übersetzung und Bedingungen mehrsprachiger Systeme
theoretisch untersucht und prototypisch implementiert.
Zum 1.10.2007 hat der langjährige Arbeitsbereichsleiter,
Prof. Dr. Walther von Hahn, seinen Ruhestand angetreten. In diesem Zusammenhang
wurde der Arbeitsbereich formal aufgelöst. Die laufenden Forschungsarbeiten
werden jedoch weiterhin fortgeführt.
Arbeitsbereich Technische Aspekte Multimodaler Systeme (TAMS)
Der Arbeitsbereich Technische Aspekte multimodaler Systeme (TAMS) unter der Leitung von Prof. Dr. Jianwei Zhang hat die allgemeine Zielsetzung, wissenschaftliche Methoden zu entwickeln, die aus vielfältigen Kanälen wie maschinellem Sehen, aus Sprache, Klang oder Tastsinn und durch aktive robotische Bewegungen und Manipulation Informationen gewinnen. Diese Methoden sollen auf integrierten Echtzeitsystemen angewandt und evaluiert werden. Die Forschungsschwerpunkte umfassen multimodale Informationsverarbeitung, effiziente Kodierung und Übertragung von Audio-Videodaten, sensorgestützte Manipulation, kognitive Robotik, robotisches Lernen, kognitive E-Learning Systeme, Mensch-Maschine-Interaktion und den Bereich des VLSI Entwurfs. Die Anwendungsbereiche sind Service-Roboter, intelligente Sensoren, aktive Medien und hochentwickelte Nano-Manipulationsplattformen. Schon in den vergangenen Jahren hatte sich bei uns ein Wandel vollzogen von der einfachen Trennung zwischen Hardware und Software hin zur Systemsicht, bei der die Aufgabenstellung im Vordergrund steht, während die Trennung in Hard- und Softwareanteile ein Teil des Systementwurfsprozesses wurde. Sensorik erfordert generell hohe Datenverarbeitungsleistung, wie z.B. im Fall einer Smart-Kamera. Hier kommt dem Arbeitsbereich die lange Mitgliedschaft im Projekt EUROPRACTICE zugute sowie auch die Erfahrung im Bereich der digitalen Signalverarbeitung.
Arbeitsbereich Wissens- und Sprachverarbeitung (WSV)
Der Arbeitsbereich ”Wissens- und Sprachverarbeitung” untersucht höhere kognitive Prozesse wie Sprachverstehen und Sprachproduktion, Schlussfolgern und Problemlösen, Wissenserwerb und Lernen unter einer interdisziplinären Perspektive. Bei der Erforschung derartiger Prozesse werden die Methoden der Informatik/Künstlichen Intelligenz durch Methoden und Erkenntnisse der Sprachwissenschaft, Psychologie und Logik ergänzt; Ziel der Forschung ist die Entwicklung formaler Modelle kognitiver Leistungen, deren Überprüfung durch Simulationssysteme und die Konzeption und Realisierung von intelligenten Systemen auf kognitionswissenschaftlicher Basis.
Graduiertenkolleg
Cross-modal Interaction in Natural and Artificial Cognitive Systems (CINACS)
The International Graduate College
CINACS is carried out jointly by the departments of Informatics, the University
Medical Center Hamburg-Eppendorf and the department of Psychology of the
University of Hamburg, as well as by the University of Tsinghua in Beijing,
China. The following groups of the department of Informatics are involved: the
TAMS group (as coordinators) as well as the groups NATS and WSV.
The following, except in the general
introduction to CINACS, refers to the CINACS-relevant activities of the members
of the department of Informatics.
Within this international graduate
college the principles of cross-modal interactions in natural and cognitive
systems are investigated to implement them in artificial systems. Research
primarily considers three sensory systems (vision, hearing and haptics) and
their interactions. Multisensory interaction in natural systems is studied
using behavioural, electrophysiological and neuroimaging techniques. Different
paradigms including cross-modal association learning, sensorimotor control,
cross-modal illusions and multisensory language perception is used to uncover
the principles of multisensory processes and multimodal representation.
The research program aims at
understanding the biological mechanisms of cross-modal processing and its role
in perception and behavioural control. Furthermore, our goal is to design
models, implement algorithms and architectures for more robust artificial
multimodal systems which can function like natural systems.
The members of the department of
Informatics are carrying out research in the subject areas „Development of grounded
multimodal memory in robots“, „High-level information fusion for speech and
language“ and „Interaction of representational modalities in communication“.
Zentrum für Verteilte Informationesysteme und Kommunikationssysteme
Arbeitsbereich Sicherheit in Verteilten Systemen (SVS)
Der Arbeitsbereich Sicherheit in Verteilten Systemen
wurde im Dezember 2003 gegründet; der vorliegende Bericht skizziert somit die
Entwicklungen im fünften Jahr des Arbeitsbereiches. Dieses Jahr ist durch den
Weggang von Prof. Posegga, einem Ruf der Universität Passau folgend, zum 1.
April 2008 gekennzeichnet. In der Folge beendeten auch die Mehrzahl der
wissenschaftlichen Mitarbeiter ihre Tätigkeiten im Arbeitsbereich, so dass vor
allem die bestehenden Projekte beendet und abgewickelt wurden. Des weiteren
wurde durch die Unterstützung der verbleibenden wissenschaftlichen Mitarbeitern
sowie des Einsatzes von Prof. Dr. Klaus Brunnstein die Lehre während des
Sommersemesters 2008 aufrecht erhalten.
Seit dem 1. Oktober 2008 wird die Lehre durch eine
Vertretungsprofessur, befristet bis zum 30. September 2009, sichergestellt.
Eine Ausschreibung der vakanten Professur wird vorbereitet.
Bisheriger Forschungsschwerpunkt des Arbeitsbereiches war
die anwendungsorientierte Sicherheit im Umfeld verteilter Systeme. Das
Sicherheitslabor diente als Plattform und Infrastruktur für Forschungsarbeiten
und Lehrveranstaltungen. Das Labor ist seit 2006 vollständig etabliert. Dazu
wurde ein DFG-Antrag aus dem WAP-Programm im Volumen ca. 150 T€ gestellt, der
Mitte 2005 genehmigt und 2006 in entsprechende Beschaffungen umgesetzt wurde;
die Komponenten sind im Berichtszeitraum installiert und in Betrieb genommen
worden.
Im Bereich der Lehre wurden 2008 drei Vorlesungen
erfolgreich abgeschlossen: „GSS“, „VIS“ und „Sicherheit in Mobilen und
Ubiquitären Systemen“. Weiterhin wurden zwei Projekte (Software- und
Netzwerksicherheit) und ein Praktika im Rahmen des Sicherheitslabors
abgehalten, in dem Studierenden praktische Kenntnisse von
Sicherheitstechnologie vermittelt werden. Die Veranstaltungen waren sehr gut
besucht. Bedingt durch den veränderten Betreuungsschlüssel werden die Veranstaltungen
im Sicherheitslabor mit einer im Verhältnis zu den Vorjahren geringeren
Studentenzahl als in den Vorjahren durchgeführt und es konnten regelmäßig nicht
alle Wünsche berücksichtigt werden.
Im internationalen Wissenschaftsbetrieb ist der Arbeitsbereich
nach wie vor gut eingebunden und z.B. in mehreren Programmkomitees renommierter
Sicherheits-Konferenzen vertreten.
Auch die sehr gute Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl
„Sicherheit in verteilten Anwendungen“ der TUHH (Prof. Gollmann) wurde 2008 erfolgreich
fortgesetzt, da Dr. Kossakowski bereits seit 2007 Lehraufträge an der TUHH
erfüllt hat und daher z.B. auch die Durchführung gemeinsamer Lehrveranstaltung
(Oberseminar) leicht fällt. Diese Zusammenarbeit soll 2009 weitergeführt
werden.
Arbeitsbereich Theoretische Grundlagen der Informatik (TGI)
Die schnelle technologische Entwicklung und der zunehmende Einsatz von Informatiksystemen machen theoretische Studien und Grundlagenforschung immer notwendiger. Ein wichtiger Schwerpunkt des Arbeitsbereichs TGI ist daher die Untersuchung von komplexen Systemen auf der Grundlage formaler Modelle. Dabei stehen folgende Problemkreise im Vordergrund: korrekte Darstellung (Syntax), inhaltliche Korrektheit (Semantik), Erfüllung von Spezifikationen (Verifikation), effiziente Realisierung (Komplexität). Der Arbeitsbereich ist darüber hinaus an der nichtformalen Informatik-Grundlagenforschung beteiligt (Selbstverständnis, erkenntnistheoretische und philosophische Bezüge, Auswirkungen von Problemen der Softwarekorrektheit, Informatikgrundlagen für Soziologieanwendungen).
Arbeitsgruppe Telekommunikation und Rechnernetze (TKRN)
Die Arbeitsgruppe Telekommunikation und Rechnernetze arbeitet an Fragestellungen zu Netzarchitekturen, der Konzipierung und effizienten Realisierung innovativer Protokolle (“Protocol Engineering“) sowie der Leistungs-/Zuverlässigkeitsanalyse, der Verkehrscharakterisierung bzw. -beeinflussung (“Traffic Engineering“) und dem Dienstgüte (QoS)-Management für Kommunikations- und Rechnernetze. Der Bereich der betrachteten Kommunikations- und Rechensysteme umfasst in erster Linie heterogene, sowohl lokale, regionale als auch globale Rechnernetze (u.a. Internet, Mobilnetze) und reicht bis hin zu innovativen Rechnerarchitekturen (u.a. Parallelrechner). Die methodischen Grundlagen der Forschungsaktivitäten betreffen insbesondere Verfahren zur mathematisch-analytischen und simulativen Bewertung von Rechnernetzen und den durch sie bereitgestellten anwendungsorientierten Diensten, Verfahren zur Parallelisierung und zur effizienten Implementierung von Kommunikationssoftware sowie die Entwicklung und den Einsatz von Mess-, Lastgenerierungs-, Lasttransformations- und Netzemulationswerkzeugen. Die Entwurfs-, Analyse- und Optimierungsverfahren werden erprobt und weiterentwickelt bei der prototypischen Realisierung von Hochleistungsnetzen und von IP-basierten Rechnernetzen mit realzeitorientierten Kommunikationsdiensten sowie deren Nutzung zur Unterstützung verteilter multimedialer Anwendungen (insbesondere im Anwendungskontext E-Learning / Telelearning) mit Fokus auf qualitativ hochwertiger Audio-/Video- und Mobilkommunikation.
Arbeitsbereich Verteilte Systeme und Informationssysteme (VSIS)
VSIS umfasst zwei Teilgruppen, die jeweils eigenständig
auf unterschiedlichen aber thematisch verwandten Themengebieten forschen und
lehren: dem der „Verteilten Systeme“ (VS), geleitet von Prof. Dr. W. Lamersdorf,
sowie dem der „Datenbanken und Informationssysteme“ (IS), geleitet von Prof.
Dr. N. Ritter.
Dabei werden im Bereich VS schwerpunktmäßig die
Konzeption, prototypische Implementierung sowie der Einsatz und die Anwendung
von Systemsoftware zur Unterstützung offener verteilter Anwendungen betrachtet;
der Bereich IS beschäftigt sich vorrangig mit Entwurfs-, Konzeptions- und
Implementierungsfragen von Informations-, Datenbank- und
Datenbankverwaltungssystemen – speziell Modellierungs-, Architektur- und
Realisierungskonzepten zur Unterstützung der Datenverwaltung in komplexen
Anwendungsbereichen.
Da die Komplexität aktueller Anwendungen beider
Teilbereiche im Wesentlichen auf Probleme der Heterogenität und Verteilung
zurückzuführen ist, ergänzen sich beide Teilbereiche gegenseitig und greifen
thematisch ineinander. Exemplarische gemeinsame Arbeitsgebiete sind aktuelle
Systemtechnologien wie z.B. Service Oriented Architectures (SOA) bzw. Web-Services.
Dies umfasst auch die Beschäftigung mit verschiedenen Arten von (verteilten
Geschäfts-) Prozessen (Workflows)und verschiedenste Aspekte des GRID
Computing auf der Grundlage der immer leistungsfähigeren und weiter
verbreiteten Informations- und Kommunikationstechnologien, wie z.B. der des Internets.
Weitere Einrichtungen
Arbeitsbereich Technische Informatiksysteme (TIS)
Technische Informatiksysteme bilden einen der Grundpfeiler der so genannten Informationstechnologie, einer der Schlüsseltechnologien unserer modernen Gesellschaft. Die Hauptaufgaben des Arbeitsbereichs Technische Informatiksysteme liegen damit primär in der Entwicklung formaler, maschinell durchführbarer Verfahren zur Lösung informationstechnischer Probleme, die häufig als Teilprobleme komplexer Kommunikations- und/oder Organisationsstrukturen im Rahmen heterogener Systemumgebungen auftreten, und so die methodischen Grundlagen zur systematischen Verarbeitung heterogener Informationen mittels digitaler Systeme ermöglichen. Technische Informatiksysteme repräsentieren in diesem Sinne eine Synthese aus mathematischer Methodik und ingenieurwissenschaftlicher Gegenständlichkeit, realisiert im jeweiligen technischen Konstrukt. So gesehen stellen Technische Informatiksysteme eine Strukturwissenschaft der Informationstechnologie dar die sich auszeichnet durch
- Abstraktheit mit vielen Abstraktionsniveaus,
- Präzision und logische Strenge,
- Quantitative und qualitative Aussagen,
- Universelle Anwendungsmöglichkeit,
- Prozesse automatisiert bzw. optimal geführt werden sollen und können,
- komplexe Projekte zu planen, zu steuern, zu überwachen und letztendlich zu führen sind,
- inter- bzw. multimodaler Transport (und Logistik) einen verbesserten Entwurf der Transportsysteme – aber auch der Transportketten – erwarten lässt, da so die Optimierungspotenziale der Modalitäten der verschiedenen Teilsysteme im Gesamtzusammenhang untersucht und zu einem globalen Optimum – auch im Kontext verbesserter Umweltverträglichkeit – geführt werden können,
- in der medizinischen Diagnostik durch verbesserte technische Lösungen ein mehr an Sicherheit und Qualität erreicht werden kann,
- im Bereich der Nanotechnologie an den Grundlagen der Rechnerarchitekturen der Zukunft gearbeitet wird, beispielsweise durch mikromagnetische Simulation, wodurch die Dynamik der Magnetisierung von Nanostrukturen in hochfrequenten Magnetfeldern und in Anwesenheit hochfrequenter spinpolarisierter Ströme untersucht und interpretiert werden kann,
- durch Weiterentwicklung der Methodenvielfalt des e-Learning einerseits neue Nutzer einbezogen und andererseits neue Anwendungen eröffnet werden können.
Der Arbeitsbereich Technische Informatiksysteme arbeitet damit einerseits an Antworten auf die im Zuge der Globalisierung drängenden Problemstellungen mit ihren Auswirkungen auf die Industrie-, die Hochschullandschaft und die Zivilgesellschaft, andererseits an innovativen Themen der Grundlagenforschung. Per se ist die Globalisierung durch den überdurchschnittlich starken Einsatz moderner Informationstechniken gekennzeichnet. Um den daraus resultierenden Anforderungen zu genügen, hat sich der Arbeitsbereich Technische Informatiksysteme in seiner fachlichen Ausrichtung als zuverlässiger methodischer und anwendungsorientierter Partner sowohl im nationalen als auch im europäischen und internationalen Rahmen positioniert, in dem Grundlagenforschung und erste prototypische Umsetzungen neu entwickelter Modelle, Methoden, Verfahren, Komponenten, etc., im Zusammenspiel mit Wissenschaft und Wirtschaft, ihren gemeinsamen Platz haben.
Die fachliche Ausrichtung der Forschungsgebiete des Arbeitsbereiches Technische Informatiksysteme liegen dabei, wie bereits dargestellt, auf der methodischen und anwendungsorientierten Forschung und Entwicklung von Informatikmethoden und deren Umsetzung in unterschiedlichen Forschungsschwerpunkten.
Informatik-Bibliothek
Die Bibliothek des Departments Informatik ist das
wissenschaftliche Literatur- und Informationszentrum für das Department
Informatik. Sie ist kompetenter Partner von Studierenden, wissenschaftlichen
MitarbeiterInnen und ProfessorInnen des Departments für schnelle, aktuelle
Informationsversorgung. Sie unterstützt das Department in seinem Anspruch nach
qualitativ guten Studien-, Lehr-, und Forschungs-bedingungen.
Die Bibliothek beschafft, erschließt und vermittelt
Literatur und Information, die das Department in Forschung, Lehre und Studium
wirksam unterstützen. Dabei kooperiert sie mit Bibliotheken vor Ort und
überregional. Die Bibliothek bietet einen modernen Literatur- und Medienbestand
sowohl in konventioneller als auch in elektronischer Form.
Der gesamte Bestand der Bibliothek ist recherchierbar.
Alle Neuanschaffungen werden ausgestellt und in elektronischen
Neuerwerbungslisten angezeigt.
Die Arbeit mit verschiedenen Katalogen und Datenbanken
sowie die Entwicklung erfolgversprechender Suchstrategien ist komplex und
erfordert gezielte Einstiegshilfen. Deshalb werden neue Informationsangebote
stetig auf- und ausgebaut. Die Bibliothek fördert durch regelmäßige Schulungen
die Informationskompetenz ihrer Benutzer, also die Fähigkeit zur Auswahl,
Nutzung und kritischen Bewertung von Literatur. Benutzerschulung und die
Förderung von Informationskompetenz haben deshalb einen hohen Stellenwert in
der Bibliotheksarbeit.
Die Besucher der Bibliothek haben über die in den
Bibliotheksräumen aufgestellten PCs Zugang zum Internet. Sie haben die
Möglichkeit, in zahlreichen Bibliothekskatalogen und elektronischen Datenbanken
zu recherchieren sowie auf elektronische Zeitschriften zuzugreifen Darüber
hinaus bietet die Website der Bibliothek eine Auswahl relevanter
Informationsquellen verschiedener Art an, z.B. Links zu anderen wichtigen
Bibliotheken und Datenbanken, sowie Sammlungen von elektronisch verfügbaren
Dokumenten. Diese Seiten werden redaktionell und technisch von den Bibliothekarinnen
betreut.
Jahresbericht Bibliothek (PDF)
Informatik-Rechenzentrum
Das Informatik-Rechenzentrum (RZ) betreibt einen Verbund aus zentralen Servern und Workstations unter den Betriebssystemen Solaris, Windows Server, Linux sowie PCs unter Windows XP, Linux und Mac-OS für Grundstudiumsausbildung, Projekte, Studien- und Diplomarbeiten im Hauptstudium sowie entsprechende Arbeiten und Veranstaltungen im Bachelor- und Masterstudium. Die zentralen Rechner werden außerdem für die Forschung und Lehre von Departmentmitgliedern und Doktoranden verwendet, soweit diese nicht arbeitsbereichseigene Rechner nutzen. Darüber hinaus trägt das Informatik-Rechenzentrum die Verantwortung für die Funktionalität und den weiteren Ausbau des Departmentrechnernetzes in Kooperation mit dem RRZ.
Jahresbericht Rechenzentrum (PDF)
UmweltTeam (UT)
Zielsetzung des UmweltTeams ist die Berücksichtigung von Umweltgesichtspunkten in allen Aktivitäten des Department Informatik sowie die Verbindung von Umweltmanagement und Organisationsentwicklung. Umweltmanagement kann kaum von oben nach unten angeordnet werden. Deshalb soll nicht eine Expertengruppe die Geschäftsprozesse und Umweltwirkungen analysieren und Verbesserungen vorschlagen, sondern
- die Hochschulangehörigen sollten selbst ihre Wahrnehmung der Umweltbeeinträchtigung ihrer Handlungen einbringen,
- diese mit Hilfe von gemessenen Vergleichsdaten und weiteren, aufbereiteten Informationen bewerten,
- daraus Handlungsoptionen, Verhaltensänderungen und Maßnahmen ableiten und
- diese auf ihre Wirksamkeit hin überprüfen.
Jahresbericht Umweltteam (PDF)
Angegliederte Vereine
HIForum - Hamburger Informatik-Forum e.V.
Das Hamburger Informatik-Forum e.V. (Kurz HIForum -
sprich wie "High Forum") wurde am 08. Juli 1998 als Alumni-Verein des
Fachbereichs Informatik von 24 Mitgliedern gegründet. Es hat sich in der
Zwischenzeit zu einer Institution der neuen Departmentkultur entwickelt.
Zweck des Vereins ist die Förderung der
Wissenschaft Informatik am Department Informatik der Universität Hamburg. Seine
Ziele sind insbesondere:
- Intensivierung der Verzahnung von Forschung und wissenschaftlicher Ausbildung mit der Praxis
- Förderung des wissenschaftlichen Gedankenaustausches, insbesondere zwischen den ehemaligen Mitgliedern des Departments Informatik, den gegenwärtigen Mitgliedern und den Partnern in Industrie, Wirtschaft und Wissenschaft
- Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses
- Förderung des Departments Informatik durch Sammlung von Spenden.
HITeC - Hamburger Informatik Technologie-Center e.V.
HITeC ist das Forschungs- und Technologietransferzentrum
des Departments Informatik der Universität Hamburg (ehemals Fachbereich
Informatik). Aufgrund seines unabhängigen Status bietet HITeC flexible und professionelle
Kooperationsmöglichkeiten. HITeC-Lösungen setzen auf neuesten Forschungsergebnissen
auf und verschaffen Vorteile durch überlegene Technologien.
HITeC ist ein eingetragener, gemeinnütziger Verein, der
von Mitgliedern des Departments (ehemals Fachbereich) Informatik der
Universität Hamburg getragen wird. Der Verein ist über einen
Kooperationsvertrag mit der Universität Hamburg verbunden.