Jahresbericht 2010 - Informatik UniHH
Vorwort - FBE-Übersicht - Teilberichte
Zentrum für
Architektur und Gestaltung von IT-Systemen
(AGIS)
Arbeitsbereich Angewandte und Sozialorientierte Informatik (ASI)
Der Arbeitsbereich "Angewandte und sozialorientierte Informatik" (ASI) hat sich unter dem Leitbild der sozialverträglichen Gestaltung von Informatiksystemen und -anwendungen die folgenden Aufgaben gestellt:
- Theorie- und Modellbildung in spezifischen Bereichen der Angewandten Informatik;
- Verknüpfung von ausgewählten Anwendungsbereichen mit Methoden, Modellen und Theorien;
- Interdisziplinäre Modellentwicklung für Informatiksysteme in Organisationen und globalen Gesellschaften.
Durch Aufbau einer Juniorprofessur werden innovative Interaktionstechnologien und Anwendungen im Bereich interaktive Medien / virtuelle Umgebungen verfolgt.
Arbeitsgruppe Informationstechnikgestaltung und Genderperspektive (ITG)
Die Arbeitsgruppe besitzt zwei Schwerpunkte. Der erste widmet sich Genderaspekten bei der Informationstechnikgestaltung und der Aneignung informatischen Wissens. Der zweite befasst sich mit verzahnter Software- und Organisationsentwicklung bei der Entwicklung und Einführung von Informationssystemen in Unternehmen und bei Aufgaben der IT-Governance.
Der Schwerpunkt Genderperspektive der Arbeitsgruppe ITG untersucht zum einen das gängige Bild der Informatik, seine Entstehung und Reproduktion sowie seine Auswirkungen auf die Studien- und Berufswahl junger Frauen und Männer, zum anderen genderbezogene Auswirkungen von Design-Entscheidungen bei der Entwicklung von Informatikprodukten. Eine wesentliche Aktivität im Bereich Genderperspektive war in diesem Jahr die Durchführung von Fortbildungen für Informatiklehrerinnen und -lehrer zu Unterrichtseinheiten, welche bei ITG entwickelt und inzwischen in verschiedenen Kontexten wie Schulprojektwochen in der Sekundarstufe I, Girls' Day und Schnupperstudium erprobt worden sind.
Der Schwerpunkt Software- und Organisationsentwicklung betont die Kommunikation zwischen Fachbereichen und IT sowohl im Rahmen von Entwicklungs- und Einführungsprojekten von Anwendungssystemen als auch von IT-Governance-Aufgaben. Hierzu stellen wir Modellierungsansätze bereit, die in erweiterten Vorgehensmodellen mit neu einzuführenden Prozessen eingesetzt werden.
Arbeitsbereich IT-Management und -Consulting (ITMC)
Sozio-technische Dienstleistungssysteme werden in Wirtschaft und Gesellschaft immer wichtiger und ein Treiber für Innovation, Wachstum und Beschäftigung. Die Beispiele dafür sind vielfältig: innnovative Versorgungsformen in der Gesundheitswirtschaft, wirtschaftliche Betreibermodelle in der IT-Branche, oder hochwertiger Kundendienst im Bereich der Finanzdienstleistung. Gemeinsam ist diesen Beispielen, dass die Innovation bei soziotechnischen Dienstleistungssystemen durch Informations- und Kommunikations-technologien (IKT) massiv beschleunigt wird und IKT die Intensität des Wettbewerbs verstärkt.
IKT bewirkt vor allem eine Änderung der starren Rollenverteilungen von Leistungsgebern und -nehmern. An ihre Stelle tritt eine interaktive Wertschöpfung, in der durch IKT sowohl die Individualisierung von Leistungen als auch deren industrielle Entwicklung und Erstellung zunehmen. All dies ist ohne eine konsequente Gewinnung und Verwertung von Informationen undenkbar. Die Digitalisierung von Produkten und Prozessen wird damit zu einem zentralen Treiber der Veränderung hin zu serviceorientierten Formen der Wertschöpfung.
Ziel der Forschung ist es, in drei Schwerpunkten zu der Entwicklung, dem Betrieb und der Verbesserung komplexer soziotechnischer Dienstleistungssysteme beizutragen. Dabei werden sowohl Zugänge und Methoden der Betriebswirtschaft als auch der Wirtschaftsinformatik gewählt. Die Schwerpunkte der Forschung: Service Governance, Service Engineering und e-Service Innovation.
Arbeitsbereich Softwaretechnik (SWT)
Der Arbeitsbereich Softwaretechnik vertritt einen anwendungsnahen und menschenzentrierten Ansatz und befasst sich primär mit Entwurf und Konstruktion, Auswahl, Einsatz und Weiterentwicklung von interaktiver Software zur Unterstützung von qualifizierten Aufgaben in Wirtschaft und Verwaltung. Dabei kommt dem objektorientierten Paradigma eine besondere Bedeutung zu.
Im Mittelpunkt steht das Anliegen, qualitativ hochwertige Software so zu entwickeln, dass sie praxisgerecht, verständlich und handhabbar zur technischen und methodischen Unterstützung von Arbeitsprozessen eingesetzt werden kann. Der Arbeitsbereich geht davon aus, dass dies nur mit einem erweiterten Blick auf die organisatorische und soziale Einbettung von Softwaresystemen in ihrem Einsatzumfeld gewährleistet werden kann.
Zentrum für Intelligente Systeme und Robotik
Arbeitsbereich Kognitive Systeme (KOGS)
und Labor für Künstliche Intelligenz (LKI)
Der Arbeitsbereich Kognitive Systeme (AB KOGS) besteht seit Beginn der Informatik an der Universität Hamburg im Jahre 1971. Zu seinem ursprünglichen Arbeitsschwerpunkt in der Bildverarbeitung sind im Laufe der Jahre weitere Arbeitsschwerpunkte aus der Künstlichen Intelligenz hinzugetreten. Die universitären Stellen des Arbeitsbereichs (im Berichtszeitraum 3 Professuren, 2 wissenschaftlicher Mitarbeiter, 1 Techniker, 1 fremdsprachliche Angestellte) decken nur einen Teil der Aktivitäten ab; ein größerer Teil wird durch Drittmittelprojekte finanziert.
Das wissenschaftliche Programm des Arbeitsbereichs zielt darauf ab, den Bogen von theoretischen Grundlagen bis hin zu Anwendungsentwicklungen zu spannen. Dazu besteht eine enge Zusammenarbeit mit dem Labor für Künstliche Intelligenz (LKI) des Fachbereiches Informatik.
Das LKI ist ein 1988 gegründetes Kompetenzzentrum für Anwendungen der Künstlichen Intelligenz. Mit dem Ziel des Technologietransfers bietet das LKI Forschung und Entwicklung in Kooperation mit Unternehmen sowie Ausbildung und Beratung für zahlreiche Einsatzfelder an. Das LKI greift dabei auf langjährige Erfahrungen mit industriellen Anwendungen sowie erfolgreiche Forschungen in einem breiten Methodenspektrum zurück, u.a. Modellierung und Simulation technischer Anlagen, rechnergestützte Diagnose und Konfigurierung, Falldatenauswertung, Informations- und Wissensmanagement, Zeichnungsanalyse und Bildverarbeitung. Die Arbeiten finden in Kooperation mit dem Projektbereich "Intelligente Systeme" des Hamburger Informatik Technologie-Centers HITeC statt, und einige der Projekte werden auch über HITeC abgewickelt.
Arbeitsbereich Natürlichsprachliche Systeme (NatS)
Ziel der Forschungsarbeiten im Arbeitsbereich NatS ist der Entwurf und die prototypische Realisierung komplexer sprachverarbeitender Systeme mit dem Schwerpunkt auf schriftlich realisierter Sprache (language) bis hin zur kommunikativen Bewertung. Vor dem Hintergrund unterschiedlicher Anwendungsbeispiele werden Voraussetzungen und Lösungsansätze für die Einbeziehung der jeweils relevanten sprachlichen Ebenen in den Verarbeitungsprozess untersucht, wobei auf integrative Systemarchitekturen besonderer Wert gelegt wird. Daneben werden Fragen der maschinellen Übersetzung und Bedingungen mehrsprachiger Systeme theoretisch untersucht und prototypisch implementiert.
Arbeitsbereich Technische Aspekte Multimodaler Systeme (TAMS)
Der Arbeitsbereich Technische Aspekte multimodaler Systeme (TAMS) unter der Leitung von Prof. Dr. Jianwei Zhang hat die allgemeine Zielsetzung, wissenschaftliche Methoden zu entwickeln, die aus vielfältigen Kanälen wie maschinellem Sehen, aus Sprache, Klang oder Tastsinn und durch aktive robotische Bewegungen und Manipulation Informationen gewinnen. Diese Methoden sollen auf integrierten Echtzeitsystemen angewandt und evaluiert werden. Die Forschungsschwerpunkte umfassen multimodale Informationsverarbeitung, effiziente Kodierung und Übertragung von Audio-Videodaten, sensorgestützte Manipulation, Service-Robotik, robotisches Lernen, kognitive E-Learning Systeme, Mensch-Maschine-Interaktion und, für die praktische Umsetzung, den Bereich des VLSI Entwurfs. Die Anwendungsbereiche sind Service-Roboter, intelligente Sensoren, aktive Medien und hochentwickelte Nano-Manipulationsplattformen. Schon in den vergangenen Jahren hatte sich bei uns ein Wandel vollzogen von der a priori Separierung zwischen Hardware und Software hin zur Systemsicht, bei der die Aufgabenstellung im Vordergrund steht, während die Partitionierung in Hard- und Softwareanteile ein Teil des Systementwurfsprozesses wurde. Sensorik erfordert generell hohe Datenverarbeitungsleistung, wie z.B. im Fall einer Smart-Kamera. Hier kommt dem Arbeitsbereich die lange Mitgliedschaft im Projekt EUROPRACTICE zugute sowie auch die Erfahrung im Bereich der digitalen Signalverarbeitung.
Arbeitsbereich Wissens- und Sprachverarbeitung (WSV)
Der Arbeitsbereich "Wissens- und Sprachverarbeitung" untersucht höhere kognitive Prozesse wie Sprachverstehen und Sprachproduktion, Schlussfolgern und Problemlösen, Wissenserwerb und Lernen unter einer interdisziplinären Perspektive. Bei der Erforschung derartiger Prozesse werden Methoden der Informatik (insbesondere aus den Bereichen der Künstlichen Intelligenz und der Mensch-Computer Interaktion) durch Methoden und Erkenntnisse der Sprachwissenschaft, Psychologie und Logik ergänzt; Ziel der Forschung ist die Entwicklung formaler Modelle kognitiver Leistungen, deren Überprüfung durch Simulationssysteme sowie die Konzeption und Realisierung von intelligenten Systemen und adäquaten Interfaces für die Mensch-Computer Interaktion auf kognitionswissenschaftlicher Basis.
Arbeitsbereich Wissenstechnoloogie und Wissensmanagement (WTM)
Der Arbeitsbereich und das Team Wissenstechnologie und Wissensmanagement hat im März 2010 die Arbeit in Forschung und Lehre aufgenommen. Eine Professur, sowie 3 wissenschaftliche Mitarbeiter, 1 technischer Angestellter und 1 fremdsprachliche Angestellte sind nun besetzt, sowie 4 weitere Stellen aus neu in Hamburg begonnenen Drittmittelprojekten KSERA und RobotDoc.
Ziele des Arbeitsbereiches sind unter anderem:
- Aufbau eines neuen Bereichs Knowledge Technology auf internationaler Ebene
- Lehre im weiteren Bereich von Intelligenten Systemen (z.B. Bio-inspired Artificial Intelligence, Neural Networks, Data Mining, Hybrid Knowledge Representation, Cognitive Robotics )
- Durchführung von Grundlagenforschung (z.B. Hybrid Knowledge Technology, Interactive Robotics, Neural Networks, Neuroscience-inspired Computing)
- Durchführung von anwendungsorientierter Forschung (z.B. Data Mining, Text Mining, Intelligent Knowledge Management, Decision Support Systems)
Die Beteiligung des Arbeitsbereiches im Graduiertenkolleg "Cross-modal Interaction in Natural and Artificial Cognitive Systems" (CINACS) fördert zusätzlich den Forschungstransfer und eine enge Zusammenarbeit von Arbeitsbereichen der Künstlichen Intelligenz.
Graduiertenkolleg
Cross-modal Interaction in Natural and Artificial Cognitive Systems (CINACS)
The International Graduate College CINACS is carried out jointly by the departments of Informatics, the University Medical Center Hamburg-Eppendorf and the Department of Psychology of the University of Hamburg, as well as by the University of Tsinghua in Beijing, China. The following groups of the Department of Informatics are involved: the TAMS group (as coordinators) as well as the groups NATS, WTM and WSV.
Within this international graduate college the principles of cross-modal interactions in natural and cognitive systems are investigated to implement them in artificial systems. Research primarily considers three sensory systems (vision, hearing and haptics) and their interactions. Multisensory interaction in natural systems is studied using behavioural, electrophysiological and neuroimaging techniques. Different paradigms including cross-modal association learning, sensorimotor control, cross-modal illusions and multisensory language perception is used to uncover the principles of multisensory processes and multimodal representation.
The research program aims at understanding the biological mechanisms of cross-modal processing and its role in perception and behavioural control. Furthermore, our goal is to design models, implement algorithms and architectures for more robust artificial multimodal systems which can function like natural systems.
The members of the Department of Informatics are carrying out research in the subject areas "Development of grounded multimodal memory in robots", "High-level information fusion for speech and language" and "Interaction of representational modalities in communication".
Zentrum für Verteilte Informationesysteme und Kommunikationssysteme
Arbeitsbereich Sicherheit in Verteilten Systemen (SVS)
Der Arbeitsbereich Sicherheit in Verteilten Systemen wurde im Dezember 2003 gegründet; der vorliegende Bericht skizziert somit die Entwicklungen im sechsten Jahr des Arbeitsbereiches. Die im Vorjahr erfolgte Ausschreibung der Nachfolge von Prof. Posegga mündete in einer Berufungsliste, deren Bearbeitung jedoch noch nicht abgeschlossen werden konnte. Deswegen wurde die seit Oktober 2008 bestehende Vertretungsregelung bis zum Ende des Wintersemesters 2010/2011 verlängert. Neue Forschungsprojekte wurden planungsgemäß nicht begonnen, die Arbeit konzentrierte nach der abgeschlossenen Überarbeitung und Neustrukturierung der Lehrinhalte der Master-Veranstaltungen und Bachelor-Vorlesungen auf die Betreuung von schriftlichen Prüfungsarbeiten in der engen Zusammenarbeit mit der TU Hamburg-Harburg und industriellen Partnern, namentlich der DFN-CERT Services GmbH.
Im internationalen Wissenschaftsbetrieb ist der Arbeitsbereich nach wie vor gut eingebunden und z.B. in mehreren Programmkomitees renommierter Sicherheits-Konferenzen vertreten.
Auch die sehr gute Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl "Sicherheit in verteilten Anwendungen" der TUHH (Prof. Gollmann) wurde auch 2010 erfolgreich fortgesetzt, da Dr. Kossakowski bereits seit mehreren Jahren Lehraufträge an der TUHH erfüllt hat und daher z.B. auch die Durchführung gemeinsamer Lehrveranstaltung (Oberseminar) leicht fällt. Diese Zusammenarbeit wird hoffentlich 2011 durch die Besetzung der Nachfolge weitergeführt werden können.
Nicht genug hervorzuheben ist auch die Fortsetzung der Zusammenarbeit mit Herrn Peter Schaar, Bundesbeauftragter für den Datenschutz und die Informationsfreiheit. Seine Gastvorlesung "Datenschutz in der Informationsgesellschaft" fand im Wintersemester 2009/2010 fakultätsübergreifend statt. Auch hier ist eine Fortsetzung der Zusammenarbeit in 2011 wünschenswert.
Arbeitsbereich Theoretische Grundlagen der Informatik (TGI)
Die schnelle technologische Entwicklung und der zunehmende Einsatz von Informatiksystemen machen theoretische Studien und Grundlagenforschung immer notwendiger. Ein wichtiger Schwerpunkt des Arbeitsbereichs TGI ist daher die Untersuchung von komplexen Systemen auf der Grundlage formaler Modelle. Dabei stehen folgende Problemkreise im Vordergrund: korrekte Darstellung (Syntax), inhaltliche Korrektheit (Semantik), Erfüllung von Spezifikationen (Verifikation), effiziente Realisierung (Komplexität). Der Arbeitsbereich ist darüber hinaus an der nichtformalen Informatik-Grundlagenforschung beteiligt (Selbstverständnis, erkenntnistheoretische und philosophische Bezüge, Auswirkungen von Problemen der Softwarekorrektheit, Informatikgrundlagen für Soziologieanwendungen).
Arbeitsgruppe Telekommunikation und Rechnernetze (TKRN)
Die Arbeitsgruppe Telekommunikation und Rechnernetze arbeitet an Fragestellungen zu Netzarchitekturen, der Konzipierung und effizienten Realisierung innovativer Protokolle ("Protocol Engineering") sowie der Leistungs-/Zuverlässigkeitsanalyse, der Verkehrscharakterisierung bzw. -beeinflussung ("Traffic Engineering") und dem Dienstgüte (QoS)-Management für Kommunikations- und Rechnernetze. Der Bereich der betrachteten Kommunikations- und Rechensysteme umfasst in erster Linie heterogene, sowohl lokale, regionale als auch globale Rechnernetze (u.a. Internet, Mobilnetze) und reicht bis hin zu innovativen Rechnerarchitekturen (u.a. Parallelrechner). Die methodischen Grundlagen der Forschungsaktivitäten betreffen insbesondere Verfahren zur mathematisch-analytischen und simulativen Bewertung von Rechnernetzen und den durch sie bereitgestellten anwendungsorientierten Diensten, Verfahren zur effizienten Implementierung von Kommunikationssoftware sowie die Entwicklung und den Einsatz von Mess-, Lastgenerierungs-, Lasttransformations- und Netzemulationswerkzeugen. Die Entwurfs-, Analyse- und Optimierungsverfahren werden erprobt und weiterentwickelt bei der prototypischen Realisierung von Hochleistungsnetzen und von IP-basierten Rechnernetzen mit realzeitorientierten Kommunikationsdiensten sowie deren Nutzung zur Unterstützung verteilter multimedialer Anwendungen (insbesondere in den Anwendungskontexten E-Learning / Telelearning und Verteildienste für Multimedia-Inhalte). Ein besonderer Fokus der gegenwärtigen TKRN-Forschung liegt auf qualitativ hochwertiger Audio-/Videokommunikation (u.a. zur Bereitstellung von IPTV-Diensten) und auf Mobilkommunikation (u.a. in drahtlosen Netzen auf WLAN- und WiMAX-Basis).
Arbeitsbereich Verteilte Systeme und Informationssysteme (VSIS)
VSIS umfasst zwei Teilgruppen, die jeweils eigenständig auf unterschiedlichen aber thematisch verwandten Themengebieten forschen und lehren: dem der "Verteilten Systeme" (VS), geleitet von Prof. Dr. W. Lamersdorf, sowie dem der "Datenbanken und Informationssysteme" (IS), geleitet von Prof. Dr. N. Ritter. Neben seiner Forschungs- und Lehrtätigkeit ist Prof. Dr. Ritter als Prodekan für Studium und Lehre der Fakultät für Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften der Universität Hamburg tätig.
Dabei werden im Bereich VS schwerpunktmäßig die Konzeption, prototypische Implementierung sowie der Einsatz und die Anwendung von Systemsoftware zur Unterstützung offener verteilter Anwendungen betrachtet; der Bereich IS beschäftigt sich vorrangig mit Modellierungs-, Architektur- und Realisierungskonzepten für das Datenmanagement in komplexen Softwaresystemen und Anwendungsbereichen.
Da die Komplexität aktueller Anwendungen beider Teilbereiche im Wesentlichen auf Probleme der Heterogenität, Verteilung und Komplexität zurückzuführen ist, ergänzen sich beide Teilbereiche gegenseitig und greifen thematisch ineinander. Exemplarische gemeinsame Arbeitsgebiete sind aktuelle Systemtechnologien wie z.B. Service Oriented Architectures (SOA) bzw. Web-Services. Dies umfasst auch die Beschäftigung mit verschiedenen Arten von (verteilten Geschäfts-) Prozessen (Workflows) und verschiedene Aspekte des GRID Computing auf der Grundlage der immer leistungsfähigeren und weiter verbreiteten Informations- und Kommunikationstechnologien, wie z.B. der des Internets.
Weitere Einrichtungen
Arbeitsbereich Technische Informatiksysteme (TIS)
Technische Informatiksysteme bilden einen der Grundpfeiler der Informationstechnologie, einer Schlüsseltechnologie der modernen Wissensgesellschaft, deren Themenbereiche in der Erforschung und Entwicklung formaler, maschinell durchführbarer Verfahren zur Lösung informationstechnischer Themenstellungen liegen. Diese treten häufig im Rahmen heterogener Systemumgebungen auf und stellen die methodischen Grundlagen zur systematischen Verarbeitung heterogener Informationen mittels technischer digitaler Verarbeitungssysteme dar. Technische Informatiksysteme bilden demzufolge eine Synthese aus mathematischer Methodik und ingenieurwissenschaftlicher Gegenständlichkeit, realisiert im jeweiligen technischen Konstrukt. Sie repräsentieren damit einen strukturwissenschaftlichen Ansatz der Informationstechnologie, der sich auszeichnet durch
- Abstraktheit mit vielen Abstraktionsniveaus,
- Präzision und logische Strenge,
- Quantitative und qualitative Aussagen,
- Universelle Anwendungsmöglichkeit.
Der Arbeitsbereich Technische Informatiksysteme bearbeitet daher einerseits innovative Themen im Rahmen der Grundlagenforschung und andererseits an deren prototypischen Umsetzung. Mit dieser fachlichen Ausrichtung hat sich der Arbeitsbereich Technische Informatiksysteme als zuverlässiger, methodischer und anwendungsorientierter Partner im interdisziplinären und im internationalen Rahmen positioniert, was durch entsprechend angesiedelte Drittmittelprojekte in unterschiedlichen Forschungsschwerpunkten seinen Ausdruck findet.
Informatik-Bibliothek
Die Bibliothek des Fachbereichs Informatik ist das wissenschaftliche Literatur- und Informationszentrum für den Fachbereich Informatik. Sie ist kompetenter Partner von Studierenden, wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Professorinnen und Professoren des Fachbereichs für schnelle, aktuelle Informationsversorgung. Sie unterstützt den Fachbereich in seinem Anspruch nach qualitativ guten Studien-, Lehr-, und Forschungsbedingungen.
Die Bibliothek beschafft, erschließt und vermittelt Literatur und Information, die den Fachbereich in Forschung, Lehre und Studium wirksam unterstützen. Dabei kooperiert sie mit Bibliotheken vor Ort und überregional. Die Bibliothek bietet einen modernen Literatur- und Medienbestand sowohl in konventioneller als auch in elektronischer Form.
Der gesamte Bestand der Bibliothek ist elektronisch recherchierbar. Alle Neuanschaffungen werden ausgestellt und in Neuerwerbungslisten online angezeigt.
Jahresbericht Bibliothek (PDF)
Informatik-Rechenzentrum
Das Informatik-Rechenzentrum (IRZ) betreibt einen Verbund aus zentralen Servern und Workstations unter den Betriebssystemen Solaris, Windows Server, Linux sowie PCs unter Windows 7/XP, Linux und Mac-OS für Veranstaltungen im Bachelor- und Masterstudium sowie Projekte. Die zentralen Rechner werden außerdem für die Forschung und Lehre von Fachbereichsmitgliedern und DoktorandInnen verwendet, soweit diese nicht arbeitsbereichseigene Rechner nutzen. Darüber hinaus trägt das Informatik-Rechenzentrum die Verantwortung für die Funktionalität und den weiteren Ausbau des Fachbereichsrechnernetzes in Kooperation mit dem RRZ.
Jahresbericht Rechenzentrum (PDF)
UmweltTeam (UT)
Zielsetzung des UmweltTeams ist die Berücksichtigung von Umweltgesichtspunkten in allen Aktivitäten des Fachbereichs Informatik sowie die Verbindung von Umweltmanagement und Organisationsentwicklung. Da Umweltmanagement kaum von oben nach unten angeordnet werden kann, sollten
- die Hochschulangehörigen selbst ihre Wahrnehmung der Umweltbeeinträchtigung ihrer Handlungen einbringen,
- diese mit Hilfe von gemessenen Vergleichsdaten und weiteren, aufbereiteten Informationen bewerten,
- daraus Handlungsoptionen, Verhaltensänderungen und Maßnahmen ableiten und
- diese auf ihre Wirksamkeit hin überprüfen.
Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Motivation, effektive Information und Kommunikation der Beteiligten gelegt, um grundsätzlich motivierte Personen und kollektive Akteure trotz Mangels an Zeit bzw. anderen Ressourcen den Weg zu einer aktiven Mitarbeit zu ebnen.
Jahresbericht Umweltteam (PDF)
Angegliederte Vereine
HIForum - Hamburger Informatik-Forum e.V.
Das Hamburger Informatik-Forum e.V. (Kurz HIForum - sprich wie "High Forum") wurde am 08. Juli 1998 als Alumni-Verein des Fachbereichs Informatik von 24 Mitgliedern gegründet. Es hat sich in der Zwischenzeit zu einer festen Institution der Fachbereichskultur entwickelt.
Zweck des Vereins ist die Förderung der Wissenschaft Informatik am Fachbereich Informatik der Universität Hamburg. Seine Ziele sind insbesondere:
- Intensivierung der Verzahnung von Forschung und wissenschaftlicher Ausbildung mit der Praxis
- Förderung des wissenschaftlichen Gedankenaustausches, insbesondere zwischen den ehemaligen Mitgliedern des Fachbereichs Informatik, den gegenwärtigen Mitgliedern und den Partnern in Industrie, Wirtschaft und Wissenschaft
- Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses
- Förderung des Fachbereichs Informatik durch Sammlung von Spenden
HITeC - Hamburger Informatik Technologie-Center e.V.
HITeC ist das Forschungs- und Technologietransferzentrum des Fachbereichs Informatik der Universität Hamburg. Aufgrund seines unabhängigen Status bietet HITeC flexible und professionelle Kooperationsmöglichkeiten. HITeC-Lösungen basieren auf neuesten Forschungsergebnissen und verschaffen Vorteile durch überlegene Technologien.
HITeC ist ein eingetragener, gemeinnütziger Verein, der von Mitgliedern des Fachbereichs Informatik der Universität Hamburg getragen wird. Der Verein ist über einen Kooperationsvertrag mit der Universität Hamburg verbunden.
HITeC sieht seine Hauptaufgaben in der:
- Durchführung anwendungsorientierter Forschungsvorhaben
- Verbreitung anwendungsorientierter Forschungsergebnisse
- Durchführung von Seminaren
- Vermittlung von Kontakten zwischen Firmen und Studierenden
- Verbesserung der praxisorientierten Ausbildung in der Universität
- Unterstützung bei Unternehmensgründungen aus der Universität