Stimmen zum Informatik-Studium in Hamburg: Die Interviews
Andreas Ahrens
Andreas Ahrens (38), Diplom-Informatiker
(1997), Ergänzungsfach Psychologie, heute:
Qualitätsmanagementbeauftragter, Projektleiter,
Software-Entwickler in Hamburg
- Beruflicher Werdegang:
- Seit 1998 bei der derselben Firma. Zunächst Software-Entwickler in einem Großprojekt (Einsatzleitsystem der Hamburger Polizei - HELP). Später Projektleiter und Anwendungsentwickler in kleinen und mittleren Entwicklungsprojekten (ausschließlich Individualsoftware).
- Was hat ihn seinerzeit zum Studium der Informatik bewogen?
- Nachdem Chemie, Paläontologie und Tonmeister ausgeschieden waren, entsprach Informatik am ehesten meinen persönlichen Interessen.
- Haben sich die damaligen Erwartungen erfüllt?
- Ich hatte keine konkreten Erwartungen. Wegen Mathe hatte ich mir Sorgen gemacht, was aber völlig unbegründet war. Mein Vertiefungsgebiet (Mensch-Computer-Interaktion) ergab sich für mich erst während des Studiums. Dass ich an einem Informatik-Fachbereich gelandet bin, an dem diese Fachrichtung vertreten ist, und dass sich dieses Vertiefungsgebiet schließlich wunderbar mit meinem Nebenfach ergänzte, war eher Zufall.
- Hat Ihm das Studium in der Hamburger Informatik Spaß gemacht? Was besonders?
- Ja! Es gab da Zeiten, die wirklich keinen Spaß gemacht haben aber die Zeiten in denen das Studium richtig Spaß gemacht hat, überwiegen auf jeden Fall. Alles was neben dem Kern (der Pflicht) stattfand: Projekte, Praktika, Vertiefungsgebiet und Nebenfach. Außerdem habe ich während des Studiums eine ganze Reihe sehr netter Leute kennengelernt, zu denen ich teilweise immer noch Kontakt habe.
- Wie war die Betreuung?
- Unterschiedlich - aber in den Bereichen, in denen es darauf ankam (zum Beispiel Diplomarbeit), war sie gut.
- Was sind wesentliche Aspekte, die er in seinem Berufsleben denjenigen voraushat, die sich in dem Umfeld ohne Informatikstudium bewegen?
- Ein breites Grundlagenwissen, praktische Kenntnisse aus Praktika, Studien- und Diplomarbeit und vor allem die Fähigkeit und das Selbstbewusstsein, mich in neue Themen einzuarbeiten.
- Was zeichnet für sie ihn ein Studium an der Uni aus?
- Hm... Lernen - viel lernen... Zusammentreffen mit neuen Themen und anderen Sichtweisen ... Selbstbestimmung. Eigenverantwortung.
- War das Studium an der Universität aus der Berufsperspektive nützlich?
- Auf jeden Fall - hauptsächlich wegen des Abschlusses.
Dirk Weske
Dirk Weske (38), Diplom-Informatiker (1999),
Ergänzungsfach Betriebswirtschaftslehre, heute:
Partner - Senior Executive Manager in einem
großen Beratungshaus in Hamburg
- Wie kam er zur Informatik?
- Interesse an einer praxisnahen, vielseitig verwendbaren akademischen Ausbildung. Die Erwartungen haben sich erfüllt.
- Hat das Studium in der Hamburger Informatik Spaß gemacht? Was besonders?
- Ja (mit allen üblichen “Hängern” ;-) Intensive Zusammenarbeit/Austausch mit dem Lehrpersonal und anderen Studenten während des Hauptstudiums, der Studien- und der Diplomarbeit
- Was zeichnet ein Studium an der Universität aus?
- Zeit für das intensive Studium des theoretischen und methodischen Backgrounds, sowie das Erlernen entsprechender Denkweisen (z.B. insb. auch im so ungeliebten Fach der Theoretischen Informatik)
- Wo sieht er aus seiner beruflichen Position heraus zukünftige Herausforderungen?
- “Reines” Informatik-Know-How hat angesichts von “Informatiker-Fabriken” in den Schwellenländern, sowie der Outsourcing/Offshoring-Thematik massiv an Wert verloren, es gilt den Studenten klar zu machen, dass ihr persönlicher Mehrwert in der Kombination aus Informatik-Know-How, Lokalität zum Kunden/Arbeitgeber und fachlichem Know-How besteht.
- Welcher Mix an Fähigkeiten ist hierfür erforderlich?
- Solide technische und theoretische Basis in Kombination mit “Soft-Skills” (Freude an Kommunikation, Zuhören können, Toleranz & Belastbarkeit) und der Bereitschaft, sich ständig auf Neues einzulassen
- Welche (Er-)Kenntnisse aus dem Informatikstudium nutzt er in der Berufspraxis?
- Vor allem die antrainierte Abstraktions- und Analysefähigkeit, technische Skills in eher geringerem Maße
- Was hat er Nichtinformatiker/innen voraus, die ähnliche berufliche Positionen ausfüllen?
- Mir macht kein Techniker ein A für ein U vor, meine ultimative Drohung ist stets, dass ich es notfalls selber mache ;-)
- Sein berufliches Motto lautet:
- “Embrace Change”
- Was er einem interessierten Schüler/ einer interessierten Schülerin empfiehlt!
- Wenn bereits zu Schulzeiten umfangreiche Erfahrungen im Umgang mit Computern (Programmierung/Technik/etc.) bestehen, so empfehle ich eine kritische Selbstprüfung, ob man über diese Technik hinaus Spaß an Theorie und Kommunikation hat, ansonsten würde ich eher eine FH empfehlen.
Torsten Möller
Torsten Möller (41), Diplom-Informatiker
(1996), Ergänzungsfach Medizin, heute:
Bereichsleiter Anwendungsentwicklung,
Personalverantwortung für ca. 100 Mitarbeiter,
in einer großen Hamburger Versicherung
- Wie kam er zur Informatik?
- Hohe technische Affinitiät. Computer haben mich von Beginn an fasziniert. Ich wollte von Beginn an die Arbeitsabläufe in Unternehmen durch den Einsatz von Anwendungssystemen optimieren. Dies immer unter Berücksichtigung der sozialen Komponenten, d.h. Betroffene zu Beteiligten machen und als Experten ihrer Arbeit bei der Optimierung einbinden.
- Haben sich die damaligen Erwartungen erfüllt?
- Aus heutiger Sicht ja. Mein Schwerpunkt im Studium lag in der Softwaretechnik und in der angewandten, sozialorientierten Informatik. Ich hatte das Glück, dass ich zu Beginn des Studiums eine Stelle als Werkstudent bei Philips bekommen habe. Ich habe dort in der EDV Organisation mitgearbeitet. Während der Vorlesungszeit auf Teilzeitbasis von 20 Stunden und während der Semesterferien dann Vollzeit. Der damit verbundene Praxisbezug hat mir nach dem Studium beim Erwerb einer Festanstellung sehr geholfen (trotzdem ich die Regelstudienzeit um 2 Semester überschritten habe).
- Hat das Studium in der Hamburger Informatik Spaß gemacht? Was besonders?
- Das Studium hat mir Spaß gemacht. Insbesondere sind hier die Arbeitsweise und die Vorlesungsreihe im Abeitsbereich Softwaretechnik der Uni Hamburg hervorzuheben.
- Was zeichnet ein Studium an der Universität aus?
- Während meiner Studienzeit hat das Studium an der Universität für den Studierenden mehr Freiheiten geboten. Während der Studienbetrieb in der Fachhochschule eher strikten Regeln bzgl. Studienablauf, Vorlesungsreihe, etc. gehorchte, konnte der Vorlesungsplan an der Universität deutlich flexibler gestaltet werden. Dieser stärkere Freiheitsgrad hatte wesentliche Vorteile in der individuellen Gestaltung des Studienablaufs. Es bestand jedoch die Gefahr, dass es durch den erhöhten Freiheitsgrad zu Verzögerungen im Studienablauf kommt. Um diese Verzögerungen zu vermeiden, ist eine strikte Disziplin notwendig, um das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren und Prüfungen und die Erstellung der Studien- und Diplomarbeit im Rahmen der Regelstudienzeit zu bewältigen. Ich persönlich habe den stärkeren Freiheitsgrad als sehr positiv empfunden, da ich parallel zum Studium einen Job als Werkstudent ausüben und Berufspraxis erlangen konnte.
- Wo sieht er aus seiner beruflichen Position heraus zukünftige Herausforderungen?
- Eine Verbesserung der betrieblichen Abläufe in
Unternehmen lässt sich meinen Erfahrungen nach
nur erreichen, wenn die IT Systeme die
Arbeitsabläufe/Prozesse optimal unterstützen.
Bemühungen um eine optimal unterstützende
Geschäftsprozessabwicklung sowie Standards für
Hard- und Software sind meines Erachtens nach
lediglich in den Anfängen. Die Bedienbarkeit der
Applikationen für die betroffenen Fachbereiche
ist - auch bedingt durch die Systemvielfalt in
Unternehmen - umständlich und zeitaufwändig.
Die Abwicklung der Geschäftsvorfälle ist
oftmals system- statt vorgangsorientiert. Eine
prozessübergreifende und kundenorientierte
Sichtweise ist somit nur bedingt vorhanden.
Aus der Sicht der Anwendungsentwicklung sind
Dokumentationen über Systeme nicht einheitlich
strukturiert, teilweise unvollständig bzw.
veraltet. Der Einsatz von unterschiedlichen
Entwicklungsumgebungen und das Fehlen eines
einheitlichen, ganzheitlichen Vorgehensmodells
für die Entwicklung von
Applikationen führt zu einer Zunahme des
“Wildwuches” in der Anwendungsentwicklung.
Die Anwendungsentwicklung steht somit immer im
Spannungsfeld zwischen der Gewährleistung einer
hoch-qualitativen, service-orientierten
Leistungserbringung auf der einen Seite und einem
verstärkten Kostendruck auf der anderen Seite.
Als Dienstleister im Unternehmen ergeben sich für die IT folgende Herausforderungen:
- Die IT Strategie muss der Geschäftsstrategie folgen und sich stetig den wechselnden Anforderungen anpassen
- Ein optimaler Service für Kunden, Geschäftspartner, Innendienste und Vertriebe
- IT ist mitverantwortlich für die Erreichung der Unternehmensziele, sie strebt eine optimale Unterstützung der Geschäftsprozesse an
- Grundsatz für Projekte und Investitionen ist eine klare ROI Orientierung ("return on investment"). Ziel für Services ist ein Preis-Leistungsverhältnis, das marktüblich oder besser ist
- Standardisierung, Prozessbeschreibungen und Verfahren sollen für Effizienzsteigerungen und Qualitätsverbesserungen sorgen
- Die Forderung zur zeitnahmen Umsetzung von Anwendungssystemen ("time to market") soll durch Erhöhung des Wiederverwendungsgrads von Softwarebausteinen entsprochen werden. Hierzu sind wiederverwendbare, internetfähige Funktionsbausteine zu implementieren
- IT Sicherheit und Datenschutz erhält einen Stellenwert, der neben den gesetzlichen Anforderungen auch dem ständig wachsenden Bedrohungspotenzial und damit den gesteigerten betrieblichen Anforderungen Rechnung trägt
- Synergien innerhalb eines Konzerns werden genutzt, wo ein Einsatz Nutzen oder Kosteneinsparungen bringt
- Welcher Mix an Fähigkeiten ist hierfür erforderlich?
- Für die Umsetzung der Anforderungen ist ein Mix aus überfachlichen, Fach- und Methodenkompetenzen notwendig. Zu den überfachlichen Kompetenzen zählen Vertriebs- und Kundenorientierung, Ziel- und Ergebnisorientierung, Lernbereitschaft und -fähigkeit, Entscheidungsvermögen, Kooperations- und Teamfähigkeit als auch Unternehmerische-, Veränderungs- und Konfliktkompetenz. Zu den Fach- und Methodenkompetenzen zählen allgemeine und aufgabenspezifische Fachkompetenzen wie betriebswirtschaftliche und IT-spezifische Fachkenntnisse und Methodenkompetenzen wie Projektmanagement, Software Engineering und Qualitätsmanagement.
- Welche (Er-)Kenntnisse aus dem Informatikstudium nutzt er in der Berufspraxis?
- Zur Ausübung meines Berufs nutze ich die erworbenen Kenntnisse aus der Softwaretechnik und der angewandten und sozial-orientierten Informatik. Diese Erkenntnisse helfen mir, Werkzeuge zu bauen, die die Arbeit von Menschen in Unternehmen unterstützten und Menschen aktiv in die Gestaltung dieser Werkzeuge einzubeziehen.
- Was hat er Nichtinformatiker/innen, die ähnliche berufliche Positionen ausfüllen, voraus?
- Die im Studium erworbenen Fach- und Methodenkompetenzen helfen mir in der täglichen Arbeit, neue Konzepte und Technologien zu verstehen.
- Sein berufliches Motto lautet:
- Für eine erfolgreiche Zusammenarbeit sind aus
meiner Sicht 4 Kernelemente wichtig:
- Zielorientierung - sich selbst und anderen Ziele setzen, d.h. “Etwas haben, für das man sich gerne engagiert, von dem man überzeugt ist”
- Zusammenarbeit gestalten - Konditionen schaffen, in denen andere erfolgreich arbeiten können, d.h. “Erfolgreiche Zusammenarbeit hängt von der Fähigkeit ab, andere mit einzubeziehen, eigene und gemeinsame Ziele zu erreichen”
- Vorbildfunktion ausüben - Andere befähigen, ermutigen und ermächtigen, d.h. “Weg vom Boss sein hin zu einem aktiven Teammitglied”
- Ein erfolgreiches Arbeitsumfeld schaffen - Einer für alle und alle für einen, d.h. “Mitarbeiter könnensich aktiv beteiligen und das Ergebnis beeinflussen”
Positives Denken, Spaß an der Arbeit und eine offene Umgebung, in der Feedback gegeben wird und immer nach Verbesserungen gesucht wird sind dabei wesentliche Erfolgsfaktoren.
- Was er einem interessierten Schüler/ einer interessierten Schülerin empfiehlt!
- Ich habe aus einem Hobby einen Beruf gemacht. Wer eine hohe Affinität in Richtung Computer und Technologien hat, findet in der Informatik einen Beruf, der einen wesentlichen Anteil in der Gestaltung betrieblicher Abläufe einnimmt und dabei nie langweilig wird.
Dr. Julian Mack
Dr. Julian Mack (39), Diplom-Informatiker
(1998), Ergänzungsfach Biologie, Promotion
(2001), heute: Senior Consultant in Hamburg,
Mitglied von HIForum
- Wie kam er zur Informatik?
- Interesse an der Strukturierung von Informationen sowie an der Zusammenarbeit von Menschen in Arbeitszusammenhängen im Rahmen der (natürlichen und computergestützten) Informationsverarbeitung
- Haben sich die damaligen Erwartungen erfüllt?
- Ja, vollständig
- Hat das Studium in der Hamburger Informatik Spaß gemacht? Was besonders?
- Ja, hat Spaß gemacht, insbesondere nette Kommilitonen, guter Kontakt zu Professoren und Assistenten, wirklich lehrreiche Praktika in meinem Nebenfach Biologie.
- Was zeichnet ein Studium an der Universität aus?
- Den Geist zu schulen, Dinge konsequent zu Ende Denken lernen, Themenfelder und Zusammenhänge systematisch erkunden, über den Tellerrand hinausschauen lernen, den persönlichen Wertekatalog hinterfragen, andere als den eigenen Blickwinkel kennen lernen! Im Unterschied zur Fachhochschule: über eine “schnöde” Berufsvorbereitung hinaus etwas für das Leben lernen, sich bilden.
- Wo sieht er aus seiner beruflichen Position heraus zukünftige Herausforderungen?
- Im allgegenwärtigen Chaos die Ruhe bewahren, Mensch bleiben (nicht “nur” funktionieren) und Mitmenschen wertschätzen (Mitgefühl entwickeln, sich in den anderen hineinversetzen), zuhören, einen klaren Geist aufrechterhalten, die “richtigen” Entscheidungen treffen (Effektivität) und “richtig” umsetzen (Effizienz), konsequente Ergebnisorientierung - und Fremdsprachen-Kenntnisse (Minimum Englisch verhandlungssicher)
- Welcher Mix an Fähigkeiten ist hierfür erforderlich?
- Menschen verstehen, Ziele vereinbaren, Probleme analysieren, Aufgaben und Projekte strukturieren, Neurolinguistisches Programmieren, Change Management, systemische Organisationsentwicklung, die eigene Persönlichkeit entwickeln
- Welche (Er-)Kenntnisse aus dem Informatikstudium nutzt er in der Berufspraxis?
- “Hauptsache, Du weißt wo es steht oder wo Du danach suchen kannst”, "There is no one to rescue you" und “Wenn Du eine helfende Hand suchst, findest Du sie am Ende Deines Arms”
- Was habt er Nichtinformatiker/innen voraus, die ähnliche berufliche Positionen ausfüllen?
- Strukturieren können, psychologisches Know-how (NLP), Geheimwaffe der Berater GMV (Gesunder MenschenVerstand)
- Sein berufliches Motto lautet:
- “Der Zufall bevorzugt den vorbereiteten Geist” und “Der Kopf ist rund, damit unsere Gedanken die Richtung ändern können”
- Was er einem interessierten Schüler/ einer interessierten Schülerin empfiehlt!
- “Egal, ob Du glaubst Du kannst etwas oder Du kannst es nicht - Du wirst in jedem Fall Recht behalten!”
Claudia Wyrwoll
Claudia Wyrwoll (26), Diplom-Informatikerin
(2007), Ergänzungsfach Visuelle
Kommunikation/Film an der Hochschule für
bildende Künste, heute: Wissenschaftliche Mitarbeiterin, FB Informatik
- Was hat sie seinerzeit zum Studium der Informatik bewogen?
- Ich habe nach einer Studienrichtung gesucht, die mir für die spätere Berufswahl möglichst große Freiheiten lässt.
- Haben sich die damaligen Erwartungen erfüllt?
- Voll und ganz. Ich bin auf keine Branche festgelegt und konnte mir meinen Arbeitgeber aussuchen. Das ist Luxus.
- Hat ihr das Studium in der Hamburger Informatik Spaß gemacht? Was besonders?
- Durchaus. Für mich hat studieren aber auch immer Arbeit bedeutet. Die generische (d.h. breite) Ausrichtung der Hamburger Informatik habe ich als große Bereicherung empfunden.
- Wie war die Betreuung?
- Die Betreuung habe ich durchweg als sehr gut empfunden. Professoren haben immer Zeit gefunden. Die Bibliothek war immer sehr hilfsbereit und engagiert. Die Mitarbeiterinnen des Prüfungsamts kennen ihre Studenten mit Namen und waren immer freundlich und entgegenkommend.
- Was waren wesentliche Aspekte, die sie in ihrem Berufsleben denjenigen voraushaben, die sich in dem Umfeld ohne Informatikstudium bewegen?
- Neben Fachwissen ist das Wesentliche die Fähigkeit des strukturierten und analytischen Denkens und Arbeitens, das zur Lösung von unterschiedlichsten Problemstellungen aus den unterschiedlichsten Bereichen befähigt. (Und ganz nebenbei nimmt man vor allem aus der theoretischen Informatik noch mit, dass es nichts gibt, das zu kompliziert wäre, um es zu verstehen.)
- Was zeichnet ein Studium an der Uni aus?
- Meines Erachtens zeichnet ein Studium an der Uni aus, dass es - unabhängig von der Fachrichtung - zum kritischen Hinterfragen und selbständigen Denken befähigt.
- War das Studium an der Universität aus der Berufsperspektive nützlich?
- Ja, sehr.
Jens-Detlev Doll
Jens-Detlev Doll (47), Dipl.-Informatiker
(1981), Ergänzungsfach Mathematik, heute:
Selbstständiger in Ahrensburg
- Beruflicher Werdegang und derzeitige Aufgaben?
- Seit Beginn meiner Berufstätigkeit ist es mir gelungen, relativ unabhängig zu bleiben und die in Hamburg gelernten Prinzipien des Software-Engineering weiterzugeben. Es macht Freude, nach fast 27 Jahren im Beruf auf viele interessante Projekte und Unternehmen zurückzuschauen. Nun möchte ich mein Wissen weitergeben und gute Produkte schaffen.
- Was hat ihn seinerzeit zum Studium der Informatik bewogen?
- Der Wunsch, die in der Oberstufe gelernte Mathematik einmal anwenden zu können.
- Haben sich die damaligen Erwartungen erfüllt?
- Es ist noch viel mehr geworden.
- Hat ihm das Studium in der Hamburger Informatik Spaß gemacht? Was besonders?
- Ja. a) das Lesen des Algebra-Skriptes im Liegestuhl bei Planten und Blomen b) die Praktika in Digitaltechnik c) die Diplomarbeit am DESY.
- Was zeichnet für ihn ein Studium an der Universität aus?
- Die Vermittlung möglichst dauerhaften Wissens.
- Wo sieht er aus seiner beruflichen Position heraus zukünftige Herausforderungen?
- In der Verbindung von (formalen) Sprachen und Mathematik.
- Welcher Mix an Fähigkeiten ist hierfür erforderlich?
- Sprachliches Vermögen und genaues Denken
- Welche (Er-)Kenntnisse aus dem Informatikstudium nutzt er in der Berufspraxis?
- Algebra, Automatentheorie, Methoden
- Was habt er Nichtinformatiker/innen, die ähnliche berufliche Positionen ausfüllen, voraus?
- Formales Denken ist sicherer als kreatives Assoziieren
- Sein berufliches Motto lautet:
- einmal mehr aufzustehen als hinzufallen
- Was ich einem interessierten Schüler/ einer interessierten Schülerin empfehle!
- Freude an Grammatik, Algebra und Musik zu finden
Jan Ortmann
Jan Ortmann (30), Diplom-Informatiker (2003),
Ergänzungsfach Psychologie, heute: Freiberufler
und Doktorand
- Was hat ihn seinerzeit zum Studium der Informatik bewogen?
- Interesse an Mathematik und Naturwissenschaften. Suche nach einem Fach mit vielen Anwendungsgebieten
- Haben sich seine damaligen Erwartungen erfüllt?
- Ja, weitestgehend.
- Hat ihm das Studium in der Hamburger Informatik Spaß gemacht? Was besonders?
- Die Arbeit in Projekten, das Gefühl, Dinge verändern zu können.
- Was zeichnet ein Studium an der Universität aus?
- Stärkerer Fokus auf wissenschaftlichen Themen. Denken in größeren Zusammenhängen.
- Wo sieht er aus seiner beruflichen Position heraus zukünftige Herausforderungen?
- Kundenaquisition, Finanzmanagement
- Welcher Mix an Fähigkeiten ist hierfür erforderlich?
- Neben fachlicher Qualifikation vor allem Kommunikationsfähigkeit, strukturiertes Arbeiten und systemisches Denken.
- Welche (Er-)Kenntnisse aus dem Informatikstudium nutzt er in der Berufspraxis?
- Strukturierte Herangehensweise an Probleme, gutes technisches Verständnis
- Was habt er Nichtinformatiker/innen, die ähnliche berufliche Positionen ausfüllen, voraus?
- Schnelleres Erfassen und Strukturieren vieler Probleme.
- Sein berufliches Motto lautet:
- Wer in anderer Leute Fußstapfen tritt, wird diese niemals überholen.
- Was er einem interessierten Schüler/ einer interessierten Schülerin empfiehlt!
- Lassen Sie sich nicht vom Programmieren abschrecken! Wichtig ist ein naturwissenschaftlich/mathematisches Interesse und der Wunsch neue Dinge zu erschaffen. Vielfach ist die Informatik auch kreativer und interdisziplinärer,als den meisten Menschen bewusst ist, da sie Inspirationen aus vielen anderen Wissenschaften aufnimmt und für sich nutzbar macht. Wenn man jedoch lediglich Programmieren lernen möchte, ist dies sicherlich schneller mit einer Reihe guter Bücher möglich.
Sabrina Hilger
Sabrina Hilger (28), Diplom-Informatikerin (2008), Ergänzungsfach Mathematik,
heute: Junior-Consultant bei einem Hamburger Unternehmensberater.
Quelle: XING
Thema der Diplomarbeit: Konzeption und
Implementierung einer didaktischen
Entwicklungsumgebung für Sprachdialogsysteme
- Vorstandsmitglied der SH-HILL, GI-Fachgruppe
für Informatik-Lehrerinnen und -Lehrer in SH und
HH
- studentische Hilfskraft im Fachbereich
Erziehungswissenschaften: Gestaltung einer
E-Learning-Einheit für den Lernbereich Natur und
Technik an Hamburger Hauptschulen
- Wie kam sie zur Informatik?
- Ich wollte etwas machen, was Zukunft hat, mehr wusste ich nicht. Informatik hat Zukunft. Ich war gut in Mathematik, stellte aber fest, dass ich gerade mal Word und Excel kannte und gar keine Ahnung hatte, von dem, was alles möglich ist mit dem Computer. Ich nahm dann nach dem Abitur an verschiedenen Fortbildungen teil, lernte etwas aus dem Bereich Webdesign kennen und bekam einen Einblick in das Programmieren. Es machte Spaß, ich war gut, und so begann ich das Studium. Wo es mich hinführen sollte, wusste ich zu dem Zeitpunkt noch nicht.
- Haben sich die damaligen Erwartungen erfüllt?
- Ja, ich wollte etwas mit Zukunft machen.
- Hat das Studium in der Hamburger Informatik Spaß gemacht? Was besonders?
- Ich habe in Lübeck angefangen zu studieren und wechselte nach dem Vordiplom nach Hamburg. Grund war die größere Auswahl an Nebenfächern. Da ich auch zu dem Zeitpunkt noch nicht wusste, welche vertiefende Richtung ich einschlagen möchte, brauchte ich dieses größere Angebot. Das bekam ich, auch innerhalb der Informatik. Ich fuhr nach Rumänien zur Mitarbeit an einem internationalen Projekt, arbeitete in verschiedenen Fachgruppen und betreute Schüler/innen durch Informatikprojekte oder Schnupperstudien. Letzteres erforderte nicht nur Kenntnisse über die Informatik, sondern auch über das Lehren und Lernen. Diese interdisziplinäre Arbeit fand ich besonders reizvoll.
- Wo sieht sie aus einer beruflichen Position heraus zukünftige Herausforderungen?
- Ich habe mich im Laufe des Studiums im Bereich
Didaktik der Informatik gefunden. Es findet noch
wenig Informatikunterricht in den Schulen statt,
obwohl die Informatik uns mittlerweile so stark
umgibt. Ich möchte mich stark machen und für
mehr und vor allem guten Informatikunterricht
einsetzen.
Nicht nur informatisches Wissen ist dafür notwendig, auch ein guter Umgang mit Menschen, vor allem Schüler/innen, ist gefragt. Ein informatisches Thema für Schüler/innen aufzuarbeiten bedeutet auch, es durchdringen zu können, um es auf das Wesentliche zu reduzieren.
- Was hat sie Nichtinformatiker/innen voraus, die ähnliche berufliche Positionen ausfüllen?
- Ich könnte nach dem Studium als Quereinsteiger in die Schule gehen und dort als Informatik- und Mathematiklehrerin arbeiten. Gleichzeitig habe ich aber auch die Möglichkeit, neue Lernsoftware für den Schulunterricht zu entwickeln und zu implementieren, also in einer Software-Entwicklungsfirma oder einem Verlag tätig zu sein.
- Was sie einem interessierten Schüler/ einer interessierten Schülerin empfiehlt!
- Auch wenn Du Dein Ziel noch nicht kennst, jedoch Spaß am abstrakten Denken und der Mathematik hast, ist ein Informatikstudium eine sehr gute Wahl. Das Gebiet der Informatik ist gross, und auch für Dich wird es Aufgaben bereit halten, die Dich fordern, wachsen lassen und Deine verschiedenen Fähigkeiten zum Einsatz kommen lassen.
Prof. Dr. Andreas Möller
Prof. Dr. Andreas Möller (43), Diplom-Informatiker (1995), Ergänzungsfach Betriebswirtschaftslehre / New Public Management, Promotion (2000), heute Professor an der Leuphana Universität Lüneburg
- Was hat ihn seinerzeit zum Studium der Informatik bewogen?
- Informatik ist eine ganz bewusste Entscheidung gewesen. Vorher habe ich eine berufliche Ausbildung absolviert (Dipl.Verwaltungswirt, klassicher Beamter also); das hatte keine Zukunft.
- Haben sich seine damaligen Erwartungen erfüllt?
- Erst in Passau und Kiel nicht wirklich, erst in Hamburg habe ich die Informatik gefunden, die ich gesucht habe. Das betrifft speziell auch ASI. Wenn man nach einem Hamburger Informatik-Profil Ausschau hält, dann sollte man sich speziell ASI ansehen, sicher dann auch noch SWT usw.
- Hat das Studium in der Hamburger Informatik Spaß gemacht? Was besonders?
- Die Professoren haben sich deutlich von denen in Kiel und Passau unterschieden. Anfangs war es etwas verwirrend. Ich kann mich noch gut an eine Oberquelle-Vorlesung Anfang der 1990er erinnern: Der erste Irakkrieg hatte begonnen, und an eine normale Vorlesung war nicht zu denken. In Kiel hätte es das nie gegeben. Wenn die jungen Menschen an Informatik denken, dann haben sie auch (mit Recht) die Kieler Haltung im Sinn. Kürzlich bin ich gefragt worden, was ich denn mache. Informatik. Das ist mir zu trocken gewesen. Eine kleine Diskussion hat dann erst ergeben, wie spannend Informatik sein kann. Dabei muss man wohl ganz bewusst die Menschen, ihre Ideen, Wünsche, Leidenschaften, Gefühle usw. in die Diskussion einführen. Ich beginne die Diskussion in der Regel mit dem Hinweis, dass die Informatik innerhalb der Nachhaltigkeitswissenschaften (auch) eine Nachhaltigkeitssozialwissenschaft ist, in direkter Nähe zu Kommunikation, Bildungsfragen usw.
- Was zeichnet ein Studium an der Universität aus?
- Etwas konstrukivistisch argumentiert: Die Wirklichkeit in verschiedenen Perspektiven erkennen können, um sie dann mitzugestalten. In der Informatik sehe ich insbesondere auch noch sozialwissenschaftliche Fragen - und Fragen der Ethik; nicht nur bezogen auf Postionen zu diesem oder jenem Krieg, sondern als Basis allen unseren Handelns. Das sollte und das muss Universität leisten. Und ich glaube, dass dies auch für die jungen Menschen wichtige Fragen sind.
- Wo sieht er aus seiner beruflichen Position heraus zukünftige Herausforderungen?
- Ich frage mich (in meinem Kontext: klar), ob es reicht, dass die Informatik sich im Wesentlichen mit sich selbst beschäftigt (und angstmachende Zukunftsvisionen verbreitet nach dem Motto, dass die Maschine irgendwann in nächster Zeit intelligenter sein werden als Menschen (daran mituarbeiten, dürfte wohl nicht so viele junge Menschen reizen)) oder gern vorgefertigten Paradigmen gesellschaftlicher Subsysteme (Wirtschaft) und deren wissenschaftlichen Standbein (WI) hinterherläuft: Die späteren Manager aus der WI spezifizieren den Kontext und die Funktionen, und der Informatiker, das arme Würstchen, darf dann mal programmieren. Tolle Perspektive. Und die Praxis rennt uns davon: WWW, E-Mail, Chat, Web 2.0 usw., aber auch PC, Open Source. Wir dürfen “hinterherforschen”.
- Welche (Er-)Kenntnisse aus dem Informatikstudium nutzt er in der Berufspraxis?
- Die Informatik bietet doch bereits einen guten Mix an, zumindest ist es in Hamburg so gewesen. Ich hoffe, dass dies bei der Umstellung auf Bachelor/Master nicht weggefallen ist. Ich vertrete zusätzlich die Auffassung, dass sozialwissenschaftliche/humanwissenschaftliche Fragen eine größere Rolle spielen sollten. Es kommt auf den Standpunkt an. Wo sieht man die Informatik? Als angewandte Mathematik? Als spezielle Ingenieurwissenschaft? An dier Schnittstelle zwischen Informatiksystem und Mensch? Ich nehme ganz klar die letzte Sichtweise ein (wiederum klar in meinem Kontext).
- Was hat er Nichtinformatiker/innen voraus die ähnliche berufliche Positionen ausfüllen?
- Denken in Systemen, Abstraktionsvermögen, Formalisieren. Im wissenschaftlichen Kontext vor allem aber auch: Das Vermögen, Dinge (Software) wirklich zu gestalten.
- Sein berufliches Motto lautet:
- Nachhaltige Entwicklung
- Was er einem interessierten Schüler/ einer interessierten Schülerin empfiehlt!
- Ich überlege gerade, eine Schülerin aus der vierten Klasse einzuladen, mal die Uni zu besuchen. Sie soll sich das Ganze mal ansehen, mit Leuten (Professoren / Mitarbeiter) sprechen, ein Eis essen usw. Die Kollegen der Fakultät 1 sagen mir immer wieder, dass wesentliche Weichen bereits im Grundschulalter gestellt werden. Das betrifft die Universität im Ganzen, aber auch die Wahl der Fächer später. Vielleicht hilft es ja, mit solchen kleinen Erinnerungsposten zu arbeiten. Auf jeden Fall bringt es wenig, in der Oberstufe erst anzufangen.
Holger Tewis
Holger Tewis (33), Diplominformatiker (2001),
2. Fach Politikwissenschaft, heute: Program
Manager bei einem Hamburger Softwarehaus
- Was hat ihn seinerzeit zum Studium der Informatik bewogen?
- Spaß daran kreative Ideen in Software umzusetzen.
- Haben sich seine damaligen Erwartungen erfüllt?
- Größtenteils ja.
- Hat ihm das Studium in der Hamburger Informatik Spaß gemacht? Was besonders?
- Die Hamburger Uni bietet durch das große Fächerangebot viele Möglichkeiten, auch mal über den Tellerrand zu schauen. Wer später gute Anwendungen schreiben will, sollte sich schon früh auch mit anderen Perspektiven auseinandersetzen.
- Was zeichnet ein Studium an der Universität aus?
- Die Möglichkeiten an der Universität sind groß, aber um sie zu nutzen, bedarf es großer Selbstdisziplin.
- Wo sieht er aus seiner beruflichen Position heraus zukünftige Herausforderungen?
- Die Systeme werden immer komplexer und die Spezialisierung schreitet weiter voran.
- Welcher Mix an Fähigkeiten ist hierfür erforderlich?
- Flexibilität
- Frühe Spezialisierung
- Welche (Er-)Kenntnisse aus dem Informatikstudium nutzt er in der Berufspraxis?
- Gesamtübersicht über verschiedene Informatikthemen
- Softwareentwicklung
- Wissen über Softwareentwicklungsprozesse
- Was hat er Nichtinformatiker/innen voraus, die ähnliche berufliche Positionen ausfüllen?
- Selbständigkeit
- Mein berufliches Motto lautet:
- In jedem Scheitern steckt eine Chance!
- Was ich einem interessierten Schüler/ einer interessierten Schülerin empfehle!
- Praktikum zum Kennenlernen des Jobs.
- Über den Tellerrand schauen. Die Hamburger Uni bietet viel.
Alexander Will
Alexander Will (27),
Dipl.-Wirtschaftsinformatiker (2005),
Ergänzungsfach Soziologie, heute:
Online-Produktmanager bei einem großen
Versandhaus in Hamburg
- Was hat ihn seinerzeit zum Studium der Informatik bewogen?
- Schon während der Oberstufe hatte ich sehr großen Spaß an Softwareentwicklung. An meinem Gymnasium gab es sogar einen Leistungskurs Informatik, in dem wir schon etwas über Sortieralgorithmen erfahren haben und auch ersten Kontakt mit der Funktionalen Programmierung (Scheme) hatten. Das Interesse an Informatik und Mathematik habe ich also mitgebracht. Vom Studium der Wirtschaftsinformatik habe ich mir einen starken Anwendungsbezug versprochen. Außerdem habe ich mir damals vorgestellt durch das Wirtschafts-Präfix noch attraktiver für Arbeitgeber zu sein.
- Haben sich die damaligen Erwartungen erfüllt?
- Ich hatte keine konkreten Erwartungen an das Studium. Ich hatte Spaß an Informatik und wollte mich für die Wirtschaft attraktiv machen. Daher die Studiengangwahl. Nach wie vor bin ich sehr glücklich mit meiner Wahl.
- Hat das Studium in der Hamburger Informatik Spaß gemacht? Was besonders?
- Ja. Alles was mit den Arbeitsbereichen SWT und ASI zu tun gehabt hat. Insbesondere die Veranstaltungen von Axel (Schmolitzky).
- Was zeichnet für ihn ein Studium an der Universität aus?
- Von der Idee, von der Uni fit fürs Berufsleben gemacht zu werden, habe ich mich spätestens nach dem Vordiplom verabschiedet. Das ist aber auch nicht der Anspruch einer Hochschule und das ist auch gut so. Dass man im Studium lernt, strukturiert zu denken und sich selbst zu organisieren, hat man - bevor man anfängt - nicht als primäres Ausbildungsziel im Kopf. Ich zumindest nicht. Das Kennenlernen von vielen verschiedenen Themengebieten hilft, sich eine Orientierung in der Fachwelt zu verschaffen und unterstützt einen dabei, Dinge schnell einordnen und bewerten zu können. Praxistauglich ist das allerdings alleine noch nicht. Daher ist es in meinen Augen umso wichtiger, frühzeitig Erfahrungen in der Praxis zu sammeln. Dabei hat mir HITeC sehr geholfen. In meinem ersten Projekt in dem ich über HITeC am Ende des 2. Fachsemesters bei Europcar gearbeitet habe, habe ich sehr viel gelernt. Die Chance auf diese Art und Weise eine Verknüpfung zur Praxis herstellen zu können, zeichnet das Studium am Informatikum in meinen Augen aus.
- Wo sieht er aus seiner beruflichen Position heraus zukünftige Herausforderungen?
- IT ist allgegenwärtig. Die Vermittlung zwischen der IT und den Fachbereichen in einem Unternehmen wird immer wichtiger. Denn IT ist kein Selbstzweck, sondern in der Regel in einen organisatorischen Kontext eingebunden.
- Welcher Mix an Fähigkeiten ist hierfür erforderlich?
- Eine solide methodische Ausbildung. Die Fähigkeit zur Abstraktion. Strukturiertes Vorgehen. Die Fähigkeit zum Denken in Modellen hilft dabei, schneller einen Blick auf die wesentlichen Zusammenhänge einer Problemsituation zu gewinnen. Mindestens ebenso wichtig sind starke kommunikative Fähigkeiten. Letztendlich müssen bei der Analyse und der Lösung von Problemen immer Menschen überzeugt werden. Hier sehe ich noch ein Defizit in der Ausbildung am Informatikum.
- Welche (Er-)Kenntnisse aus dem Informatikstudium nutzt er in der Berufspraxis?
- Jede auch noch so komplex erscheinende Aufgabe lässt sich in beherrschbare Teilprobleme zerlegen.
- Was hat er Nichtinformatiker/innen, die ähnliche berufliche Positionen ausfüllen, voraus?
- Ein stärkeres Abstraktionsvermögen.
- Was ich einem interessierten Schüler/ einer interessierten Schülerin empfehle!
- Rechtzeitig informieren, wie Informatik an der Uni so ist. Z.B. während der Hochschultage. Mathe in der Schule ernstnehmen. Nicht denken, dass Informatik etwas mit PC-Schrauben zu tun hat.
Till Janner
Till Janner (27),
Diplom-Wirtschaftsinformatiker (2006), heute:
Research Associate/ wissenschaftlicher
Mitarbeiter bei SAP in der Schweiz, PhD Student/
Doktorand Hochschule St. Gallen
- Was hat ihn seinerzeit zum Studium der Informatik bewogen?
- Im Wesentlichen die Faszination (und wohl auch ein wenig der Hype Ende der 90er) rund um das Internet. Die rasante Entwicklung des Internet ist ein Beispiel für die Dynamik, Schnelligkeit und Spannung in der im Vergleich noch recht jungen Wissenschaft der Informatik. Da Informationstechnologie immer mehr und in fast allen Bereichen von Wirtschaft und Gesellschaft eine wichtige Rolle spielt, bietet das Studium der (Wirtschafts-)Informatik eine ideale Möglichkeit und Vorbereitung, dieses Umfeld aktiv mitzugestalten.
- Haben sich seine damaligen Erwartungen erfüllt?
- Ja. Trotz geplatzter Internetblase und diversen anderen “gehypten” Themen bleibt die Entwicklung des Internet und der Informatik weiterhin spannend, hoch dynamisch und wird unsere Zukunft massiv beeinflussen.
- Hat ihm das Studium in der Hamburger Informatik Spaß gemacht? Was besonders?
- Hamburg ist nun mal die schönste Stadt der Welt, da kann studieren nur Spaß machen :-) Und ausserdem bietet Hamburg seinen Studenten (nicht nur der Informatik) hervorragende Möglichkeiten, studienbegleitend erste Praxiserfahrung zu machen.
- Was zeichnet ein Studium an der Universität aus?
- Einerseits soll allgemein gültiges und nachhaltig nutzbares Wissen vermittelt werden. Auf der anderen Seite ist es wichtig, die Fähigkeit und Bereitschaft zu ständigem Erlernen neuer Themen auszuprägen.
- Wo sieht er aus seiner beruflichen Position heraus zukünftige Herausforderungen?
- Im Bereich der Wirtschaftsinformatik bzw. der Entwicklung betriebswirtschaftlicher Anwendungssysteme ist es entscheidend, eine gut funktionierende Schnittstelle zwischen der Fachwelt der Anwender und der IT-Welt zu gewährleisten.
- Welcher Mix an Fähigkeiten ist hierfür erforderlich?
- Die richtige Mischung aus fachlichem und technischen Wissen, Kommunikations- und Teamfähigkeit sowie die Bereitschaft zu ständigem Erlernen und Bewerten neuer Themenfelder.
- Welche (Er-)Kenntnisse aus dem Informatikstudium nutzt er in der Berufspraxis?
- siehe Frage 4! Diese Kombination hilft, “die Spreu vom Weizen” trennen zu können. Sprich, in einer Flut von ständig neuen Themen und Trends nicht die Orientierung zu verlieren.
- Was hat er Nichtinformatiker/innen, die ähnliche berufliche Positionen ausfüllen, voraus?
- Dies zu beurteilen überlasse ich den Nichtinformatikern/innen.
- Sein berufliches Motto lautet:
- "Keep on rockin'"
- Was er einem interessierten Schüler/ einer interessierten Schülerin empfiehlt!
- Lasst Euch nicht von vermeindlich “zu schwierigen” Grundlagenfächern abschrecken! Just do it :-)