Aufbau des Bachelor-Studiengangs Software-System-Entwicklung
Der Bachelor-Studiengang Software-System-Entwicklung (SSE) ist konsequent modularisiert. Entsprechend werden alle Studienleistungen außer der Abschlussarbeit durch das Absolvieren von Modulen erbracht. Die Module sind inhaltlich in die Kategorien Softwaretechnik, Grundlagen der Informatik, Mathematik, Allgemeine Berufsqualifizierende Kompetenzen sowie eines frei wählbaren Anwendungsgebiets einzuordnen.
Softwaretechnische Ausbildung
Die Module Softwareentwicklung 1 (SE1) und Softwareentwicklung 2 (SE2) bilden die Basis der softwaretechnischen Ausbildung. Die in diesen Modulen vermittelten Kenntnisse werden in einem speziellen Softwareentwicklungs-Praktikum (SEP) vertieft und ausführlicher praktisch angewendet. Das anschließend zu belegende Modul Softwaretechnik (SWT) rundet die softwaretechnische Kernausbildung ab. Hier werden Vorgehensmodelle, Projekt- und Modellierungstechniken vorgestellt und theoretisch aufbereitet. Das SWT-Modul sollte frühestens im vierten Semester wählbar sein.
In der zweiten Hälfte des Curriculums ist die Teilnahme an einem Projekt verpflichtend. Üblicherweise geht es hierbei um die koordinierte Zusammenarbeit einer Gruppe Studierender innerhalb der Universität nach einem geeigneten Vorgehensmodell. Alternativ besteht die Möglichkeit, dass Studierende ein Projekt im Team bei einem externen Partner (Industrieunternehmen, Forschungsinstitut) unter festgelegten Randbedingungen durchführen.
Eine „Erdung“ in realen Anwendungskontexten soll vorrangig in einem Industrie-Praktikum stattfinden. Der Umfang entspricht ca. einem dreimonatigen Vollzeit-Praktikum. So kann das Praktikum in der vorlesungsfreien Zeit im Sommer stattfinden, um die Belastung in der Vorlesungszeit zu reduzieren.
Ergänzende Grundlagen der Informatik
Die Pflichtmodule des Studiengangs liegen in den ersten vier Semestern des Curriculums - mit stark abnehmender Tendenz in den höheren Semestern. Die Pflichtmodule der weiteren Grundlagen der Informatik liegen ausschließlich in den ersten drei Semestern. Sie umfassen den Mathematik-Anteil sowie die Module Formale Grundlagen der Informatik, Rechnerstrukturen, Informatik im Kontext und Grundlagen von Datenbanken.
Allgemeine Berufsqualifizierende Kompetenzen
Der Bereich Allgemeine Berufsqualifizierende Kompetenzen besteht aus 2 Modulen, die vorrangig dem Erwerb so genannter Schlüsselqualifikationen dienen. Hierbei handelt es sich zum einen um ein Proseminar, in dem die Aufbereitung fachspezifischer Inhalte zur schriftlichen und mündlichen Präsentation geübt werden soll, und zum anderen um ein Modul Methodenkompetenz, das auf den Erwerb von weiteren Schlüsselqualifikationen abzielt und durch Veranstaltungen auch aus dem Angebot anderer Fachbereiche der Universität Hamburg bzw. anderer Hamburger Hochschulen gefüllt werden kann.
Freie Wahl des Anwendungsgebiets
Für alle skizzierten neuen Berufsbilder ist es wichtig, die Sprache der Anwender in einem Anwendungsgebiet zu sprechen.
Dies gilt für alle gebrauchstauglichen Anwendungen, unabhängig vom fachlichen Kontext.
Das notwendige Grund-Vokabular und ein Verständnis der jeweils vorherrschenden fachlichen Prozesse könnenin Veranstaltungen aus einem
frei wählbaren Anwendungskontext angeeignet werden.
Dies soll auch Anwendungsgebiete zugänglich machen, die klassisch nicht durch „Bindestrich-Informatiken“ abgedeckt sind:
Literaturwissenschaft, Jura, Sozialpädagogik, Geologie, VWL.
Denkbar sind aber auch klassische Anwendungen wie Geographie, BWL, Medizin, Naturwissenschaften.
Schließlich soll auch die Informatik selbst als Anwendungskontext gewählt werden können
(für rein „informatische“ Systeme wie z.B. Informationssysteme, Portale, Entwicklungsumgebungen).
Wahlmöglichkeiten für Informatik-Schwerpunkte
Wahlpflicht-Module können aus einem Kanon von Veranstaltungen in der Informatik gewählt werden. Hier können passend zum Anwendungskontext theoretisch konzeptionelle Schwerpunkte (z.B. Formale Grundlagen der Informatik 2, oder Stochastik und Optimierung) aber auch weitere praktische Veranstaltungen gewählt werden (z.B. ein zweites Praktikum, Logische und/oder Funktionale Programmierung).
Hoher Praxisbezug, hohe Flexibilität
Der Anteil an praktischen Veranstaltungen wird gegenüber dem Bachelor-Studiengang Informatik erheblich angehoben: Bis zu zwei Praktika können angerechnet werden (statt einem im Bachelor-Studiengang Informatik). Zusätzlich zum Projekt wird ein Industrie-Praktikum durchgeführt.