Master-Vertiefungsmodul: Mobilnetze,dienstintegrierte Netze und Echtzeitkommunikation
1. Modulkennung
MV-KVS5
2. Studiengang
Masterstudiengang Informatik
(Vertiefungsgebiet Komplexe verteilte Systeme)
3. Modulbezeichnung
Mobilnetze,dienstintegrierte Netze und Echtzeitkommunikation
4. Modul-Verantwortliche/r
Wolfinger
5. VeranstalterIn/DozentIn
Wolfinger, Heidtmann, Lehmann
6. Sprache
Deutsch mit deutsch- und ggf. englischsprachigem Lehrmaterial, oder Englisch mit englischsprachigem Lehrmaterial.
7. Motivation, Bedeutung für / Stellung im Gesamtprogramm
Die Bedeutung von Rechnernetzen stieg insbesondere während der vergangenen Dekade enorm an und man kann davon ausgehen, dass es in naher Zukunft kaum noch isolierte Rechner geben wird. Insbesondere besitzen das Internet sowie die Mobilnetze seit längerer Zeitein exponentielles Wachstum, das auch in absehbarer Zeit gemäßnahezu sämtlicher Prognosen unabgeschwächt so anhalten wird. Die wirtschaftliche Bedeutung sowohl des Internets als auch der Mobilnetze ist enorm, wie z.B. die Situation in Finnland unterstreicht, wo ein Unternehmen der Kommunikationsindustrie(Nokia) Umsätze erzielt in der Größenordnung des gesamten finnischen Etats. Der vorliegende Modul ’Mobilnetze, dienstintegrierte Netze und Echtzeitkommunikation’ verfolgt das Ziel – aufsetzend auf den Inhalten des Wahlpflichtmoduls ’Datenkommunikation und Rechnernetze’– die Studierenden mit Innovationen und aktuellen Entwicklungen im Bereich von Kommunikations- und Rechnernetzen vertraut zu machen. Der Fokus liegt dabei auf den zunehmend relevanten Herausforderungen an Netze, einerseits Mobilität (der Teilnehmer und der Endgeräte) zu unterstützen sowie andererseits die Übertragung sehr umfangreicher, im allgemeinen multimedialer Inhalte zu realisieren. Daraus ergibt sich der gesteckte Rahmen für die Veranstaltung, nämlich eine vertiefte Behandlung von Mobilnetzen (im lokalen wie im nicht-lokalenBereich) sowie von Netzen mit Dienstintegration, die u.a. zur Echtzeitkommunikation eingesetzt werden. Die Veranstaltung hat ihren Schwerpunkt dabei auf Architekturen, Protokollen, Kommunikationsfunktionen und Algorithmen sowie auf dem Dienstgütemanagement in den behandelten Klassen von Netzen (u.a.WLANs, öffentliche Mobilnetze, ATM-Netze, Internet-Erweiterungen, Netze zur gezielten Unterstützung von Medienkommunikation).
8. Lernziele/Kompetenzen
Diese Lehrveranstaltung behandelt sowohl Architekturkonzepte, Realisierungsvarianten als auch praktische Anwendungeninnovativer Rechnernetze primär aus einer systemorientierten Perspektive, so dass die beabsichtigten Kompetenzen bei den Studierenden insbesondere in einem vertieften Verständnis der komplexen Netze (vgl. scherzhaftes GSM-Synonym ’GreatSignalling Monster’) sowie in einer Befähigung zur Beurteilung gewählter Lösungsansätze sowie deren Limitationen liegen sollten.
Durch die Veranstaltung werden dabei im einzelnen folgende Lernziele angestrebt. Die Studierenden sollen u.a. befähigt werden: die komplexen Architekturen heutiger Mobilnetze zu verstehen; wesentliche Bestandteile der Protokolle und Algorithmen zur Unterstützung von Echtzeit- und Mobilkommunikation zu beherrschen; die Limitationen von Mobilnetzen und des Internets für eine Echtzeitkommunikation zu verstehen und diesbezügliche Netzerweiterungen zu kennen; das Leistungsvermögen von Mobilnetzen (zumindest grob) zu beurteilen; ein – u.a. anhand von Experimentresultaten gewonnenes – Verständnis des Zusammenhangs zwischen Sendeleistung, Reichweite, Fehlerrate und Anzahl aktiver Benutzer in Mobilnetzen nachzuweisen; Auswirkungen innovativer Kommunikationsnetze (wie Mobilnetze) auf Benutzerverhalten und neue Anwendungen zu erkennen; Auswirkungen verlust- bzw. stark verzögerungsbehafteter Netze auf die Audio-/Videoqualität aus Benutzersicht zu verstehen; Kompetenzen zu gewinnen zum Einsatz existierender Netze für Audio-/Videokommunikation unter Berücksichtigung von Qualitätsanforderungen; Chancen und Risiken der Mobil- und Echtzeitkommunikation zu erkennen und zu beurteilen; sowie schließlich, die Komplexität und die Kosten unterschiedlicher QoS-Managemententscheidungen beurteilen zu können.
9. Lehrveranstaltungen
Vorlesung (2 SWS)
integriertes Seminar (2 SWS)
10. Inhalt
I. Mobilnetze
Drahtlose Datenübertragung
Medienzugriffsverfahren
Terrestrische Mobilnetze im Weitverkehrsbereich
Drahtlose lokale Netze
Mobile Vermittlungs- und Transportdienste
II. Dienstintegrierte Netze
Grundlagen der Dienstintegration
Multimediale Anwendungen und daraus resultierende Verkehrsklassen
Dedizierte dienstintegrierte Netze (u.a. ATM-Netze)
Dienstintegration in IP-Netzen
III. Echtzeitkommunikation
Audioübertragung
Videoübertragung
Betriebsmittelverwaltung, Synchronisation, Multicast
Dienstgütemanagement
Integrated und Differentiated Services (IntServ, DiffServ) und neuere IP-Netzerweiterungen
Echtzeitkommunikationsanwendungen in IP-Netzen (VoIP, Video Streaming, …)
11. Bezüge zu anderen Modulen
Innerhalb des Studiengangs: Dieses Modul ist kombinierbar mit weiteren Vertiefungsmodulen des vordefinierten Vertiefungsgebiets KVS.
Weiter kann es nur in Kombination mit dem Wahlpflichtmodul Datenkommunikation und Rechnernetze belegt werden – siehe Voraussetzungen für die Teilnahme.
12. Modulvoraussetzungen
Empfohlen:Wahlpflichtmodule Datenkommunikation und Rechnernetze (bei Wahl dieses Vertiefungsmoduls verpflichtend – siehe Verwendbarkeit des Moduls; es muss allerdings nicht notwendigerweise vor diesem Vertiefungsmodul absolviert sein und ist daher hier als ‚empfohlen’angegeben) und Verteilte Systeme und Informationssicherheit
Die Akkreditierung gestattet keine Verwendung von Bachelor-Modulen im Masterstudiengang und erwartet die Änderung der Fachspezifischen Bestimmungen (FSB) in folgender Hinsicht: Bachelor-Module dürfen keine verpflichtenden Voraussetzungen für die Wahl eines Moduls- oder Vertiefungsmoduls im Masterstudiengang sein.
13. Semester, Studienjahr /-phase
Empfohlenes Semester: 2. Semester (bei Zulassung zum Wintersemester),
3. Semester (bei Zulassung zum Sommersemester)
14. Prüfungsleistungen
Die Zulassung zur Modulprüfung setzt ggf. die regelmäßige Teilnahme an dem Seminar voraus. Die Modulprüfung findet in Form einer Seminararbeit (Hausarbeit) und eines Referats in der Unterrichtssprache sowie einer mündlichen Prüfung in der Unterrichtssprache statt.
Die Zulassung zur Modulprüfung setzt die regelmäßige und erfolgreiche (Seminararbeit und Referat in der Unterrichtssprache) Teilnahme an dem Seminar voraus. Die Modulabschlussprüfung findet in Form einer mündlichen Prüfung (über die Gesamtinhalte des Vorlesungs- und Seminaranteils) in der Unterrichtssprache statt.
15. Bewertung
6 Leistungspunkte (Vorlesung: 3 Leistungspunkte, integriertes Seminar: 3 Leistungspunkte)
16. Periodizität
Sommersemester, jährlich, Dauer: 1 Semester
17. Methodische Aufbereitung und Medienformen
Interaktive Präsentationen, System- und Modelldemonstrationen, Lernmoduln und eLearning-Werkzeuge
Folienskripte teilweise in Englisch als PDF
Kooperation der Lehrenden und TeilnehmerInnen über eine Lernplattform (WebCT)
18. Literatur
Badach: Voice over IP – Die Technik, C. Hanser-Verlag 2004, 347 S.
F. Halsall: Multimedia Communications, Addison-Wesley 2001
G. Krüger, D. Reschke (Hrsg.): Lehr- und Übungsbuch Telematik, 2. Aufl., Fachbuchverlag Leipzig C. Hanser 2002
C. Perkins: Ad Hoc Networking, Addison-Wesley 2001
D. Salomon: Coding for Data and Computer Communications, Springer 2005
J. Schiller: Mobilkommunikation, 2. Aufl., Addison-Wesley 2003
W. Stallings: Wireless Communications and Networks, Prentice-Hall 2002
R. Steinmetz, K. Nahrstedt: Multimedia – Computing, Communications & Applications, Prentice-Hall 1995, 854 S.
S. Tanenbaum: Computer Networks, 4th ed., Prentice-Hall 2003, 891 S.
Walke: Mobilfunknetze und ihre Protokolle 1 – Grundlagen, GSM, UMTS und andere zellulare Mobilfunknetze, 3. Aufl., Prentice-Hall 2002
Wolfinger: Characterization of Mixed Traffic Load in Service-Integrated Networks, Systems Science Journal, Vol. 25, No. 2, 1999, S. 65 - 86