Schwerpunkt Human-Centered Computing (HCC)
Forschung und Lehre in diesem Schwerpunkt befassen sich mit allen Fragen, die sich aus den Wechselwirkungen zwischen komplexen Anwendungskontexten und unterstützenden Informatiksystemen ergeben. Menschengerechte Gestaltung erfordert, die Anwendungskontexte in Bezug auf Personen, Gruppen, Gemeinschaften und Organisationen sowie ihre Aufgaben und Ziele zu berücksichtigen, Gestaltungsoptionen zu erforschen und Gestaltung und Entwicklungsprozesse auf Anwendungskontexte und Gestaltungsoptionen abzustimmen sowie die Wirkungen unterstützender Informatiksysteme im Sinne einer Ko-Evolution in die Weiterentwicklung der Systeme einzubeziehen. Primäres Ziel dabei ist, die Komplexität der Informatiksysteme aus Nutzungssicht beherrschbar zu machen und – wenn möglich – durch angepasste Formen der Interaktion zugänglich zu machen. Dabei sind die vielfältigen Möglichkeiten der multimodalen Wahrnehmung sowie sprachliche wie körperliche Handlungsmöglichkeiten von Menschen zu berücksichtigen.
„Intelligente Systeme“ spielen aus der Sicht dieses Schwerpunktes eine wichtige Rolle bei der Forschung und Entwicklung von Human-Centered Complex Systems, und zwar
- weil sie sich in ihrem Interaktionsverhalten an die Formen der menschlichen Interaktion anpassen können,
- weil die Intelligenz von Systemen eine wesentliche Voraussetzung für die Realisierung hoch-gradig autonomer Systeme darstellt, seien es physikalische Systeme (Roboter) oder seien es virtuelle Agenten (soft-bots, web-bots), und
- weil die Verwendung informatischer Methoden bei der Analyse und Simulation von kognitiven und neuronalen Prozessen, einen wichtigen Bereich interdisziplinären Forschung von Informatik und den Natur- und Lebenswissenschaften darstellt.