MIN-Fakultät
Fachbereich Informatik
Rechenzentrum

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Das Hamburger Hochgeschwindigkeits-Rechnernetz (HHR)

Leistungen

Seit dem 23. Januar 1993 verbindet das Hamburger Hochgeschwindigkeits-Rechnernetz (HHR) über 150 km Glasfaserstrecke die großen Forschungseinrichtungen der Hamburger Region:

Von seiner Konzeption her handelt es sich bei diesem Netz um ein Metropolitan-Area-Network (MAN), welches mit seiner Bandbreite von mindestens 100 MBit/s eine Datenübertragungskapazität bietet, die auch anspruchsvolle Online-Anwendungen, wie beispielsweise X.11-Client/Server-Applikationen, Videokonferenzen, Animationen, zwischen den Rechnern der angeschlossenen Partner problemlos bewältigen kann.

Durch die Beteiligung des Deutschen Klimarechenzentrums sind für die übrigen HHR-Institutionen Höchstleistungsrechner erreichbar (zur Zeit die leistungsfähigsten der Bundesrepublik), die Datenmodelle mit mehreren Gigabyte Input- /Output- Volumen verarbeiten. Diese hohen Datenmengen werden über das HHR sowohl zum Klimarechenzentrum hin transportiert, wie auch zur lokalen Auswertung wieder empfangen. Weiterhin schafft ein solches MAN die Voraussetzungen für eine gemeinsame Nutzung begrenzter Ressourcen durch die beteiligten Forschungseinrichtungen, wie z.B. Hochleistungsrechner, Spezialsysteme, etc., ein notwendiges Vorgehen im Zeichen immer knapper werdender Mittel in den öffentlichen Haushalten.

Technische Realisierung

In der Phase I (1993 bis 1997) wurde das HHR als ein FDDI-MAN aufgebaut. Die Deutsche Telekom AG betrieb ein Netz von IP-Routern, welche als aktive Komponenten den Datenverkehr zwischen den Institutionen vermitteln. Weiterhin sorgten diese Router auch für die Verbindungen innerhalb des HHR selbst: Da als physikalisches Übertragungsprotokoll FDDI eingesetzt wurde, war durch die in diesem Protokoll gegebenen Parameter (Paketgrössen, Token-Laufzeiten) und die gegebene Topologie der Glasfaserstrecken eine Realisierung in mehreren Teilnetzen notwendig.
Zur Vereinfachung der Verwaltung wurde sowohl zwischen den IP-Routern des HHR selbst, wie auch von diesen aus gegenüber den Routern der angeschlossenen Institutionen ein dynamisches Routing-Protokoll (OSPF) eingesetzt, welches die für die Datenkommunikation zwischen den HHR-Partnern notwendigen Routing-Informationen automatisch übertrug.

Das Rechenzentrum der Informatik hatte zusammen mit der Telekom die Konfiguration der HHR-Router konzipiert. Für die Netzadministratoren der oben genannten Institutionen war die Informatik Ansprechpartner für technische Fragen bezüglich des HHR. Häufig waren in der Realisierungsphase von neuen Projekten zwischen den Partnern spezielle Konfigurationsänderungen zu validieren und auch bei Änderungen der internen Netzstrukturen (Hardware und Protokolle) der Institutionen mußte eine Anpassung der HHR-Router erfolgen. Für diese Aufgaben hatte das Informatik-Rechenzentrum von der Telekom die Zugangsrechte für die HHR-Netzkomponenten erhalten.

Mit Beginn des Jahres 1998 konnte in Zusammenarbeit mit dem DFN-Verein und der DeTeSystem das HHR in ein ATM-MAN mit einem gemeinsamen B-WiN-Anschluß im Rahmen eines HH GAP (Hamburger Gemeinschaftsanschlußpaketes) überführt werden.

Diese Umstellung schaffte die Voraussetzung dafür, die Phase I - das "alte" FDDI-MAN - durch eine Phase II - ein modernes und gleichzeitig zukunftweisendes ATM-MAN mit wesentlich höheren Übertragungsbandbreiten zwischen den einzelnen Institutionen - zu ersetzen. Über einen gemeinsamen 155 MBit/s B-WiN-Anschluß steht damit den HHR-Partnern ein breitbandiger Anschluß an das deutsche Wissenschaftsnetz zur Verfügung. Mit dieser leistungsstarken Anbindung an Hochgeschwindigkeits-Fernverbindungen und Netze kann somit auch in Zukunft die Nutzung der bisher im HHR bereits eingesetzten, anspruchsvollen Applikationen auch zu entfernteren Partnern sicher gestellt werden.

Die offizielle Inbetriebnahme des ATM-HHR fand am 6. Februar 1998 im Rahmen einer Festveranstaltung statt.

Terminierung des HHR im Jahr 2000

Mit der G-WiN-Einführung zur Mitte des Jahres 2000, mit der das B-WiN durch das Gigabit-Wissenschaftsnetz - eines der modernsten Internet-Kommunikationsnetze in Deutschland - abgelöst wurde, wurden Lösungen, wie das HHR-ATM, vom DFN-Verein nicht weiter gefördert. Somit war der Übergang zum G-WiN für die Hamburger Wissenschaftseinrichtungen als eine Überführung in den G-WiN-Regelbetrieb anzusehen und damit eine Terminierung des HHR zum 30.Juni 2000 zwingend.