Eine kleine Einführung in 4DOS
März 1998

Inhalt

Einleitung

Seit der Einführung von MS-DOS im Jahre 1981 haben viele Anwender bemängelt, daß der Umgang mit der Kommando-Ebene sehr unkomfortabel sei. Das selektive Kopieren oder Löschen von Dateien ist sehr mühselig, der Umgang mit vielen Unterverzeichnissen ist kaum zu bewältigen. Die Antwort der Software-Industrie waren Dateimanager wie 1DIR, XTREE und NORTON COMMANDER.

4DOS geht einen etwas anderen Weg: Es ersetzt COMMAND.COM, also den Teil des Betriebssystems, der so unbefriedigend ist. Das hat einige Vorteile:

Dieses Seiten sollen Ihnen den Einstieg in 4DOS erleichtern und Sie neugierig machen auf die weiteren Fähigkeiten dieses hervorragenden Programmes. Ich selbst benutze 4DOS seit 1989 und kann nicht verhehlen, daß ich begeistert bin.

Die aktuelle Version von 4DOS ist 6.01a. Sie werden 4DOS in erster Linie als Dateimanager unter Windows (3.1/95/NT) benutzen anstelle des MS-DOS-Promptes. 4DOS kann mit allen neuen Features von Windows 95 wie z.B. den langen Dateinamen umgehen (es gibt auch Versionen von 4DOS für Windows NT und OS/2). Mehr dazu am Ende dieses Dokumentes.

4DOS stammt aus einer kleinen Softwarefirma in USA. Es wird als Shareware vertrieben, d.h. das Kopieren und die Weitergabe des Programmes ist ausdrücklich erlaubt. Sie können erst ausgiebig testen bevor Sie das Programm bezahlen müssen. Die Shareware-Version meldet sich mit einem entsprechenden Hinweis beim Start. Sie ist in keiner Art in ihrer Funktion eingeschränkt.

Nun aber genug der Vorrede. Beginnen wir mit der Vorstellung von 4DOS.

4DOS Features

Neue Kommandos

Unter 4DOS kommen zu den Kommandos von MS-DOS ca. 50 neue hinzu. Sie können sich alle internen Kommandos durch Eingeben eines Fragezeichens (?) anzeigen lassen.

Hilfesystem

4DOS stellt Ihnen ein umfangreiches Hilfesystem zur Verfügung. Ein Druck auf die Taste F1 ruft den Index auf, von dem man mit den Cursortasten oder mit der Maus das gewünschte Thema wählt.

Automatische Namensergänzung

Sie werden nie mehr Datei- oder Pfadnamen vollständig eintippen müssen. Ein Druck auf die Taste Tab ergänzt jeden unvollständig eingegebenen Dateinamen.

Erweiterte Befehlszeile

4DOS erlaubt es Ihnen, mehr als einen Befehl pro Zeile einzugeben. Die Befehlszeile kann wie bei einem Texteditor editiert werden. Durch eine History-Funktion läßt sich jeder Befehl wieder aufrufen, verändern und ausführen.

Schnelle Batchdateien

Zusätzlich zu den normalen Batchdateien (Endung .BAT) ermöglicht 4DOS schnelle Batchdateien (Endung .BTM), die vollständig im Speicher ablaufen. Zusätzlich gibt es mehr als 25 neue Befehle und Funktionen zur Programmierung von Batchdateien. Die Batchdateien können mit einem speziellen Programm komprimiert werden, wodurch sie abermals schneller und unveränderbar werden.

Aliase

Häufig benötigte Befehlsfolgen können mit einem Namen versehen werden, unter dem sie von Ihnen benutzt werden. Außerdem können Sie diese neuen Befehle einer Funktionstaste zuordnen sowie mehrere Aliase kombinieren.

Dateibeschreibungen

Jede Datei und jedes Verzeichnis kann mit einer bis zu 511 Zeichen langen Beschreibung versehen werden. Diese wird mit den Befehlen DIR und SELECT angezeigt und von den Befehlen DIR, COPY, MOVE, RENAME und DEL verarbeitet.

Verzeichnisse

Mit CD können Sie Verzeichnisse, mit CDD Laufwerke und Verzeichnisse wechseln. Außerdem können Sie durch Eingabe des Laufwerk/Verzeichnisnamens gefolgt von einem Backslash (\) sofort in jedes Verzeichnis wechseln. Alle jemals besuchten Verzeichnisse werden in einer History-Liste gespeichert und können auf einem Stack abgelegt werden.

Kommando-Log

Alle am DOS-Prompt eingegebenen Kommandos können in eine Logdatei geschrieben werden. Jedes Kommando wird mit Datum und Uhrzeit versehen. Das ermöglicht Ihnen später eine Auswertung der Aktivitäten am PC.

Dateibetrachter

4DOS stellt Ihnen mit dem Kommando LIST einen komfortablen Betrachter für Dateien im ASCII- und Hex-Format zur Verfügung. Sie werden bald das TYPE vergessen haben.

Installation

Testbetrieb

Die Installation ist einfach durchzuführen. Bei den folgenden Beispielen gehe ich davon aus, daß Sie ein MS-DOS-Fenster unter Windows 95 geöffnet haben und die Befehle am Prompt eingeben. Wenn Sie 4DOS unter Windows 95 als primäre Shell einsetzen wollen, so müssen Sie eine kleine Änderung in der CONFIG.SYS vornehmen. Dazu später mehr.

Zuvor müssen Sie jedoch die ZIP-Datei der Installationsdiskette in ein spezielles Verzeichnis auf Ihrer Festplatte kopieren. Dieses Verzeichnis nennen Sie "4DOS". Dazu legen Sie die Diskette in Laufwerk A: (oder B:, je nach Diskettenformat) und geben ein:

C:\> md 4DOS
C:\> cd 4DOS
C:\4DOS> copy A:*.*
Zum Entpacken der 4DOS-Datei benötigen Sie das Programm PKUNZIP. Geben Sie also als nächstes ein:

C:\4DOS> pkunzip 4dos600.zip
Es erscheinen allerlei Meldungen des Entpackprogrammes auf dem Bildschirm. Wenn das Entpacken des Programmes beendet ist, können Sie die gepackte Datei und das Entpackprogramm von Ihrer Festplatte löschen:

C:\4DOS> del *.zip
C:\4DOS> del PKUNZIP.EXE
Nun können Sie 4DOS einmal ausprobieren. Geben Sie einfach 4DOS ein, kurz darauf erhalten Sie die folgende Meldung:

Welcome to 4DOS!

This installation procedure is run automatically the first time
you start a new downloaded or trial copy of 4DOS.  It is written
entirely in the 4DOS batch language.

If you are new to 4DOS, this procedure will install 4DOS on your
system.  No system files will be modified without your permission.

If you already have a previous version of 4DOS installed, this
procedure will copy the settings (4DOS.INI and 4START) and
registration information (if available) from the previous version,
and -- after requesting your permission -- will update the
appropriate configuration files.

If you have already installed this new version of 4DOS, or prefer to
perform the installation manually as described in the  file, you
can exit now, and this installation program will not be run again.

Proceed with installation (Y/N)?
4DOS will jetzt die komplette Installation vornehmen. Dazu gehören unter anderem einige Einträge in der Windows Registry, damit ein Kontextmenü ("4DOS Prompt Here") etabliert wird. Wir wollen hier aber erst einmal abbrechen und beantworten die Frage mit "N".

Wir können diese Prozedur später jederzeit wieder starten. Es ist eine Batchdatei mit dem Namen _4INST.BTM, die jetzt umbenannt wurde in _4INST.BTX. Um sie später noch einmal zu benutzen, brauchen wir sie nur wieder zurück zu benennen.

Nach dem Abbruch der Installationprozedur sind Sie bereits in 4DOS! Sie können das überprüfen, indem Sie mal folgendes eingeben:

C:\4DOS> ver /r

4DOS 6,00B   (Win95) DOS 7,00
Copyright 1988-1997  Rex Conn & JP Software Inc.  All Rights Reserved
4DOS S/N 999001, shareware version.  You may try this program for up to 21
days before registering.  See ORDFORM.TXT for prices and registration form.
Wenn Sie nicht die obige Meldung von 4DOS erhalten, geben Sie noch einmal "4DOS" am Prompt ein und Sie erhalten folgendes:
C:\4DOS> 4dos
4DOS EMS swapping initialized (208K)
4DOS running under Windows 95

4DOS 6,00B   (Win95) DOS 7,00
Copyright 1988-1997  Rex Conn & JP Software Inc.  All Rights Reserved
4DOS S/N 999001, shareware version.  You may try this program for up to 21
days before registering.  See ORDFORM.TXT for prices and registration form.
Möglicherweise werden Sie bemerken, daß sich Ihr Prompt verändert hat: Er zeigt nun Kleinbuchstaben. Das ist abhängig von der Einstellung Ihrer PROMPT-Variablen. Wenn Sie die Pfadnamen so sehen wollen, wie sie gespeichert sind, so geben Sie ein:
C:\4DOS> prompt $P$g
(Beachten Sie das große P hinter dem ersten Dollarzeichen!)

Drücken Sie jetzt einmal F1 und spielen Sie mit dem Hilfesystem. Um es zu verlassen, drücken Sie die Taste Esc. Geben Sie einmal DIR/2VZ ein, und Sie erhalten ein zweispaltiges, vertikal sortiertes Inhaltsverzeichnis. Holen Sie sich mehr Hilfe zum DIR-Kommando indem Sie HELP DIR eingeben. Verlassen Sie die Hilfe wieder mit Esc. Geben Sie nun darauf ein LIST README.DOC. Sie sehen die Datei README.DOC auf dem Bildschirm und können sich darin mit den Cursortasten sowie Bild auf und Bild ab bewegen. Verlassen Sie den Dateibetrachter mit Esc. Nun holen Sie einmal mit den Tasten auf oder ab die bisher eingegebenen Befehle wieder auf den Bildschirm. Sie können sie verändern und noch einmal ausführen mit der Taste Return.

Schnell-Installation

Nach dieser kurzen Erkundung verlassen Sie 4DOS durch Eingabe von EXIT. Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten, um weiter zu machen:

  1. 4DOS als primäre Shell einrichten. 4DOS wird geladen, bevor Windows startet.

  2. 4DOS als sekundäre Shell unter Windows einrichten. 4DOS wird erst geladen, wenn es statt des MS-DOS-Promptes aufgerufen wird.
4DOS als primäre Shell

Wechseln Sie ins Hauptverzeichnis Ihrer Festplatte und ändern Sie die Datei CONFIG.SYS:

C:\4DOS> cd \
C:\> edit CONFIG.SYS
Fügen Sie nun die folgende Zeile hinzu:

SHELL=C:\4DOS\4DOS.COM  C:\4DOS  /P
Das war´s. Alle weiteren Konfigurationen, falls sie erforderlich sein sollten, werden in der Datei 4DOS.INI eingetragen. Die Syntax entnehmen Sie bitte der 4DOS-Dokumentation.

Starten Sie nun Ihren Rechner neu. Wenn Sie keine Fehler gemacht haben, wird er nun mit 4DOS als Kommandoprozessor booten.

4DOS als sekundäre Shell

Nach dem Testbtrieb verlassen Sie das DOS-Fenster mit "EXIT". Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Desktop. Wählen Sie im Kontextmenü "Neu/Verknüpfung".

Drücken Sie in der Dialogbox den Knopf "Durchsuchen". Gehen Sie in das Verzeichnis von 4DOS (also C:\4DOS) und wählen Sie die Datei 4DOS.COM. Ihre Befehlszeile muß nun lauten "C:\4DOS\4dos.com".

Klicken Sie auf "Weiter" und geben Sie einen Namen für die Verknüpfung ein, z.B. "4DOS 6.0". Klicken Sie nochmals auf "Weiter" und das Icon für die Verknüpfung erscheint. Es ist allerdings noch ein MS-DOS-Icon. Das werden wir gleich ändern.

Klicken Sie mit der rechten Maustaste darauf und wählen Sie "Eigenschaften" im Kontextmenü. Wählen Sie im Eigenschaften-Fenster die Registerkarte "Programm". Drücken Sie den Knopf "Anderes Symbol". Drücken Sie nun den Knopf "Durchsuchen". Wechseln Sie in das 4DOS-Verzeichnis und wählen Sie die Symboldatei 4DOS.ICO. Schließen Sie alle Dialogboxen mit "OK". Nun erscheint auf dem Desktop das 4DOS-Symbol, ein purpurner Blitz.

Im nächsten Kapitel werden Sie einige Fähigkeiten von 4DOS näher kennen lernen und ausprobieren können. Wenn etwas nicht klappt, vergessen Sie bitte nicht, die Schreibweise Ihrer Kommandos zu überprüfen und gegebenenfalls das Hilfesystem F1 zu benutzen.

Arbeiten mit 4DOS

Hilfe

4DOS enthält über 50 neue Befehle. Wenn Sie diese einmal in Form einer Liste sehen möchten, geben Sie einfach ein Fragezeichen (?) ein:

c:\> ?
?           ALIAS       ATTRIB      BEEP        BREAK       CALL
CANCEL      CASE        CD          CDD         CHCP        CHDIR
CLS         COLOR       COPY        CTTY        DATE        DEFAULT
DEL         DELAY       DESCRIBE    DIR         DIRHISTORY  DIRS
DO          DRAWBOX     DRAWHLINE   DRAWVLINE   ECHO        ECHOERR
ECHOS       ECHOSERR    ENDLOCAL    ENDSWITCH   ERASE       ESET
EXCEPT      EXIT        FFIND       FOR         FREE        GLOBAL
GOSUB       GOTO        HELP        HISTORY     IF          IFF
INKEY       INPUT       KEYBD       KEYSTACK    LH          LIST
LOADBTM     LOADHIGH    LOCK        LOG         MD          MEMORY
MKDIR       MOVE        ON          OPTION      PATH        PAUSE
POPD        PROMPT      PUSHD       QUIT        RD          REBOOT
REM         REN         RENAME      RETURN      RMDIR       SCREEN
SCRPUT      SELECT      SET         SETDOS      SETLOCAL    SHIFT
SWAPPING    SWITCH      TEE         TEXT        TIME        TIMER
TOUCH       TREE        TRUENAME    TYPE        UNALIAS     UNLOCK
UNSET       VER         VERIFY      VOL         VSCRPUT     Y
Sie sehen eine Liste der internen Kommandos. Die externen Kommandos von MS-DOS, wie FORMAT oder XCOPY, sind nicht enthalten. Diese liegen ja auch als Programme vor und bleiben daher unverändert.

Wenn Sie mehr sehen möchten als nur die internen Kommandos, so drücken Sie zweimal F1. Es erscheint eine Tabelle mit den Namen aller MS-DOS-Kommandos und einigen Stichworten in der Spalte ganz links. Bewegen Sie den Cursor (den hellen Balken) mit der Taste ab auf das Stichwort "Commands", oder tippen Sie auf der Tastatur COM, und sehen Sie, wie der Cursor zum Stichwort springt. Wenn das Wort "Commands" hell markiert ist, drücken Sie Return. Es erscheint nun eine Übersicht aller Kommandos, geordnet nach Funktionsgruppen. In dieser Übersicht können Sie mit den Tasten Bild auf und Bild ab seitenweise blättern. Die Befehle sind im Text hellblau hervorgehoben. Einer davon ist mit einem hellen Cursor versehen. Bewegen Sie nun den Cursor mit den Tasten auf, ab, links und rechts auf den Befehl "CLS". Drücken Sie Return und lesen Sie die Erläuterungen zum Befehl CLS. Auch hier können Sie wieder mit Bild auf und Bild ab seitenweise blättern.

Sie kommen durch mehrmaliges Drücken der Taste Esc wieder zur Hauptübersicht zurück. Wählen Sie einen anderen Punkt aus und lesen Sie den Text. Wenn Sie genug gelesen haben drücken Sie so oft Esc bis die blauen Tafeln ganz verschwunden sind und Sie wieder Ihren Prompt haben.

Sie können Hilfe zu einzelnen Befehlen auf zwei verschiedene Weise bekommen:

  1. Geben Sie einen Schrägstrich und ein Fragezeichen (/?) hinter einem Befehl ein, bevor Sie Return drücken. Sie erhalten dann eine Kurzhilfe zu dem Befehl. Das funktioniert ab MS-DOS 5.0 auch mit den externen Befehlen.

  2. Drücken Sie nach Eingabe des Befehles die Taste F1. Das Hilfesystem von 4DOS ist kontextsensitiv, d.h. Sie erhalten einen Hilfetext zu genau dem Befehl, den Sie gerade eingetippt haben.
Befehle

Nun wollen wir einige Befehle erproben. Ich gehe davon aus, daß Sie sich bereits im Verzeichnis von 4DOS befinden. Falls nicht, wechseln Sie bitte mit cd 4dos dorthin. Als erstes lassen Sie sich ein Inhaltsverzeichnis anzeigen:

c:\4dos> dir
 Volume in drive D is DPC07_PART2    Serial number is 2819:13DA
 Directory of  C:\4DOS\*
 
15.09.97  12:45         <DIR>    .
15.09.97  12:45         <DIR>    ..
15.09.97   9:35         223.496  4DOS.COM
15.09.97   9:35         739.960  4DOS.HLP
15.09.97   9:35             766  4DOS.ICO
15.09.97   9:35             380  4DOS.INI
17.09.97   9:04             995  4DOS.PIF
15.09.97   9:35           3.646  4DOSOS2.ICO
15.09.97   9:35          59.712  4HELP.EXE
... ...
... ...
      1.342.708 bytes in 20 files and 2 dirs    1.556.480 bytes allocated
    381.075.456 bytes free
Diese Tabelle rauscht eventuell so schnell vorbei, daß Sie nicht alles sehen können. Deshalb versuchen Sie es gleich noch einmal, diesmal aber mit einem Parameter hinter dem Befehl:

c:\4dos> dir /p
Das Ergebnis ist das gleiche wie vorher, Sie werden nur am Ende eines jeden Bildschirmes eine Zeile mit dem Text

Press ESC to quit or another key to continue...
finden. Sie können sich nun den Bildschirm in Ruhe betrachten. Wenn Sie irgend eine Taste drücken, folgt die nächste Bildschirmseite, bis das ganze Inhaltsverzeichnis angezeigt ist. Wenn Sie Esc drücken, wird das Auflisten abgebrochen. Sie werden bemerken, daß die Dateien alphabetisch sortiert angezeigt werden. 4DOS kann Dateien nach allen möglichen Kriterien sortieren, unter anderem nach Datum, Größe und Endung. Näheres hierzu lesen Sie bitte in der Hilfe unter DIR nach.

Aber es geht auch noch anders! 4DOS kann Directories zwei- und vierspaltig anzeigen. Das sollten Sie gleich einmal ausprobieren:

c:\4dos> dir /2vx
 Volume in drive D is DPC07_PART2    Serial number is 2819:13DA
 Directory of  C:\4DOS\*

.            <DIR>     12.09.97  12:20  EXAMPLES.BTM    12832  15.09.97   9:35
..           <DIR>     12.09.97  12:20  HELPCFG.EXE     11556  15.09.97   9:35
4DOS.COM       223496  15.09.97   9:35  INSTHELP.EXE    19344  15.09.97   9:35
4DOS.HLP       739960  15.09.97   9:35  JP4DOS.INF       2814  15.09.97   9:35
4DOS.ICO          766  15.09.97   9:35  JPOS2INS.CMD    21002  15.09.97   9:35
4DOS.INI          380  15.09.97   9:35  JPSOFT.INF       7373  15.09.97   9:35
4DOS.PIF          995  17.09.97   9:04  KSTACK.COM        555  15.09.97   9:35
4DOSOS2.ICO      3646  15.09.97   9:35  OPTION.EXE     173066  15.09.97   9:35
4HELP.EXE       59712  15.09.97   9:35  README.TXT      15027  15.09.97   9:35
4START.BAT        111  15.09.97   9:35  UPGFORM.TXT      6478  15.09.97   9:35
BATCOMP.EXE     21214  15.09.97   9:35  _4INST.BTX      22381  15.09.97   9:35
      1.342.708 bytes in 20 files and 2 dirs    1.556.480 bytes allocated
    381.075.456 bytes free
Dabei bedeutet der Parameter /2vx, daß die Ausgabe zweispaltig und vertikal sortiert erfolgen soll. Das "x" bewirkt, daß die kurzen Dateinamen angezeigt werden. Nur so werden in der zweispaltigen Liste auch Dateigröße und -datum angezeigt. Für eine vierspaltige Liste, vertikal sortiert, geben Sie bitte dir /4vx ein. Versuchen Sie es!

Manchmal suchen Sie vielleicht eine bestimmte Datei, wissen jedoch nicht, in welchem Verzeichnis sie sich befindet. Für solche Fälle gibt es den "Dateisucher à la 4DOS". Um zum Beispiel die Datei ZEIT2 zu finden, geben Sie folgendes ein:

c:\> dir /sb zeit2.*
c:\asm\a86\zeit2.a86
c:\asm\a86\zeit2.com
Die zwei Zeilen unter Ihrem Kommando zeigen, daß 4DOS zwei Dateien gefunden hat, und zwar im Verzeichnis \ASM\A86. Sie können nun in dieses Verzeichnis wechseln und Ihre Dateien bearbeiten.

Besonders dann, wenn Sie sich im Büro einen PC mit mehreren Kollegen teilen, taucht oft die Frage auf: Welche Dateien sind seit gestern neu erzeugt worden? Diese Frage läßt sich mit 4DOS leicht beantworten. Verwenden Sie einfach den "Dateisucher" von oben in Kombination mit einem "Datumsbereich":

c:\> dir /sb /[d-1]
c:\WINDOWS\win.ini
c:\winword\hausbau.doc
Hierbei ist der Schalter /[d-1] der Datumsbereich. "d-1" bedeutet "gestern", "d-2" bedeutet "vorgestern" und so weiter. Sie sehen sofort, daß die Datei WIN.INI verändert wurde. Außerdem ist die Datei HAUSBAU.DOC erzeugt worden.

Es gibt in 4DOS noch zwei weitere Bereiche: Zeit und Dateigröße. Lesen Sie bitte hierzu in der Dokumentation nach oder wählen Sie im Hilfesystem (Taste F1 ) den Punkt "File Selection" und dann "Date, Time, and Size Ranges".

Mit 4DOS können Sie Ihre Dateien mit einer kurzen Beschreibung versehen. Bis zu 511 Zeichen pro Dateiname sind möglich. Ohne eine besondere Einstellung in der Datei 4DOS.INI (hierzu siehe Dokumentation oder Hilfesystem) werden 40 Zeichen verarbeitet. Geben Sie bitte einmal dieses ein:

c:\4dos> describe 4dos.com "DER Kommandointerpreter"
Wenn Sie sich als nächstes ein Directory anzeigen lassen, werden Sie zu jeder Datei die von Ihnen eingegebenen Beschreibungen sehen. Diese Beschreibungen werden mit jedem internen Befehl wie DIR, COPY, RENAME und DELETE aktualisiert, jedoch nicht von externen Programmen.

c:\4dos> dir /z 4*.*
 Volume in drive D is DPC07_PART2    Serial number is 2819:13DA
 Directory of  C:\4DOS\4*.*

4DOS.COM       223496  15.09.97   9:35 DER Kommandointerpreter
4DOS.HLP       739960  15.09.97   9:35
4DOS.ICO          766  15.09.97   9:35
4DOS.INI          380  15.09.97   9:35
4DOS.PIF          995  17.09.97   9:04
Im Gegensatz zu den üblichen DOS-Versionen erlaubt 4DOS zu allen internen Befehlen mehrere Dateinamen auf der Kommandozeile. Zum Beispiel werden mit dem folgenden Befehl drei Dateien "in einem Rutsch" kopiert. Dabei fällt auf, daß 4DOS recht ausführliche Meldungen ausgibt. Sie wissen also immer genau, was geschieht:
c:\4dos> copy 4dos.com brand5.exe kstack.com A:\
c:\4dos\4dos.com => a:\4dos.com
c:\4dos\brand5.exe => a:\brand5.exe
c:\4dos\kstack.com => a:\kstack.com
    3 file(s) copied
Beim Löschen von Dateien erlaubt 4DOS viele Zusätze, die dem sicheren Arbeiten dienen. So ist zum Beispiel eine Sicherheitsabfrage vor jedem Löschen möglich durch den Schalter /P:

a:\> del /p *.com
Delete a:\4dos.com (Y/N/R)? n
Delete a:\kstack.com (Y/N/R)? y
    1 file(s) deleted    1.024 bytes freed
Vor dem Kopieren oder nach dem Löschen von Dateien möchten Sie vielleicht manchmal gern wissen, wieviel Platz noch auf Ihrem Datenträger ist. In 4DOS gibt es dafür ein Kommando, das schneller ist als CHKDSK von MS-DOS:

c:\> free
Volume in drive D is DPC07_PART2    Serial number is 2819:13DA
   769.769.472 bytes total disk space
   388.710.400 bytes used
   381.059.072 bytes free
Als Ergänzung zu dem MS-DOS-Befehl MEM ist der 4DOS-Befehl MEMORY gedacht. Die Anzeige des Speicherplatzes für History und Alias würde in MS-DOS nicht erscheinen:

c:\> memory

    655.360 bytes total DOS RAM
    569.264 bytes free

  1.048.576 bytes total EMS memory
    835.584 bytes free

  1.048.576 bytes free XMS memory  (HMA in use)

      1.024 bytes total environment
        870 bytes free

      1.024 bytes total alias
      1.023 bytes free

        512 bytes total history
Wildcards

4DOS unterstützt die Jokerzeichen ? und * als Platzhalter für ein bzw. mehrere Zeichen. Diese arbeiten genauso, wie Sie es von DOS bisher gewohnt sind. Das Fragezeichen ersetzt genau ein beliebiges Zeichen:

c:\> dir sa?en.t?t
findet die Dateien SAMEN.TXT, SAGEN.TOT und SAXEN.TNT. Der Stern dagegen steht für eine beliebige Anzahl beliebiger Zeichen. Das folgende Beispiel gibt alle Dateien aus, die mit ST beginnen und deren Endung mit D beginnt. Darunter können STAEDTE.DBF, STEFAN.DOC und ST.D sein:

c:\> dir st*.d*
Mit 4DOS können Sie jedoch nach Zeichenfolgen suchen, die irgendwo in der Mitte oder am Ende des Dateinamens vorkommen. Ein Beispiel:

c:\> dir *aus*.txt
findet die Dateien AUSTER.TXT, HAUS2.TXT, KLAUS.TXT und AUS.TXT. Dieses Beispiel hätte in MS-DOS nur die Wirkung wie dir *.txt gehabt.

Noch viel leistungsfähiger sind die erweiterten Wildcards von 4DOS. Sie werden in eckige Klammern geschrieben und ersetzen genau ein Zeichen. In Verbindung mit ? und * können sie sehr differenziert Dateien selektieren. Das folgende Beispiel findet die Dateien BRIEF1.TXT bis BRIEF9.TXT, jedoch nicht BRIEF0.TXT oder BRIEF.TXT:

c:\> dir brief[1-9].txt
Das nächste Beispiel selektiert alle Dateinamen, die am Ende einen Vokal haben:

c:\> dir *[aeiou].txt
Man kann auch eine Gruppe von Zeichen ausschließen. Dazu setzt man ein Ausrufezeichen hinter die erste (öffnende) Klammer:

c:\> dir *[!aeiou].txt
Das letzte Beispiel wählt alle Dateien aus, deren Namen am Ende keinen Vokal haben.

Kommandozeile

In 4DOS können Sie die Befehlszeile wie mit einem Texteditor bearbeiten bevor Sie Return drücken. Es gibt zwei verschiedene Modi zum Editieren: Den Überschreib- und den Einfügemodus. Normalerweise befinden Sie sich im Überschreibmodus. Er ist daran zu erkennen, daß der Cursor als Unterstrich dargestellt wird. Um in den Einfügemodus zu wechseln, drücken Sie die Taste Einfg auf Ihrer Tastatur. Der Cursor verwandelt sich in ein solides Rechteck.

Innerhalb der Kommandozeile können Sie sich mit den Tasten links und rechts zeichenweise bewegen, während Sie mit Strg - links und Strg - rechts den Cursor wortweise bewegen können. Ein Druck auf Pos1 oder Ende bringt Sie schnell an den Anfang bzw. ans Ende der Zeile. Sie können nun an jeder Stelle in der Zeile schreiben. Abhängig vom Modus wird alter Text durch den neuen überschrieben oder der neue eingefügt.

Die Befehlszeile darf bis zu 255 Zeichen lang sein. Auf dem Bildschirm werden längere Zeilen dann automatisch in der nächsten Zeile fortgesetzt. Das eigentliche Zeilenende (und die Ausführung des Befehls) wird jedoch erst durch die Return - Taste erzeugt. Die lange Zeile bleibt voll editierbar. Mit den Tasten Rück und Entf löschen Sie jeweils ein Zeichen links bzw. rechts vom Cursor. Mit Strg - L löschen Sie ein ganzes Wort links vom Cursor, mit Strg - R ein Wort rechts vom Cursor. Noch weiter geht Strg - Pos1: damit löschen Sie alles vom Beginn der Zeile bis zum Cursor. Dagegen löscht Strg - Ende alles vom Cursor bis zum Ende der Zeile. Schließlich löscht Esc die gesamte Zeile, egal wo der Cursor sich befindet.

In 4DOS können Sie mehrere Befehle, die nacheinander ausgeführt werden sollen, in eine Zeile schreiben. Sie müssen die einzelnen Befehle nur durch ein besonderes Zeichen voneinander trennen. Voreingestellt ist das Zeichen ^ (Caret). Wenn Sie z.B. zunächst eine Floppy formatieren und dann einige Dateien kopieren wollen, können Sie folgendes eingeben:

c:\texte> format a: ^ copy *.txt a: ^ dir a:
Damit werden alle Dateien mit Endung .TXT auf das Laufwerk A: kopiert und dann das Inhaltsverzeichnis von A: angezeigt. Die gesamte Zeile darf nicht länger als 255 Zeichen werden. Solche Mehrfachbefehle werden häufig in Batchdateien und Aliases verwendet. Mehr dazu später.

4DOS hilft Ihnen beim Eingeben von Dateinamen. Dazu geben Sie nur die ersten paar Buchstaben ein und drücken dann Tab oder F9. 4DOS wird unverzüglich Ihre Eingabe mit dem ersten Dateinamen aus dem aktuellen Verzeichnis ergänzen. Ist das noch nicht der von Ihnen gewünschte, so drücken Sie nochmals Tab. Ein Piepser erklingt, wenn 4DOS keine weiteren passenden Namen mehr findet. War doch der erste Name der richtige, so drücken Sie mehrmals Shift - Tab oder F8 bis wieder der erste Name in der Kommandozeile steht. Ein Beispiel: Sie wollen eine Datei kopieren, von der Sie den genauen Namen nicht mehr wissen. Sie wissen nur, daß sie mit "AU" begann. Schreiben Sie nun

c:\> copy au
und lassen Sie den Cursor unmittelbar hinter dem "U" stehen. Drücken Sie nun auf Tab, und Sie erhalten AUTOEXEC.BAT. Drücken Sie nochmals Tab, und es erscheint AUGSBURG.DOC. Diese Datei wollten Sie haben! Ergänzen Sie nun die Kommandozeile:

c:\> copy augsburg.doc b:
Diese Namensergänzung funktioniert auch mit Wildcards. Die folgende Kommandozeile könnte sinnvoll sein, wenn Sie aus einer großen Anzahl von Dateien eine mit einer bestimmten Endung löschen wollen:

c:\aseasy> del *.wks
Mehrmaliges Drücken auf Tab bringt nacheinander zum Teil recht kryptische Dateinamen in die Kommandozeile. Wenn der richtige erscheint, drücken Sie Return. So wird auf jeden Fall nur die Datei gelöscht, die Sie wollen. Tippfehler sind hierdurch ausgeschlossen.

Diese Namensergänzung von 4DOS können Sie auch zum schnellen Verzeichniswechsel nutzen. Wenn Sie noch keinen gültigen Befehl (etwa COPY, DEL oder DIR) auf der Kommandozeile stehen haben, ergänzt ein Druck auf die Tab - Taste nur mit Namen von ausführbaren Dateien (.EXE, .COM, .BAT) oder Verzeichnissen. Bei Verzeichnissen wird automatisch ein "Backslash" ( \ ) hinter den Namen gesetzt. Wenn der richtige Verzeichnisname erscheint, drücken Sie nur Return und schon sind Sie dort. Ein Beispiel:

C:\> s
Drücken Sie Tab und 4DOS ergänzt:

C:\> shareware\
Drücken Sie Return:

c:\shareware>
Der schnelle Verzeichniswechsel funktioniert auch mit geschachtelten Verzeichnissen. Sie geben nach dem Backslash nur einen Buchstaben ein und drücken wieder auf Tab. Den Befehl CD oder CHDIR brauchen Sie nicht mehr.

History

4DOS speichert die von Ihnen eingegebenen Befehle in einer History-Liste. Die Größe dieser Liste beträgt normalerweise 1024 Bytes, das entspricht etwa 50 bis 100 Befehlen. Das läßt sich aber mit Hilfe der Datei 4DOS.INI verändern. Näheres hierzu entnehmen Sie bitte der Dokumentation oder dem Hilfesystem.

Mit den Tasten auf und ab bewegen Sie sich durch die Liste. Mit auf rufen Sie den zuletzt benutzten Befehl wieder auf, mit ab den ältesten. Diese Liste ist wie ein Ring angeordnet, d.h. der älteste Befehl und der jünste folgen aufeinander.

Als einfaches Beispiel nehmen Sie das Wiederholen eines Befehles. Sie haben beispielsweise gerade einige Dateien vom Laufwerk C: auf eine Diskette kopiert:

c:\> copy *.doc *.wks *.dbf a:
Darauf wechseln Sie zum Laufwerk D: und möchten nun diesen Befehl noch einmal ausführen. Drücken Sie dazu mehrmals die Taste auf bis der gewünschte Befehl erscheint. Zum Ausführen des Befehls drücken Sie die Return - Taste.

Sie können den Befehl auch noch verändern, bevor Sie Return drücken. Wenn Sie etwa diesmal auf das Laufwerk B: kopieren möchten, bewegen Sie den Cursor mit der Taste links auf den Buchstaben "a" und überschreiben ihn mit einem "b". Wenn Sie außerdem keine Dateien des Typs .DOC kopieren möchten, bewegen Sie den Cursor auf das Leerzeichen hinter "doc" und betätigen fünfmal die Taste Rück (direkt über der Return - Taste). Sie werden diese Möglichkeiten bald zu schätzen wissen.

4DOS kann auch Ihre begonnene Befehlszeile ergänzen. Sie geben dazu die ersten eins, zwei Buchstaben des gesuchten Befehls ein und drücken die Taste auf. Ist der jetzt in der Kommandozeile erscheinende Befehl nicht der gesuchte, so betätigen Sie nochmals die Taste auf. Ein Piepston bedeutet, daß kein passender Befehl gefunden wurde.

Wollen Sie z.B. nach einiger Zeit den COPY-Befehl von oben wiederholen, so geben Sie etwa co ein und drücken auf. In der Kommandozeile erscheint der zuletzt eingegebene Befehl, der mit "CO" beginnt. So finden Sie den gesuchten COPY-Befehl schneller als nur mit den Cursortasten.

Alle in der History-Liste gespeicherten Befehle lassen sich in einem besonderen Fenster anzeigen. Dieses Fenster wird mit Bild auf geöffnet. Darin sehen Sie alle zuletzt eingegebenen Befehle, den jüngsten unten, den ältesten oben. Mit den Tasten auf und ab, sowie Bild auf und Bild ab, läßt sich der dunkle Auswahlbalken in der Liste bewegen. Mit Strg - D läßt sich der eingestellte Befehl aus der Liste löschen, Return führt ihn sofort aus. Möchten Sie den ausgewählten Befehl noch verändern, bevor Sie ihn ausführen, so können Sie ihn mit Strg - Return in die Kommandozeile kopieren, editieren und mit Return ausführen.

Sie können sich auch eine "gefilterte" Liste anzeigen lassen. Sie sehen dann nicht alle gespeicherten Kommandos, sondern nur solche, die zu einer bereits begonnenen Befehlszeile passen. Wollen Sie im Beispiel oben den COPY-Befehl finden, so geben Sie auf der Kommandozeile C ein und drücken dann Bild auf. Im History-Fenster erscheinen jetzt nur die Befehle, die mit dem Buchstaben "C" beginnen, z.B. CHKDSK, CLS und COPY. Bewegen Sie den Balken auf den gesuchten COPY-Befehl und drücken Sie Return.

Hier noch zwei Tips zur History-Liste:

Variable und Funktionen

In 4DOS gibt es eine ganze Reihe interner Variablen, die nicht in der Umgebung gespeichert werden. Sie können daher auch nicht mit SET, UNSET oder ESET beeinflußt werden. Man kann sie jedoch wie andere Variable in Befehlen, Aliasen und Batchdateien verwenden. Sie enthalten Informationen wie Datum und Uhrzeit, Dosversion, Prozessortyp, aktuelle Cursorposition, aktuelles Verzeichnis, Videokartentyp und vieles mehr.

Mit dem Befehl ECHO können Sie sich den Inhalt einer solchen Variable anzeigen lassen. Alle Namen der internen Variablen beginnen mit einem Unterstrich. Wie bei Umgebungsvariablen üblich, muß man vor den Namen ein Prozentzeichen (%) setzen, wenn man den Inhalt der Variablen haben will. Beispiele:

c:\4dos> echo %_4ver
6,00

c:\4dos> echo %_dow , %_date  %_time
Mon , 06.10.97  20:38:42
Ähnlich den internen Variablen sind die Variablenfunktionen. Sie liefern einen Wert zurück, der von einem oder mehreren Argumenten abhängt. Die Variablenfunktionen geben Informationen über Speicher- und Plattenplatz, Dateinamen und -größen, bearbeiten Zeichenketten und numerische Ausdrücke. Alle Variablenfunktionen beginnen mit einem Klammeraffen (@) und haben eckige Klammern ( [ ] ) um ihre Argumente.

Die folgenden zwei Beispiele verwenden Variablenfunktionen, um einen Ausdruck zu berechnen und die Größe des DOS-Speichers zu ermitteln:

c:\4dos> echo %@eval[3,9*2,4]
9,36

c:\4dos> echo %@dosmem[bc]
615.984
Im letzten Beispiel bedeuten die Argumente "bc" in den eckigen Klammern, daß das Ergebnis in Bytes angezeigt werden soll mit einem Punkt als Tausenderseparator.

Eine vollständige Liste aller internen Variablen und Variablenfunktionen würde hier den Rahmen sprengen; schauen Sie hierfür im Hilfesystem unter den Punkten "Variables" und "Functions" nach.

Zum Schluß dieses Abschnittes noch zwei etwas komplexere Beispiele. Das erste ist eine Batchdatei, welche die Uhr im PC von Winter- auf Sommerzeit umstellt:

@echo off
REM  SOMMZEIT.BTM --- 4DOS-Batch, stellt die Uhr im PC
REM                   von Winter- auf Sommerzeit um
echo Winterzeit : %_time
time %@maketime[%@eval[%@time[%_time]+3600]]
echo Uhrzeit umgestellt!
echo Sommerzeit : %_time
Die aktuelle Uhrzeit wird in einen Sekundenwert umgewandelt, zu dem 3600 (1 Stunde) addiert wird. Das Ergebnis wird wieder in eine Uhrzeit umgewandelt. Mit TIME wird die Uhr im PC auf diesen neuen Wert gesetzt.

Die zweite Batchdatei ruft ein Programm namens ASEASY mit unterschiedlichen Parametern auf, abhängig von der festgestellten Grafikkarte:

@echo off
iff "%_video" eq "cga" then
   aseasy/mono/q/ctr/bk=0
else
   aseasy/ctr/bk=0
endiff
Die internen Variable "_VIDEO" enthält einen String, der die Grafikkarte angibt. Mit der IFF-THEN-ELSE-ENDIFF Konstruktion wird eine der folgenden Zeilen ausgeführt: Mit den Parametern /MONO/Q/CTR/BK=0 wenn es eine CGA-Karte ist, mit den Parametern /CTR/BK=0 für alle anderen Grafikkarten.

Aliase

4DOS bietet Ihnen die Möglichkeit, sich neue Befehle selbst zu definieren. Solch ein neuer Befehl heißt Alias und kann aus einem oder mehreren 4DOS-Befehlen bestehen oder gar aus anderen Aliasen. Die von Ihnen definierten Aliase werden von 4DOS in einer speziellen Alias-Liste gespeichert. Diese ist normalerweise 1024 Byte groß, kann jedoch durch einen Eintrag in die Datei 4DOS.INI verändert werden.

Das einfachste Alias definiert einen neuen Namen für einen bestehenden Befehl. Das folgende Beispiel definiert ein Alias namens D2 für ein zweispaltiges Inhaltsverzeichnis:

c:\> alias d2 `dir /2v`
Beachten Sie die rückwärtsgeneigten Anführungszeichen (Akzent Gravis, engl. Backquote) bei der Definition. Wenn Sie jetzt D2 eingeben, wird der Befehl "DIR /2V" ausgeführt.

Das nächste Beispiel ist etwas komplizierter. Es benutzt Mehrfachbefehle, um das aktuelle Verzeichnis zu speichern, in ein anderes Verzeichnis zu wechseln, die Tabellenkalkulation AS-EASY-AS aufzurufen, und am Ende wieder in das ursprüngliche Verzeichnis zurück zu kehren:

c:\> alias a `pushd c:\aea ^ aseasy.exe ^ popd`
Ein Alias kann immer nur eine einzige Zeile sein. Diese darf maximal 255 Zeichen lang sein. Mit Aliasen ist es möglich, alle Funktionstasten (bis auf F1, die ist bereits für HELP verwendet) mit Befehlen zu belegen. Es können alle normalen Tasten sowie die mit Shift, Strg und Alt zusammen gedrückten Tasten umdefiniert werden. Das folgende Beispiel definiert ein Alias für die Taste F5:

c:\> alias @F5 `format a:`
Wenn Sie nun F5 drücken, erscheint in der Kommandozeile der Befehl format a: . Sie müssen noch Return drücken, damit der Befehl ausgeführt wird. Wenn Sie möchten daß der Befehl sofort ausgeführt wird, müssen Sie bei der Aliasdefinition zwei Klammeraffen vor den Namen der Funktionstaste setzen. Im folgenden Beispiel wird der Befehl CLS der Funktionstaste Alt - F5 zugeordnet. Der Befehl wird nach Druck auf die Taste sofort ausgeführt:

c:\> alias @@Alt-F5 `cls`
Sie können sich alle bisher definierten Aliase oder ein bestimmtes Alias anzeigen lassen. Zum Anzeige aller Aliase geben Sie nur den Befehl ALIAS ein:

c:\> alias
d2=dir /2v
a=pushd c:\aea ^ aseasy.exe ^ popd
@F5=format a:
@@Alt-F5=cls
Zum Anzeigen eines bestimmten Aliases geben Sie den Namen des Aliases zusammen mit dem Befehl ein:

c:\> alias d2
dir /2v
Zum Löschen nicht mehr benötigter Aliase aus der Alias-Liste dient der Befehl UNALIAS. Um ein bestimmtes Alias zu löschen geben Sie ein:

c:\> unalias d2
Wenn Sie alle Aliase aus der Liste löschen möchten, können Sie eingeben:

c:\> unalias *
Die von Ihnen definierten Aliase werden in einem Teil des Speichers gehalten. Nach dem Abschalten des Rechners sind sie weg. Wenn Sie Ihre Aliase beim nächsten Mal, wenn Sie wieder am Rechner sitzen, wieder verwenden wollen, sollten Sie diese in eine Datei schreiben. Mit einer speziellen Form des ALIAS-Befehls können Sie sie später wieder in den Rechner laden. Zum Retten in eine Datei namens ALIAS.DEF schreiben Sie:

c:\> alias > alias.def
Zum automatischen Laden Ihrer Aliase nach dem Einschalten des Rechners fügen Sie die folgende Zeile in Ihre AUTOEXEC.BAT ein:

c:\> alias /r alias.def
Nätürlich können Sie diesen Befehl auch jederzeit "von Hand" eingeben. Sie können sich sogar eine Anzahl von unterschiedlichen Aliasdefinitionen in verschiedenen Dateien halten. Sie laden dann jeweils gezielt nur die Aliase, die Sie benötigen.

Batchdateien

4DOS hält eine Reihe neuer Befehle für die Programmierung von Batchdateien bereit. Sie können farbige Menüs, Tastaturabfragen, Schleifen und Verzweigungen programmieren. Sie können interne Variable und Variablenfunktionen, ja sogar Ihre eigenen Aliase in die Batchdateien einbeziehen. 4DOS kennt zwei Arten von Batchdateien: Die traditionellen mit der Endung .BAT und einen neuen Typ mit der Endung .BTM . Der Unterschied ist, daß die .BAT-Dateien Zeile für Zeile von der Platte gelesen und ausgeführt werden, wogegen die .BTM-Dateien erst ganz eingelesen werden, bevor sie ausgeführt werden. Das hat einen großen Vorteil in Bezug auf die Geschwindigkeit: .BTM-Dateien sind 5 bis 10 mal schneller!

4DOS hat außerdem einen noch einen Compressor für Batchdateien. Dieser erzeugt zwar keine .EXE-Dateien, aber die "Compilation" hat trotzdem einige Vorteile: Der Code der Batchdatei wird unlesbar und somit nicht veränderbar. Zudem bringt diese Kompression einen weiteren (kleinen) Geschwindigkeitsvorteil.

Compilierte und .BTM-Dateien sollten nicht angewandt werden, wenn mit ihnen speicherresidente Programme installiert werden, oder die Dateien größer als 64 KB sind.

Unter 4DOS gibt es 127 Parameter-Variable. Sie werden mit %1 bis %127 bezeichnet. Zusätzlich gibt es vier besondere Parameter:

%0 enthält den Namen der Batchdatei, ohne Parameter.
%# enthält die Anzahl der Argumente in der Befehlszeile.
%& enthält den ganzen Rest der Befehlszeile nach dem Dateinamen.
%n& enthält den Rest der Zeile ab dem Argument mit der Nummer n.
Die Befehlszeilen auf dieser Seite stammen aus einer Batchdatei, die den Benutzer fragt, ob er weitermachen möchte. Die Ausgabe des Textes und die Abfrage der Antwort wird dabei mit den Möglichkeiten von 4DOS gestaltet.

Der erste Befehl zeichnet eine rechteckige grüne Box auf den Bildschirm. Die ersten beiden Zahlen bezeichnen die linke obere Ecke, die nächsten zwei die rechte untere. Die fünfte Zahl bezeichnet die Art des Rahmens.

drawbox 2 15 10 55 1 bright yellow on green fill green
Mit der folgenden Zeile können Sie in diese Box einen farbigen Text plazieren. Die beiden Zahlen geben Startzeile und -Spalte an, dann folgen Text- und Hintergrundfarbe sowie der Text selbst.

scrput 6 20 white on green ` Wollen Sie weiter machen? `
Mit den nächsten Zeilen schließlich prüfen Sie, ob auf der Tastatur die Tasten "J" oder "N" gedrückt wurden. Das Ergebnis wird der Variablen ANTWORT zugewiesen. Dabei schließen Sie durch das Parameter /K alle anderen Tasten aus, d. h. es muß J oder N gedrückt werden, bevor das Programm weiter geht. Abhängig vom Ergebnis wird das Programm fortgesetzt oder abgebrochen.

inkey /k"jn" %%antwort
if "%antwort" eq "n" quit
...
Mit jeder Eingabe an dieser Stelle, die nicht "J" oder "N" ist, ertönt ein Piepston als Zeichen für einen Fehler. Beim Vergleich in der folgenden Zeile wird nicht zwischen Groß- und Kleinschreibung unterschieden.

Mit einem etwas längeren Beispiel möchte ich dieses Kapitel schließen. Die folgende Batchdatei dient zur Abfrage eines Paßwortes. Das Paßwort steht steht für alle sichtbar in der Datei. Aber wenn Sie die Datei mit dem Batchcompressor bearbeiten, ist es schon etwas schwerer, das richtige Paßwort zu finden.

@echo off
REM Paßwort-Abfrage
REM Das Paßwort wird in der Umgebungsvariablen PASSWD gespeichert
setlocal
setdos/s0:0  REM Cursor unsichtbar machen

cls
drawbox 10 20 12 45 1 bright yellow on red fill red
scrput 11 22 bright yellow on red `Paßwort:`

:abfrag
scrput 11 31 black on black `             `
screen 11 31
input /p %%passwd
iff %passwd == GEHEIM then
  drawbox 14 27 16 33 2 brigth white on green fill green
  scrput 15 29 bright white on green `OK!`
  beep 523 6 392 3 392 3 440 6 392 6 1 6 494 6 523 6
  delay 2
  goto ende
else
  drawbox 14 25 16 37 2 brigth white on magenta fill magenta
  scrput 15 27 bright white on magenta `so nicht!`
  beep 200 1 190 1 180 1 170 1 160 1 150 1 140 1 130 1 120 1 110 1
  delay 2
  drawbox 14 25 16 37 0 black on black fill black
  goto abfrag
endiff

:ende
setdos/s10:100
endlocal
cls
Dieses Beispiel zeigt sehr schön den Einsatz von DRAWBOX und SCRPUT sowie der Programmverzweigung mit IFF-THEN-ELSE. Ferner sehen Sie den Einsatz des BEEP-Befehles zum Spielen kleiner Melodien.

Ende

Schlußbetrachtung

Damit ist diese kleine Einführung in 4DOS beendet. Manches ist nur kurz angerissen worden, vieles blieb unerwähnt. Dieses muß kein Manko sein. Vielmehr sollen alle Fragen, die unbeantwortet blieben, Sie dazu ermuntern, selbst mit den Kommandos von 4DOS zu experimentieren. Dieses Seiten sollten dazu nur eine Starthilfe bieten, indem sie die "Highlights" von 4DOS aufzeigen. Bei der Arbeit mit 4DOS sollten Sie ruhig immer wieder in das Hilfesystem (Taste F1 ) schauen, es gibt erschöpfend auf fast alles eine Antwort und steckt voller anschaulicher Beispiele. Lesen Sie auch die Dokumentationen, die als Dateien vorliegen. Ich glaube, daß Sie Ihren Entschluß, mit 4DOS zu beginnen, nicht bereuen werden.

Günther Schättiger
März 1994

Ergänzungen

Diese Einführung wurde von mir im Frühjahr 1994 geschrieben. Seitdem hat sich einiges verändert. Die wichtigsten Neuerungen sollen hier kurz aufgeführt werden:

Günther Schättiger
März 1998
email: schaetti@informatik.uni-hamburg.de