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Erstellung von Bacalaureats- bzw. Diplomarbeit bzw. Master- oder Bachelor-Thesis
Nur damit keine falsche Erwartungen aufkommen! Diese Aussagen wurden nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt. Bei Zweifeln gilt der gesunde Menschenverstand: Einzige Autorität bei Prüfungsleistungen ist der Prüfungsausschuss, es gelten die einschlägigen Regeln und Verordnungen, Probleme sollten sofort gemeldet werden!
Auf dieser Seite versuchen wir, Antworten auf einige der immer wieder gestellten einfachen Fragen zu dem Drum-Herum zu geben.
Zu den schwierigen Fragen gehört, wie man mit einer Schreibblockade umgeht, das Material eingrenzt, weil es zu viel wird oder mit dem Druck einer immer näher kommenden Abgabefrist umgeht. Solche schwierigen Fragen klären wir besser im persönlichen Gespräch! Scheuen Sie sich nicht, solche Fragen oder Probleme direkt an Ihre Betreuer heranzutragen.
Englisch oder Deutsch?
Wenn dies zur Wahl steht, gibt es eine ganz einfache Abfolge von Fragen, über deren Beantwortung man zur Entscheidung kommt. Diese Entscheidung ist bereits bei der Anmeldung anzugeben, d.h. eine Entscheidung muss frühzeitig erfolgen:
- Frage 1: Ist Ihr Englisch, nicht nur vom Lesen und Verständnis oder Aussprache her, sondern gerade auch im schriftlichen Ausdruck, gut genug für eine schriftliche Arbeit mit mehr als 10 Seiten?
- Antwort lautet JA: weiter bei Frage 2
- Antwort lautet NEIN: es ist dringend abzuraten
- Frage 2: Ist das Thema für ein internationales Publikum oder eine bestimmte - auch kleine - Community interessant?
- Antwort lautet JA: Es lohnt sich, die Arbeit auf Englisch zu veröffentlichen
- Antwort lautet NEIN: Englisch wäre möglich, stellt aber wahrscheinlich keinen Mehrwert dar (auf Deutsch: Warum der Aufwand?)
Natürlich gibt es noch andere gute Gründe für Englisch als Sprache der Wahl, aber es sollte ja einfach bleiben. Ein sehr guter Grund ist übrigens eine englischsprachige Person für die Zweitbetreuung, aber dann wäre sicherlich auch Frage 2 oben mit "Ja" zu beantworten.
Unabhängig von der Anfertigung der Arbeit soll auf den ersten Seiten, noch vor der Gliederung, eine Englischsprachige sowie eine Deutschsprachige Zusammenfassung enthalten sein. (Siehe Hinweise zur Gliederung.)
Titelblatt, Seitenlayout und anderes zum "Look and Feel"
Der Einfachheit halber sind die Punkte in Listen einzelnen Oberbegriffen zugeordnet:
- Titelblatt
- Jedes Produkt braucht eine vernünftige Verpackung, hier ist auch das Titelblatt einzuordnen. Alles wesentliche zur Arbeit soll auf einen Blick erkennbar sein und die Arbeit soll als solche sicher zugeordnet werden können: Ihnen als Verfasserin oder Verfasser, der Universität und natürlich dem Department. Was drin behandelt wird, gehört leicht lesbar ebenso darauf wie die Art der Arbeit und wann die Arbeit abgegeben wurde.
- Also gehören darauf: Ihr Name und etwaige Titel, Titel der Arbeit ggf. mit Untertitel, Datum der Abgabe, Art der Arbeit, Uni und Department, Erst-/Zweitbetreuer sprich Gutachter.
- Verzeichnisse
- Das Inhaltsverzeichnis ist natürlich Pflicht.
- Weitere Verzeichnisse für Tabellen und/oder Abbildungen empfehlen sich immer dann, wenn viele Tabellen und Abbildungen vorkommen und insbesondere in den Tabellen z.B. wertvolle Erkenntnisse "versteckt" sind, die man als interessierter Nutzer der Arbeit häufiger mal nachschlagen möchte.
- Nummerierung der Kapitel
- Immer mit "1" beginnen.
- Kopfzeile
- Auf jeder Seite gehört oben eine Kopfzeile, die die genaue Zuordnung der jeweiligen Seite erlaubt: Voller Name der Verfasserin bzw. des Verfassers, Titel der Arbeit (evtl. gekürzt, evtl. mit Untertitel, abhängig von den Längen) und die Angabe der Seite. (Stellen Sie sich einfach einen Windstoß vor, der fünf verschiedene zu korrigierende Arbeiten durcheinanderwirbelt, dann wäre sowas sehr hilfreich.)
- Eine optische Trennung durch eine Linie zwischen Kopfzeile und Textteil ist hilfreich, sollte aber nicht zu dick sein.
- Wenn ein auf doppelseitige Ausdrucke optimiertes Layout gewählt wird, können die Informationen auch zwischen geraden und ungeraden Seiten aufgeteilt werden.
- Nicht kleiner als Fontgröße 8, nicht größer als Fontgröße 12, zum Textteil passend und nicht zu "fett".
- Fußzeile
- Ist wegen der Kopfzeile eigentlich unnötig, bitte nicht die Informationen auftrennen und etwa die Seitenzahlen nach unten.
- Literaturangaben
- Wissenschaftliches Zitieren ist erlaubt und erwünscht. Hierzu ist die Angabe der verwendeten Literatur Pflicht.
- Literaturangaben wie z.B. [Stallings 2006] gehören direkt dorthin, wo entsprechende Gedankengänge oder Konzepte verwendet werden, die aus diesem Werk stammen. Eine Wiederholung nach jedem einzelnen Satz ist unnötig, es reicht einmal am Anfang oder am Ende des jeweiligen Textteils.
- Wenn konkrete Abbildungen, Tabellen oder Definitionen übernommen werden, ist eine genauere Angabe hilfreich, z.B. [Stallings 2006, S. 206, Abb. 1].
- Handelt es sich bei dem Werk, auf das Verwiesen wird, um eine Sammlung von Aufsätzen oder Konferenzbeiträgen, verweisen Sie bitte immer direkt auf den einzelnen Beitrag und nicht etwa auf den Sammelband.
- Auf Fußnoten sollte verzichtet werden, wenn diese allein der Angabe einer Fundstelle dient. Dies gilt auch für URLs, die bitte ebenfalls in das Literaturverzeichnis aufgenommen werden.
- Fußnoten sind jedoch in Ordnung, wenn zusätzlich zu der Markierung eines Verweises dieser Verweis selbst erläutert werden soll/muss, und dies nicht in den Textteil hineinpasst. Z.B. "In [XYZ 2006] wird zwar korrekt von den Möglichkeiten eines DDoS-Angriffs auf Netzwerk-Anwendungen gesprochen, allerdings wird die Bedrohung durch sogenannte Flash Crowds deutlich unterbewertet. Daher weicht die Aufstellung von der der Quelle in diesem Punkt ab."
- Bei URLs bitte das Datum des konkreten "Site Visits" vermerken. Der konkrete Besuch sollte in der Zeit zwischen dem Datum der Anmeldung und dem der Abgabe erfolgt sein. Web-Seiten verändern sich mitunter täglich und mit dem Datum entledigen Sie sich lästiger Nachfragen.
- Fachwörter in English, oder?
- Fachwörter sind halt Fachwörter. Jetzt alles um jeden Preis ins Deutsche zu übersetzen (wenn die Arbeit in Deutsch geschrieben wird) ist sicherlich nicht zu befürworten. Allerdings kann das keine Entschuldigung sein, jedes zweite Wort auf English zu schreiben. Insbesondere bei Kapiteln mit einführendem Charakter sollten fremdsprachliche Fachwörter entweder übersetzt werden oder aber erklärt. Z.B. "Bei einem Honeypot (System zur Identifizierung aktueller Angriffe durch Vortäuschen von Sicherhei tslücken) ist es entscheidend, ..." oder "Das folgende IDS (Engl: Intrusion Detection System, Dt: Einbruchserkennungssystem) wurde ...."
Gliederung und Kapitel, die immer dazugehören
Zu jeder Arbeit gehört eine Gliederung, die sich später als Inhaltsverzeichnis in oft veränderter Form wiederfindet. Eine Arbeit, die mehr als 10 Kapitel hat, ist üblicherweise zu zergliedert - oder nimmt mit der Zeit den Umfang einer Doktorarbeit an. Beides ist eher unpraktisch. Als hilfreich hat sich die Konzentration auf 5 bzw. 7 Kapitel gezeigt. Die Abstimmung der Gliederung ist - nachdem Sie sich mit dem Thema vertraut gemacht haben - einer der zentralsten und wichtigsten Arbeitsschritte überhaupt.
Die Struktur der Arbeit sollte immer ein einführendes Kapitel vorsehen (Kapitel 1) und davor ein Inhaltverzeichnis. Noch davor gehören die beiden im Inhalt gleichen aber auf Deutsch und Englisch abgefassten Zusammenfassungen der Arbeit (je etwa 1 Seite). Ans Ende gehören die Literaturangaben.
Für die Struktur des ersten Kapitels gelten in Anlehnung an viele Arbeiten, Studien und Diskussionen mit Verfassern und Lesern, wie es "besser" gehen könnte, folgende Vorgaben. Dabei ist wieder Spielraum im Detail gegeben, aber die genannten Punkte und Inhalte müssen schon wiederzuerkennen sein!
- Kapitel 1: Einleitung
Hier gehört die Einordnung des gewählten Themas hin und die Motivation, warum so eine Arbeit sinnvoll ist und gebraucht wird. - Abschnitt 1.1: Ziel der Arbeit
Jede Arbeit braucht ein Ziel! Klar, die Erreichung eines Abschlusses ist ein legitimes Ziel, aber hier nicht gemeint. Es geht um das fachliche Ziel, das durch diese Arbeit erreicht werden soll. - Abschnitt 1.2: Zielgruppe der Arbeit
Die Charakterisierung der Leser, die durch die Arbeit profitieren würden. Diese orientiert sich z.B. an dem nötigen Vorwissen (z.B. wer den TCP/IP-Handshake nicht auswendig kennt, braucht nicht weiterlesen) oder an dem Aufgabenbereich (z.B. wer für die Einführung einer neuen Firewall in seiner Organisation verantwortlich ist). - Abschnitt 1.3 - aber optional: Voraussetzungen und Abgrenzungen
Hier kann das Thema von anderen Nebenthemen, die auch interessant sind, abgegrenzt werden. Dies vermeidet, mit dem Ziel oder der Motivation zunächst falsche Erwartungen zu wecken, die dann erst bei den Kernkapiteln einen Leser enttäuschen würden. Ebenso kann es sein, dass zwar Leser zur Zielgruppe gehören, aber trotzdem vor der Arbeit noch was anderes lesen müssen, um wirklich mitzukommen. (Mit dem letzten Punkt ist jedoch sehr vorsichtig umzugehen!) - Abschnitt 1.4: Struktur der Arbeit
Dieser Abschnitt führt durch die weiteren Kapitel 2 bis n und gibt einen kurzen Einblick, welche Themen in welchem Kapitel behandelt werden. Dies erlaubt z.B. denjenigen, der die Grundlagen der Honeypots schon kennt, dieses Kapitel zu überschlagen. - Abschnitt 1.5 - aber optional: Definitionen und Konventionen
Mitunter ist es notwendig, grundlegende und für das Verständnis der Arbeit wichtige Begriffe und Konventionen (wie z.B. Formeln geschrieben werden) am Anfang einzuführen. Dies sollte dann entweder in Kapitel 2 erfolgen oder am Ende des ersten Kapitels.
Das letzte Kapitel (also z.B. Kapitel 5 oder Kapitel 7, wenn Sie sich an unseren Rat von weiter oben gehalten haben ;) hat eine Überschrift wie "Fazit" oder "Ausblick". In diesem Kapitel müssen auf etwa 2 bis 4 Seiten die folgenden drei Punkte behandelt werden. Da alle drei ungefähr gleichgewichtig sind, bietet sich eine Strukturierung durch Abschnitte an, die Überschriften hier sind natürlich nicht direkt zu übernehmen, sondern sollen nur den Inhalt verdeutlichen:
- Abschnitt 5/7.1: Was wurde erarbeitet?
Hier schauen Sie selber noch mal kritisch auf die Arbeit und heben hervor, wo Sie die Leistung und Innovation der Arbeit als ganzes sehen und wie Sie vorgegangen sind. Teile davon haben Sie bestimmt schon in der Zusammenfassung ganz am Anfang verwendet, um Menschen für Ihre Arbeit zu interessieren. Das ist okay! - Abschnitt 5/7.2: Wurde das Ziel erreicht?
In Kapitel 1 wurde ein Ziel definiert, das mit der Arbeit erreicht werden sollte. Wenn dies erreicht wurde, ist dies prima und muss dementsprechend gewürdigt werden. Eigentlich steht hier, was Sie durch die Arbeit gelernt haben und was - wenn alles super gelaufen ist - auch für die Betreuer neu ist. - Abschnitt 5/7.3: Wo geht es weiter? Was müsste jetzt weiter gemacht werden?
Jede Arbeit braucht Grenzen, eine wichtige Grenze stellt das gestellte Ziel dar, das natürlich mit dem erlaubten Zeitraum für die Bearbeitung einer schriftlichen Prüfungsarbeit korrelieren sollte. Aber wenn man über einen längeren Zeitraum an einer Sache arbeitet, hat man oft auch ein Gespür dafür, wo es weitergehen sollte und wo jemand - z.B. ein weiterer Student mit seiner Prüfungsarbeit - ansetzen könnte. Schreiben Sie sowas auf und zeigen Sie, dass Sie auch über den Tellerrand Ihrer eigenen Arbeit schauen können.
Über Ihre Vorgehensweise, was Sie warum und wie gemacht haben, müssen Sie nur berichten, wenn es für das Verständnis der Arbeit wichtig und erforderlich ist. D.h. das zunächst nach Literatur gesucht wurde, versteht sich von selbst und wird logischerweise nicht hervorgehoben. Wenn aber ein System getestet wurde, ist natürlich unerläßlich, die Art und den Umfang des Tests zu beschreiben und zu diskutieren.
Abgabe und anderes Formales
Die schriftliche Ausarbeitung ist fristgerecht dreifach in gedruckter Form sowie auf einem geeigneten elektronischen Speichermedium beim Prüfungsamt einzureichen.
Die Arbeit ist mit einer Erklärung der Verfasserin / des Verfassers zu versehen, dass die Arbeit selbständig durchgeführt wurde und dass keine anderen als die angegebenen Quellen und Hilfsmittel verwendet wurden.
In den Angaben zum Bachelorstudiengang ist hier noch mehr gefordert: Keine vorherige Einreichung in einem anderen Prüfungsverfahren, Übereinstimmung der elektronischen Fassung mit der eingereichten schriftlichen Fassung.
Und was ist, wenn ich ganz andere Vorstellungen und Ideen zum Layout etc. habe?
Dann ist das zunächst einmal okay. Setzen Sie Ihre Ideen und Vorstellungen um!
Jetzt kommt das "aber", das ja kommen muss. Es ist solange okay, solange die Anforderungen an Lesbarkeit, Klarheit und Übersichtlichkeit gegeben sind. Hauptgewicht hat natürlich der fachliche Inhalt, aber verschnörkelte Fonts sind für den geneigten Leser - also auch für den oder die Betreuer - genauso störend wie eine schlechte Rechtschreibung oder fehlende Zeichensetzung. Und wenn der sehr gute Inhalt schlecht aufgenommen werden kann oder andere Dinge stören, dann fließt auch das in die Gesamtbewertung mit ein.
