MIN-Fakultät
Department Informatik
Arbeitsbereich Wissens- und Sprachverarbeitung

Formale, künstliche und natürliche Ontologie

Projektbeschreibung
Dieses Projekt befasst sich mit Fragen, die die Annahme der Existenz von Entitäten und der Beziehung zwischen Existenz und Zugehörigkeit zu einer Domäne oder Kategorie betreffen. Ontologische Fragestellungen sind für die Modellierung von Domänen und für die Bedeutungsanalyse fundamental. Schwerpunktmäßig werden räumliche, insbesondere geometrische Strukturen als Grundlage der räumlichen Konzeptbildung untersucht. An Hand der räumlichen Strukturen werden exemplarisch Ansätze zum Umgang mit Phänomenen der Vagheit von Kategorien und der Berücksichtigung von Granularitätseffekten in der Konzeptbildung und Domänenstrukturierung entwickelt. Zu den Zielen des Projektes gehört auch, Prinzipien der Ganzheitlichkeit bzw. Integrität aufzudecken, die für die Konzeptbildung, -repräsentation und -verarbeitung grundlegend sind. Einen zentralen Stellenwert nehmen Untersuchungen zu den ontologischen Grundlagen von grenzbezogenen Konzepten (Grenze, Rand) und der Rolle von formalen, mathematischen Kalkülen für ihre Charakterisierung ein. Die Tragfähigkeit von topologischen Kalkülen wird dabei in der Verbindung mit mereologischen Grundkonzepten untersucht. Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt betrifft Fragen der ontologischen Basis von Objektveränderungen über die Zeit. Hierbei ist zu klären, ob bzw. in welchen Zusammen­hängen die Identität von Objekten über die Zeit (diachrone Identität) ein empirisches, durch die Welt bestimmtes Fakt ist, oder durch konzeptuelle Restriktionen im Bereich der Verarbeitung von Wissen über die Welt bestimmt ist.
Laufzeit
seit 3/1993