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Routenbeschreibungen werden bei Wegauskünften oder in
Wanderbeschreibungen typischerweise natürlichsprachlich gegeben, können aber z.B.
auch aus der Kombination sprachlicher und graphischer (Karten, Skizzen) Anteile
bestehen. Sie enthalten räumliche Information über den Verlauf des Weges, die sich
aus der Beschreibung von Wegabschnitten, Entscheidungspunkten und deren Relation zu
Landmarken zusammensetzt. Wegauskünfte enthalten zudem Instruktionen die,
zusammengefasst, als (grober) Handlungsplan zu verstehen sind. Solch ein
Handlungsplan zusammen mit der gegebenen räumlichen Information kann als Basis für
die Navigation in einem zunächst unbekannten Terrain verwendet werden. In diesem
Projekt werden verschiedene Arten sprachlicher und multimodaler Routenbeschreibungen
untersucht. Da Routenbeschreibungen vielfach Texte sind, die aus mehreren Sätzen
bestehen, werden über die Satzsemantik hinausgehende diskurssemantische Analysen der
natürlichsprachlichen Beschreibungen durchgeführt. Basierend auf den semantischen
Analysen sind die pragmatischen Prinzipien der Interpretation von
Routenbeschreibungen im Kontext von Navigationsaufgaben Untersuchungsgegenstand.
Über pragmatische Prinzipien und Navigationswissen ist beispielsweise zu erklären,
wie sich Lücken im Handlungsplan aufgrund der sprachlich gegebenen Raumbeschreibung
oder mithilfe der Wahrnehmung während der Navigation schließen lassen. Routenskizzen
werden als Alternativen oder Ergänzungen zu natürlichsprachlichen
Routenbeschreibungen untersucht. Hierbei steht die Interaktion von Routenskizzen und
-beschreibungen über verschiedene Modalitäten hinweg (z.B. taktile Karten in
Kombination mit Beschreibungen) im Fokus. Neben den grundlegenden Untersuchungen
steht die Entwicklung einer Simulationsumgebung zur Interpretation von
Routenbeschreibungen als Basis der Navigation in einer geometrisch beschriebenen
(virtuellen) Umgebung. |