| News |
| Der Vortrag vom 06.05.2003 fällt aus! (Verschoben auf den 27.05.2003) |
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18.476 Oberseminar Wissens- und Sprachverarbeitung
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| | Carola Eschenbach
Christopher Habel
Frank Schilder
Hedda Schmidtke
Markus Guhe
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| Zeit/Ort |
| | Di 16 - 18 F-535 |
| Inhalt |
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Vorträge über Vorhaben und Ergebnisse von Studien- und
Diplomarbeiten, laufenden Dissertationen und Drittmittelprojekten
sowie von anderen Forschungsarbeiten aus dem Bereich der Wissens-
und Sprachverarbeitung. Insbesondere wird der interdisziplinäre
Charakter des Forschungsschwerpunktes berücksichtigt, d.h. die
Integration von Ansätzen der Informatik, Linguistik, Logik und
Psychologie steht im Vordergrund der Arbeiten.
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| Termine |
| | 15.04.2003 | |
| | | Hedda Schmidtke
Räumliche Granularität zur kontextabhängigen Repräsentation ausgedehnter Objekte |
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Wenn man eine Karte betrachtet, erscheinen Straßen und Flüsse als Linien. Und tatsächlich können diese Objekte in bestimmten
räumlichen Kontexten auch Eigenschaften linearer Entitäten haben: eine Straße hat zwei Straßenseiten, Flüsse fungieren als
Grenzlinien zwischen (planaren) Ländern. In anderen Kontexten gilt dies nicht: Will man z.B. eine Straße überqueren, so ist
gerade ihre Breite relevant. Auf verschiedenen Granularitätsebenen sollte daher auch die Konzeptualisierung von Objekten
variieren.
Im Vortrag wird eine geometrische Spezifikation räumlicher Granularität vorgestellt, die Mittel bereitstellt, um
Objektregionen relativ zu einem räumlichen Kontext als punktuell, linear oder planar klassifizieren zu können. Objektregionen
und Kontext werden dazu auf Größenintervalle abgebildet, die dann verglichen werden können.
Die aufgestellte Klassifikation der lokalen Ausdehnung von Objekten kann z.B. für die formale Spezifikation der Semantik von
Routeninstruktionen verwendet werden. Dies wird am Beispiel der Konstruktionen "an X entlang gehen" und "an X vorbei gehen"
skizziert: Die beiden Konstruktionen unterscheiden sich vor allem in der verlangten lokalen Ausdehnung des Objektes X.
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| | 22.04.2003 | |
| | | Christopher Habel
Incremental Generation of Multimodal Route Instructions |
| | | Human produced route instructions are usually conveyed either verbally in spoken discourse or by written texts, or
by graphical means, i.e. by illustrating the route in a map or by drawing sketch-maps, or by combining both kinds of external
representations. Whereas verbal route instructions focus on the actions to be performed and take the spatial environment only
as the frame for these actions, maps and other pictorial representations foreground the spatial environment without possessing
adequate means for representing the actions.
Today, in the time of World Wide Web and Geographical Information Systems, way-finding queries can be given to systems, which
provide 'driving directions' containing canned text as well as different types of maps. In this paper I describe the
principles and the architecture underlying a system for generating multimodal route instructions combining natural language
route descriptions and visualizations of the route to follow, such that the strengths of both means for communication route
knowledge are brought together.
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| | 29.04.2003 | |
| | | Carola Eschenbach
AXION - Axiomatic Ontologies Network |
| | | Im Rahmenprogramm 6 des aktuellen EU-Förderprogramms im Bereich
'Technologien für die
Informationsgesellschaft' wurde jetzt ein Antrag für ein
Exzellenznetzwerk (Network of excellence) zum Thema 'axiomatische
Ontologien' gestellt. Beteiligt sind Universitäten und
Forschungseinrichtungen aus Trient, Turin, Toulouse, Leeds, Berlin,
Leipzig und Hamburg mit insgesamt 39 promovierten WissenschaftlerInnen
und 17
DoktorandInnen. Damit muss dieser Netzwerkantrag als klein angesehen
werden.
Ich möchte kurz und informell über diesen Antrag berichten, einerseits
über die inhaltliche Ausrichtung, die geplanten Aktivitäten und die
Hamburger Beteiligungsmöglichkeiten, andererseits aber auch über die
Einbettung und
Struktur eines solchen EU-Antrags und die Erfahrungen bei der
Antragstellung.
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| | 06.05.2003 | |
| | | Frank Schilder
Erste Vorüberlegungen zu einer Theorie von Demonstrativa und deiktischer Gestik |
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Verschoben auf den 27.05.2003
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| | 13.05.2003 | |
| | | Vincente Mendes
Routendirektiven und die Semantik-Pragmatik Schnittstelle |
| | | Der Vortrag argumentiert für die Unhaltbarkeit eines hieb- und stichfesten Unterschieds zwischen Semantik und
Pragmatik bei der Konzeption, sprachlischen Kodierung und Verarbeitung von jeder Äußerungsbedeutung, da diese 2 Domänen sich
wohl in ständiger Interaktion befinden. Die kognitive Plannung, Verbalisierung und Interpretation von Routendirektiven kann
dies z.B. zeigen.
Für die Analyse von Wegauskünften im geschriebenen Deutsch, die einem Korpus von Routeninstruktionen innerhalb Hamburgs
entnommen sind, wird eine Methodologie - angeregt durch Werths Sprach-Blasen-Modell - benutzt, um das Argument zu verteidigen.
Es handelt sich um eine ausdrücklich makro-linguistische Version der Theorie der Mentalen Räume von Fauconnier, denn das
Modell behandelt Performanz nicht auf der Satz-Ebene. Stattdessen bevorzugt es eine Textbetrachtungsweise, um die natürlich
vorkommenden Daten zu zerlegen und nimmt deswegen eindeutig eine Diskursperspektive ein.
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| | 20.05.2003 | |
| | | Michael Wessel
Beschreibungslogiken für räumliche Informationssysteme |
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In meinem Promotionsvorhaben untersuche ich, inwiefern sich eine
spezielle Klasse von aus der KI bekannten Wissensrepräsentations-
sprachen, sogenannte Beschreibungslogiken, gewinnbringend zur
Verwirklichung eines "intelligenten" räumlichen Informationssystemes
nutzen lassen. Das räumliche Informationssystem könnte z.B. durch ein
Geographisches Inforationssystem (GIS) gegeben sein. "Intelligenz" für
ein solches System soll hier im Wesentlichen durch die Ausnutzung
logikbasierter Deduktion ermöglicht werden. Insbesondere sollen
ausdrucksmächtige deklarative Anfragesprachen unterstützt werden und
Konzept-Taxonomien (Ober-/Unterbegriffs-Systeme) im System
Berücksichtigung finden.
Da es sich bei Beschreibungslogiken um logikbasierte
Repräsentationsformalismen mit wohldefinierter Semantik handelt,
scheinen sie nicht zuletzt aufgrund der Entscheidbarkeit vieler dieser
Sprachen ein geeignetes Fundament für ein solches System zu bilden. Zu
den wohlverstandenen und gut untersuchten Standardinferenzen eines
Beschreibungslogik-Systemes gehören u.a. Dienste wie
Subsumptionsbestimmung zwischen Konzepten, automatisch Klassifikation
von Daten bzw. "Objekten", und Konsistenzprüfung des Datenbestandes. Da
die Daten in einem GIS sowohl räumliche als auch thematische Aspekte
haben (z.B. "Dieses Polygon <räumlich> IST EIN See <thematisch>"),
sollte eine entsprechende Beschreibungssprache Aussagen bzgl. beider
Aspekte dieser Objekte ermöglichen. Während sich Aussagen bzgl. der
rein thematischen Aspekte derartiger Konzepte mit
Standardbeschreibungslogiken gut modellieren lassen, ist die Frage,
inwiefern man Raumaspekte angemessen integrieren kann, ein weitgehend
ungelöstes Problem.
Im Vortrag werden zum Einen theoretische Erkenntnisse bzgl.geeigneter
untersuchter Beschreibungslogiken für derartige Anwendungen vorgestellt
(nicht zuletzt auch einige ungelöste Probleme), als auch ein prototypisches
"intelligentes" GIS mit beschreibungslogischem Kern, welches Stadtkarten und qualitative räumliche Relationen verwendet.
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| | 27.05.2003 | |
| | | Frank Schilder
Erste Vorüberlegungen zu einer Theorie von Demonstrativa und deiktischer Gestik |
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Menschen können mit Sprache und Zeigegesten auf Objekte, Eigenschaften
und Personen verweisen. Diese Fähigkeit erlaubt es uns, effektiv unter
Einbeziehung der uns umgebenden Welt mit anderen Menschen zu
kommunizieren. Eine Mensch-Maschine-Schnittstelle, die solches
ermöglichte, würde die Interaktion mit dem Computer sehr erleichtern.
Zumal die technischen Möglichkeiten zur Animation von virtuellen
Agenten gegeben sind (z.B. Microsoft Agents). Vollkommen ungeklärt ist
jedoch die Frage nach der Plannung von Zeigegesten: Wann soll und darf
ein Agent eine Zeigegeste erzeugen, um damit auf ein bestimmtes Objekt
verweisen zu können?
Dieser Vortrag stellt erste Vorüberlegungen zu der oben skizzierten
Problembeschreibung vor. Es werden erste Ansätze einer Theorie von
Demonstrativa verbunden mit Gestik präsentiert: Die Ausführung einer
Zeigegeste zusammen mit der Äußerung ``dieser Stuhl'' soll dabei allein
aufgrund des semantischen Gehalts von Demontsrativa und der Erfassung
der angezeigten Raumregion und der darin enthaltenen Objekte verstanden
werden. Ich betrachte hierbei deiktische Gesten als Fokus-operator und
den sprachlichen Input als weitere Restriktion, durch die das intendierte
Objekt ausgezeichnet wird.
In zukünftigen Arbeiten müssen aber noch weitere Faktoren bei der
Auflösung der Referenz mit in Betracht genommen werden. Dieselbe
Zeigegeste, die auf den Stuhl verweist, kann auch mit anderen
sprachlichen Ausdrücken gepaart werden, mit recht unterschiedlichem
Resultat: ``Dieser Teil des Raumes'', ``diese Farbe'' oder sogar
``Peter'' (auch wenn er gar nicht mehr dort sitzt).
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| | 03.06.2003 | |
| | | Hedda Schmidtke Frank Schilder
Projekt: Multimodale Interaktion |
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Das Projekt '18.332 Multimodale Interaktion' stellt erste Ergebnisse und
Überlegungen zum weiteren Vorgehen zur Diskussion: Ziel des Projektes
ist die Erstellung eines Prototypen, der verschiedenste Aspekte
multimodaler Interaktion integriert. Der Prototyp soll ein
charakterbasiertes Virtual-Storytelling-System sein, d.h. ein Programm,
in dem aufbauend auf Plänen und Gewohnheiten von Charakteren (Agenten)
Geschichten in einer virtuellen 3D-Welt erzählt werden können. Im
Prototyp sollen diese intelligenten Agenten miteinander und mit dem
Nutzer in einer natürlichen Art und Weise unter Ausnutzung möglichst
vieler Modalitäten (z.B. Sprache kombiniert mit Gestik) interagieren. In
der ersten Hälfte des Projektes im WiSe 2002/03 wurde die Einarbeitung
in die theoretischen Grundlagen multimodaler Interaktion (z.B. Dialog-,
Mimik- und Gestenverarbeitung) sowie des Virtual-Storytelling geleistet.
In der zweiten Hälfte des Projektes in diesem Semester sollen nun die
jeweiligen Module des Gesamtsystems zum Virtual-Storytelling erstellt
und ausgetestet werden.
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| | 08.07.2003 | |
| | | Frank Schilder
Beschreibungslogiken für räumliche Informationssysteme |
| | | Dieser Vortrag beschäftigt sich mit der automatischen Annotation von Zeit- und Ereignisausdrücken in
Zeitungstexten. Aufbauend auf einem "temporal tagger" (Schilder& Habel, 2001) werden Erweiterungen insbesondere im Hinblick
auf eine Anwendung im Bereich des "temporal question answering" vorgestellt. Beim "temporal question answering" handelt es
sich um die automatische Extraktion von Antworten aus Dokumenten zur Beantwortung von Fragen mit zeitlichem Inhalt: "Wann war
die letzte Bundestagswahl?", "Welche Ereignisse vor der Wahl beinflussten das Ergebnis?" oder "Wann findet die nächste
Bundestagswahl statt?"
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| | 15.07.2003 | |
| | | Carola Eschenbach, Christopher Habel, Jan Helwich, Mareile Knees, Hedda Schmidtke, Ladina Tschander
Der Geometrische Agent |
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Routenbeschreibungen sind natürlichsprachliche Texte, die einem Instruierten dazu dienen sollen, einen ihm bislang unbekannten
Weg von einem Ausgangspunkt zu einem Ziel zu finden. Sie enthalten unterschiedliche Informationseinheiten wie Beschreibungen
der Umgebung (insbesondere räumliche Konstellationen von Landmarken und Wegen), Instruktionen bzgl. auszuführender Handlungen
(insbesondere zur Fortbewegung und Richtungsänderung) und Orientierungshilfen, die insbesondere die Sichtbarkeit von
Landmarken von bestimmten Positionen auf dem Weg betreffen.
Zur Nutzung von Routenbeschreibungen bei der Navigation muss der Navigator den Text interpretieren und ihn mit seinen
Wahrnehmungen abgleichen können, um die vorgeschlagenen Aktionen am richtigen Ort ausführen zu können.
Der Geometrische Agent ist eine am Arbeitsbereich WSV konzipierte Simulationsumgebung, in der die unterschiedlichen
Fähigkeiten für die instruierte Navigation modelliert werden können. Der Schwerpunkt liegt auf dem Sprachverstehen und der
Verarbeitung der räumlichen Information, während Sensorik und Aktorik simuliert (und damit idealisiert) werden.
Dieser Vortrag behandelt die grundlegende Konzeption und den gegenwärtigen Stand der Implementation des Geometrischen Agenten.
Dabei werden auch Erweiterungsmöglichkeiten und Anschlussmöglichkeiten von Diplomarbeiten in den Themenbereichen
Wissensrepräsentation und Sprachverarbeitung thematisiert.
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