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 | Letzte Änderung:
17.01.2013 |
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| 18.479 Oberseminar: Wissens- und Sprachverarbeitung |
| Veranstalter |
 | Christopher Habel |
 | Carola Eschenbach |
 | Hedda Schmidtke |
| Zeit/Ort |
 | Di 16-18 F-535 |
| Inhalt |
 | Vorträge über Vorhaben und Ergebnisse von Studien- und Diplomarbeiten, laufenden
Dissertationen und Drittmittelprojekten sowie von anderen Forschungsarbeiten aus dem Bereich
der Wissens- und Sprachverarbeitung. Insbesondere wird der interdisziplinäre Charakter des
Forschungsschwerpunktes berücksichtigt, d.h. die Integration von Ansätzen der Informatik,
Linguistik, Logik und Psychologie steht im Vordergrund der Arbeiten. |
| Aktuelles |
 | Das Oberseminar findet in diesem Semester im 2-wöchigen Rhythmus statt. |
| Termine |
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| 13.04.2004 | Tobias Bosch
Vortrag zur Diplomarbeit:"Bestimmung von Position und Sicht des imaginären Wanderers in Routenbeschreibungen"
Routenbeschreibungen sind spezielle natürlich-sprachliche Texte, die
anhand von Landmarken und Instruktionen beschreiben, wie man innerhalb einer
Umgebung von einem Start- zu einem Zielpunkt gelangt. Dabei sind die einzelnen
Sätze in Routenbeschreibungen aus der Perspektive eines Wanderers gemacht
("imaginärer Wanderer", der nach und nach der Route folgt. Die
Sätze beschreiben Teile der Umgebung der Route als auch nötige
Reorientierungen. Um eine Routenbeschreibung, bevor man sie ausführt, zu
bewerten (z.B. um Nachfragen stellen zu können), gibt es viele verschiedene
Kriterien. Dazu gehört u.a. die Erkennbarkeit der Reorientierungspunkte der
Routenbeschreibung. Diese ist von dem abhängig, was man kurz vor und im
Reorientierungspunkt sehen kann. Es ist also nötig zu bestimmen, was die
Routenbeschreibungen darüber aussagen, was der Wanderer an welchen Positionen
wahrnimmt. Eine spezielle Art der Positionsangabe ist die sog
"Enthaltensein-Position" Diese gibt an, in welchen Entitäten
(sog. "Containern") eine bestimmte Entität enthalten ist. Es
wurde dabei eine spezielle Art von Containern identifiziert ("stark
begrenzte Container"), die starken Einfluss auf die Sichtbarkeit von
Dingen hat. In Routenbeschreibungen gibt es drei spezielle Arten von
Sätzen, die explizit etwas über die Position und Sicht des imaginären Wanderers
aussagen: Positionierungsaussagen lokalisieren Entitäten relativ zu anderen,
Bewegungsaussagen beschreiben eine Bewegung des imaginären Wanderers und
Sichtaussagen beschreiben durch ein Verb des Sehens die Sichtbarkeit von
Entitäten. Außer ihrer offensichtlichen Bedeutung für die Position und Sicht
wurde für jede dieser drei Arten von Sätzen festgestellt, dass sie weitere
Aussagen über Position, Enthaltensein-Position und Sicht machen. Dadurch konnten
auch allgemeine Zusammenhänge in der Bedeutung dieser drei Arten von Sätzen
identifiziert werden.
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| 27.04.2004 | Özgür Özcep
Zirkularitätsverbot und zirkuläre Definitionen
Definitionen spielen in den verschiedensten wissenschaftlichen und
nichtwissenschaftlichen Zusammenhängen eine wichtige Rolle. So verschieden die
Kontexte sind, in denen Definitionen eine Anwendung finden, so verschieden sind
auch die Meinungen darüber, was eine Definition ausmacht. Trotz dieser
Divergenzen scheint es eine fest verwurzelte Intuition dahingehend zu geben, was
in einer Definition nicht gelten darf: sie darf nicht zirkulär sein. Dieses
Zirkularitätsverbot besagt, dass dasjenige, was definiert werden soll, in dem
Ausdruck, mit dem definiert wird, nicht vorkommen darf. Die Existenz und der
Gebrauch von rekursiven Definitionen lehrt uns, dass das derartig formulierte
Zirkularitätsverbot zu explizieren ist, wenn es dieses zu rechtfertigen gilt:
"Was ist es, was definiert werden soll: Gegenstände, Konzepte oder
Ausdrücke? Was heißt es, das dasjenige, das definiert werden soll, im
definierenden Ausdruck nicht "vorkommen" darf?" usw.
Im Vortrag wird versucht werden, eine Konkretisierung des Zirkularitätsverbots
und die Explikation der hinter ihm liegenden Intuitionen vorzunehmen.
Anschließend wird eine mathematisch logische Theorie der Definitionen
vorgestellt, die radikal mit dem klassischen Zirkularitätsverbot bricht. In
dieser auf Nuel Belnap und Anil Gupta zurückgehenden "Revisionstheorie
der Definition" wird die Idee einer ständigen Revision des Umfangs vom
zu definierenden Ausdruck verfolgt. Neben der Darstellung und kritischen
Würdigung dieser Theorie wird auch die Anwendung auf den Wahrheitsbegriff
vorgestellt, die in einer interessanten Erklärung des berühmten Paradoxons vom
Lügner (Ist der Satz "Dieser Satz ist falsch" wahr oder
falsch?) mündet.
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| 11.05.2004 | TeilnehmerInnen des Projektes zu Routenbeschreibungen
Routeninstruktionen mit Sprache und Skizzen
Routenbeschreibungen sind natürlichsprachliche Texte, die einem
Instruierten dazu dienen sollen, einen ihm bislang unbekannten Weg von einem
Ausgangspunkt zu einem Ziel zu finden. Sie enthalten unterschiedliche
Informationseinheiten wie Beschreibungen der Umgebung (räumliche Konstellationen
von Landmarken und Wegen), Instruktionen bzgl. auszuführender Handlungen
(Fortbewegung und Richtungsänderung) und Aussagen zur Sichtbarkeit von
Landmarken. Neben sprachlichen Beschreibungen können auch Routenskizzen als
Routeninstruktionen dienen. Diese Skizzen müssen entsprechend Symbole für
Landmarken und Wege enthalten, aber auch Markierungen, die Start, Ziel und
Routenverlauf spezifizieren. Der Geometrische Agent ist eine am
Arbeitsbereich WSV konzipierte Simulationsumgebung, in der die
unterschied-lichen Fähigkeiten für die instruierte Navigation modelliert werden
können. Im Kontext dieses Ansatzes werden im Hauptstudiumsprojekt
"Routeninstruktionen mit Sprache und Skizzen", das über zwei
Semester läuft, einige der erforderlichen Fähigkeiten für die Interpretation und
Umsetzung von Routeninstruktionen untersucht und im Rahmen der Simulation
implementiert. 1. Am Beispiel von Ein-/und Ausgängen wird untersucht,
welches Wissen erforderlich ist, um im Text oder auf der Skizze vorhandene
Landmarkeninformation in der Navigation umzusetzen. (Was sind die
charakteristischen Merk-male, an denen wir Ein-/Ausgänge erkennen? Worin
unter-scheiden sich verschiedene Typen von Eingängen
(Haupt-/Lieferanten-Eingang)? 2. In den Routenbeschreibungen werden einige
auszu-führende Aktionen explizit genannt, andere nicht. Einige werden explizit
zeitlich angeordnet, andere nicht. Bei einigen wird explizit gesagt, wodurch sie
beendet wird, bei anderen nicht. In Bezug auf die sprachlichen Beschreibungen
wird daher untersucht, welche sprachlichen Hinweise und welches
Hintergrundwissen verwendet werden, um aus den explizit gegebenen Informationen
insgesamt die auszu-führende Handlungssequenz zu erschließen. 3. Die
Nutzung von Skizzen für Routeninstruktionen stellt für den Rahmen des GA eine
neue Herausforderung dar. Im Rahmen des Projektes wird ein einfaches Toolkit für
die Erstellung von Routenskizzen entwickelt und implementiert. Routenskizzen
können damit interaktiv eingegeben werden, sie werden auf Stimmigkeit
(Konsistenz und Vollständigkeit) geprüft und die daraus gewonnene Instruktion in
das interne Repräsentationsformat des GA überführt. In diesem Vortrag wird
ein Zwischenstand der Projekt-arbeiten vor- und zur Diskussion gestellt.
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| 15.06.2004 | Ronald Winnemöller
TSR Trees - ein konstruktiver Ansatz zur textuellen Bedeutungsrepräsentation
"TSR Trees" ist ein neuartiger Ansatz, textuelle
Einheiten (Wörter, Sätze, Textfragmente oder komplette Texte, etc.) eindeutig
auf baumartige Strukturen abzubilden. Sie repräsentieren einen abstrakten aber
pragmatischen Begriff der Bedeutung von Texten. TSR Trees können in vielen
grundlegenden textverarbeitenden Anwendungen eingesetzt werden, z.B. beim
automatischen Zusammenfassen oder Klassifizieren von Texten.
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| 29.06.2004 | Sven Heinsen (FB Psychologie)
Analyse von Bewegungs- und Orientierungsdaten zur Vorhersage von Erlebens- und Verhaltensvariablen bei Wayfinding-Aufgaben
Navigation, Orientierung - das Finden von Wegen - gehören zu den
elementaren Aufgaben unseres Alltags. Lässt sich in diesen Szenarien auf der
Basis von Verhaltensdaten vorhersagen, ob ein Individuum ängstlich,
desorientiert, zielstrebig oder zufrieden ist? Kann auf dieser Basis Verhalten
vorhergesagt werden? Erkenntnisse dieser Art könnten bspw. bei der Optimierung
öffentlicher Räume von großem Nutzen sein. Bisher wurden für die Analyse der
Raumnutzung entweder punktuelle Bewegungsmessungen (Lichtschranke) oder
Verhaltensbeobachtungen eingesetzt. Individuelle Bewegungs- und
Orientierungsdaten wurden dabei weniger berücksichtigt. Der Vortrag beschäftigt
sich mit der Nutzung dieser Daten zur Vorhersage eines breiten Spektrums an
Verhaltens- und Erlebensvariablen. Im konkreten Anwendungsfall wird versucht,
subjektives Erleben in Wayfinding-Situationen vorherzusagen. In einer
qualitativen Vorstudie (Repertory-Grid-Interviews) wurden dazu entsprechende
Erlebenskategorien herausgearbeitet. Zusätzlich wurden virtuelle 3D-Räume
erstellt, um dort Erlebenszustände (bspw. Desorientierung, Zeitdruck oder
Erleichterung) zu evozieren und Bewegungs- und Orientierungsdaten aufzuzeichnen.
Mit den generierten Daten sollen Modelle zur Vorhersage dieser Zustände
entwickelt werden.
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| 13.07.2004 | Yannick Versley
Tagging kausaler Relationen
In der jüngeren Vergangenheit hat man sich in der Computerlinguistik
zunehmend der Verarbeitung von unrestringiertem Text zugewandt, auch in der
Hoffnung, verfügbare große Mengen an Texten (etwa im Internet, aber auch in
Zeitungsarchiven, Patientenakten etc.) für bestimmte Aufgaben effektiver zu
nutzen. Für die Kodierung der zeitlichen Information in Texten hat sich die
Beschreibungssprache TimeML als Standard herausgebildet; Systeme, die etwa
Nachrichtentexte mit diesen Angaben annotieren, sind gegenwärtig in der
Entwicklung. Gegenstand der Diplomarbeit, aus der hier vorgetragen werden soll,
ist die Frage, ob sich kausale Zusammenhänge zwischen den in einem Text
erwähnten Ereignissen sowie verwandte Arten von Information auf solche oder
ähnliche Weise kodieren und/oder automatisch annotieren lassen.
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