|
Veranstalter
|
|
Christopher Habel,
Carola Eschenbach,
Özgür Özçep,
Matthias Kerzel
|
|
Zeit/Ort
|
|
Di 16-18 F-534, Beginn: 9.6.09 |
|
Inhalt
|
|
Vorträge über Vorhaben und Ergebnisse von Bachelor-, Master- und Diplomarbeiten,
laufenden Dissertationen und Drittmittelprojekten sowie von anderen Forschungsarbeiten aus
dem Bereich der Wissens- und Sprachverarbeitung. Insbesondere wird der interdisziplinäre
Charakter des Forschungsschwerpunktes berücksichtigt, d.h. die Integration von Ansätzen der
Informatik, Linguistik, Logik und Psychologie steht im Vordergrund der Arbeiten. |
|
Termine
|
|
| 14.07.2009 |
Özgür L. Özçep
Semantische Integration durch Reinterpretation - Postulate und Operatoren
Die Integration von Wissen aus heterogenen Wissensquellen erfordert die
Behandlung von Konflikten, die z.B.durch die Ambiguität von Symbolen erklärt
werden können. Im Vortrag wird ein Ansatz zur semantischen Integration bzgl.
eines Intrgrationsszenarios vorgestellt, in dem die zu integrierenden
Wissensquellen gut entwickelte und verwandte Ontologien mit potentiellen
Ambiguitätskonflikten sind. Neben der Darstellung von postulatssorientierten
Adäquatheitskriterien für dieses Integrationsszenario werden konkrete Operatoren
entwickelt, die auf dem Prinzip der Reinterpretation beruhen.
Reinterpretationsoperatoren verwenden Techniken aus der Belief-Revision. Die
Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen klassischen Belief-Revisionsfunktionen
und Reinterpretationsoperatoren werden anhand von erfüllten Postulaten und den
Konstruktionsprinzipien erläutert.
Matthias Kerzel
Occlusion Calculi in the Context of Qualitative Navigation
Geometric occlusion occurs when one object impairs the view of another object from a given
viewpoint. In the context of navigation geometric occlusion can be one reason
for the unavailability of information gained from visual sensors. Thus reasoning
about geometric occlusion and how to overcome it is a possible prerequisite for
information gathering actions of a navigating agent. The occurrence of geometric
occlusion can furthermore be used to extract qualitative spatial information
about the objects in an environment and to locate a navigating agent in
reference to these objects. In this talk I will give an overview of existing
calculi for modelling occlusion. I will present the possibilities of extracting
spacial information within these calculi and introduce my future research
questions: How can these existing calculi be used in the context of navigation
and what qualitative spatial information can be extracted by observing instances
of occluding objects from multiple points of view.
|
|
|
| 07.07.2009 |
Lars Müllerchen
Matching von graphbasierten Wissensrepräsentationen zur Auflösung von Routeninstruktionen
Ein Kernstück des
geometrischen Agenten ist das Matchingverfahren, in dem als CRIL-Graphen
kodiertes Wissen aus der Instruktion und Perzeption miteinander verglichen und
koreferente Teilgraphen gefunden werden. Dies ermöglicht dem Agenten, während
der Navigationphase Landmarken und Ziele, die in der Instruktionphase
beschrieben wurden, in der perzipierten Umgebung zu identifizieren und
anzusteuern. Mein Vortrag wird dabei darlegen, welche grundlegenden
Anforderungen an das Matching gestellt werden, wie diese Anforderungen im Moment
umgesetzt sind und welche grundlegende Probleme die derzeitige Umsetzung hat.
Ausgehend von diesen Problemen gebe ich einen Ausblick über mögliche
Lösungsansätze
Ogeigha Koroyin
The Instruction of Artificial Agents via Controlled Language (CL)
Human Agents give and process instructions in natural languages relatively
effortlessly, but often have difficulties - especially if they are
non-specialists - using formal languages. Also, although natural languages are
very expressive and highly flexible, they possess very high degrees of ambiguity
and complexity which restrict automatic reasoning severely. Therefore, the
formulation of route instructions to Artificial Agents, for example the
Geometric Agent, with the aid of a natural language is indeed intuitive for
non-expert users but is a large stumbling block for automatic processing. In
order to support a notation that is intuitive for users and simultaneously
automatically processible for computers, controlled languages have been designed
for diverse domains. In my presentation, I will give a short overview of the
subject of my thesis and a short description of my approach toward designing a
Controlled Language for giving route instructions to the Geometric Agent.
Dawud Akbari
Aktionsbasierte Steuerung eines geometrischen Agenten während der Navigation
Die bisherigen Ansätze - beim Aktionsmodul
des geometrischen Agenten - basieren auf einer strikten sequentiellen
Abarbeitung des abstrakten Aktionsplans, der aus Routeninstruktion gewonnen
wird. In meinem Vortrag werde ich die derzeitigen Strategien während der
Navigation kurz erläutern und die Problemfälle nennen. Darauf basierend liegt
der Schwerpunkt des Vortrags darauf, über neue mögliche Ansätze zu diskutieren,
die auf Wissensverarbeitungs-Methodik basieren.
|
|
|
| 30.06.2009 |
Isabelle Streicher
Lokale und Direktionale Verbalmodifikatoren in Routeninstruktionen - Semantische Verarbeitung in der instruierten Navigation
Die computationelle Bedeutungsrekonstruktion natürlichsprachlicher
Äußerungen basiert auf dem Prinzip der Kompositionalität. Demnach setzt sich ein
komplexer semantischer Beitrag aus den Beiträgen seiner Teile und ihrer Position
im syntaktischen Gesamtgefüge zusammen. Das semantisch-kombinatorische Verhalten
der vom Verb geforderten Ergänzungen - verbale Argumente genannt - ist im
semantischen Beitrag des Verbs fixiert. Wie sich hingegen fakultative verbale
Ergänzungen - verbale Modifikatoren genannt - in die Gesamtbedeutung
integrieren, kann nicht durch den semantischen Beitrag des Verbs festgelegt
sein. Diesbezügliches Ziel der formalen Semantik ist folglich die Aufdeckung
allgemeingültiger Integrationsmuster von Verb- und Modifikatorbedeutung. Durch
die Sprachverarbeitung des Geometrischen Agenten inspiriert, stelle ich in
meiner Magisterarbeit Überlegungen zur Integrationssystematik lokaler und
direktionaler Modifikatoren von Bewegungs- und Positionsverben im speziellen an.
Da sich diese in einigen Belangen nicht mit der Standardbehandlung verbaler
Modifikatoren fassen lässt, ergibt sich Erklärungsbedarf auf verschiedenen
Ebenen. In meinem Vortrag werde ich die (Teil-)Ergebnisse und Überlegungen
meiner Magisterarbeit präsentieren und zur Diskussion stellen.
|
|
|
| 23.06.2009 |
Felix Lindner
Perzeptuelle Verankerung ausgedehnter Landmarken während der instruierten Navigation
Symbolische Künstliche Intelligenz trägt entscheidend zur kognitiven
Leistungsfähigkeit von Robotern bei und erweitert deren Einsatzmöglichkeiten
über rein technische Domänen hinaus. Eine Voraussetzung dafür ist die
Verknüpfung symbolischer Repräsentationen mit korrespondierenden subsymbolischen
Repräsentationen auf der Ebene von Sensorik und Aktorik innnerhalb einer
Roboterarchitektur. Die Verknüpfung von Symbolen und Perzepten, die dieselben
physikalischen Objekte denotieren, stellt eine bedeutende Instanz dieses
Problems dar und wird in der Literatur unter der Bezeichnung "perzeptuelle
Verankerung" aktuell diskutiert. Während der instruierten Navigation löst ein
Agent das Problem der perzeptuellen Verankerung, wenn er die in der
Routeninstruktion beschriebenen räumlichen Konstellationen in der Welt
identifiziert. Dabei nimmt der Agent Landmarken zu verschiedenen Zeitpunkten von
unterschiedlichen Perspektiven aus wahr und führt die einzelnen
Wahrnehmungsereignisse zu einem kohärenten internen Modell zusammen. Der Vortrag
stellt den im Rahmen der Diplomarbeit entstandenen Ansatz zur perzeptuellen
Verankerung im Geometrischen Agenten vor, diskutiert an welchen Stellen der
Agent von dem Verankerungsverfahren profitiert und zeigt die Anwendbarkeit des
Ansatzes in realen Robotersystemen.
|
|
|
| 16.06.2009 |
Christian Graf
Locating a Position in a Tactile Map - An Evaluation of some Indicators
When visually impaired people want to handle a representation of a
geographic environment, one way is to use tactile maps. But how should tactile
maps be produced in a (semi-)automatic process with computer technology to be
cognitively adequate for the human user? Tactile maps do not afford an immediate
survey as they have to be explored serially on a touch-by-touch basis. This
process demands high mental effort. Some guidance might help to stress the
positions of certain map entities. To signify positions of landmarks in such a
map different types of indicators were investigated experimentally. Cognitive
aspects were included by evaluating the performance and quality of learning from
tactile maps after the exploration ended. After the presentation of the results
their relevance towards the establishment of initial design principles for
computer generate tactile maps will be discussed. Finally, some future topics of
this line of research will be presented.
|
|
|
| 09.06.2009 |
Jens Wächter
Normalformliterale
In der Wissensverarbeitung kommen insbesondere im Rahmen des Beweises der
Folgerbarkeit von Formeln aus Wissensbasen automatisierte, logische
Beweisverfahren zum Einsatz. Diese Beweisverfahren sind bereits für einfache
logische Sprachen wie der der Aussagenlogik in Kombination mit größeren
Wissensbasen ineffizient. Ein verbreitetes Beweisverfahren, das bei der
Verarbeitung von verschiedenen Logiken zum Einsatz kommt, ist das
Tableauverfahren. Das Tableauverfahren besitzt wie jedes Beweisverfahren bei der
Anwendung auf aussagenlogische Wissensbasen einen exponentiellen Worst-Case, der
durch verschiedene Nichtdeterminismen verursacht wird. Zur Beseitigung des
Nichtdeterminismus des Tableauverfahrens bietet es sich an, Heuristiken
einzusetzen. Ich werde in diesem Vortrag eine Heuristik vorstellen, die es
ermöglichen soll, die Nichtdeterminismen des Tableauverfahrens zu reduzieren.
Die von mir vorgestellte Heuristik benutzt dabei Anregungen aus dem
Davis-Putnam-Logemann-Loveland (DPLL) Algorithmus, der ein zum Tableauverfahren
alternatives und vollständiges Beweisverfahren zur Erfüllbarkeitsprüfung
darstellt, das allerdings auf Formeln, die in konjunktiver Normalform stehen,
eingeschränkt ist. Eine wesentliche Komponente des DPLL-Verfahrens ist die
Erkennung von isolierten Literalen, die in allen Klauseln der Formel nur in
einer Polarität enthalten sind. Im Rahmen des DPLL-Verfahrens werden Klauseln,
die ein isoliertes Literal enthalten, gelöscht. Dieser Ansatz wird unter
Verwendung der von mir vorgestellten Normalformliterale auf Tableaubeweiser
übertragen und ausgebaut. Es findet ebenfalls eine Präsentation von ersten
Ergebnissen des Performanzvergleichs statt.
|
|