Arbeitsbereich WSVFachbereich InformatikUniversität Hamburg
18.479 Oberseminar: Wissens- und Sprachverarbeitung
Veranstalter
Christopher Habel
Carola Eschenbach
Frank Schilder
Hedda Schmidtke
Markus Guhe
Zeit/Ort
Di 16-18 F-535
Inhalt
Vorträge über Vorhaben und Ergebnisse von Studien- und Diplomarbeiten, laufenden Dissertationen und Drittmittelprojekten sowie von anderen Forschungsarbeiten aus dem Bereich der Wissens- und Sprachverarbeitung. Insbesondere wird der interdisziplinäre Charakter des Forschungsschwerpunktes berücksichtigt, d.h. die Integration von Ansätzen der Informatik, Linguistik, Logik und Psychologie steht im Vordergrund der Arbeiten.
Aktuelles
Termine
04.11.2003
Berichte von Mitgliedern des Arbeitsbereichs über verschiedene Konferenzen
11.11.2003
Ladina Tschander
Segmentierung von Routeninstruktionen
Instruktionen - wie Texte allgemein - sind komplexe sprachliche Gebilde, die aus mehreren Basiseinheiten bestehen, die nicht unwillkürlich nebeneinander stehen, sondern durch Relationen miteinander verbunden sind. Dass Texte komplexe Strukturen aufweisen, ist unstrittig; jedoch gehen die Ansichten bezüglich der elementaren Einheiten von Texten auseinander. In diesem Vortrag diskutiere ich vorgeschlagene, linguistische Einheiten anhand der Interpretation von Routeninstruktionen.
02.12.2003
Frank Schilder
After- and before-sentences in discourse
In this talk I show how information structure affects the textcoherence for after- and before-sentences in a discourse context. Based on Schilder and Tenbrink (2002) I analyse information structure wrt. the question of how information is presented on a sentence level and how the presented information can be connected to the preceding discourse. In particular, I focus on the question of when a preposed temporal clause is felicitous in a given discourse context. Note that there are two syntactic variations: either the temporal clause follows the main clause (eg. (1)) - the unmarked case - or the temporal clause is preposed (eg. (2)): (1) Peter left the room, after he had a coffee. (2) After Peter had a coffee, he left the room. I show based on a corpora investigation that only a certain type of discourse relation licenses a temporal clause in a preposed position. For this purpose, I distinguish between "partially ordered set" discourse relation (poset relation) and non-poset relations. This distinction was first used for the formalisation of topicalised NPs in Ward and Prince (1991). The main aim of this talk is therefore to show that the concept of a poset relation can also be applied to discourse relations and that a preposed temporal clause (ie. (2)) has to be licensed by such a poset discourse relation.
18.12.2003
Markus Guhe
Inkrementelle Konzeptualisierung für die Sprachproduktion (Incremental conceptualisation for language production)
Konzeptualisierung ist der Teil der Kognition, der aus nichtsprachlichem Wissen präverbale Botschaften (semantische Strukturen) generiert, die versprachlicht werden können. Konzeptualisierung kann also als ein Vermittler zwischen Perzeption anderer kognitiven Fähigkeiten einerseits und Sprache andererseits angesehen werden. In meiner Arbeit präsentiere ich das erste komputationelle Modell des Konzeptualisierers. Die Untersuchung von Konzeptualisierung leidet darunter, dass sie nicht direkt beobachtbar ist, sondern stets nur mit Hilfe einer anderen Modalität, vor allem Sprache. Um diese Schwierigkeit zu überwinden, untersuche ich, wie Beschreibungen von Ereignissen in einer online Bedingung generiert werden können. Es ist also ein stark datengetriebener Aufbau. Die zeitliche Verflechtung der Verarbeitung von Eingaben und der Produktion von Ausgaben erlaubt, Eingaben und Ausgaben zu korrelieren und ist somit ein Mittel, um diese Schwierigkeit zu überwinden. Außerdem reduziert der online Aufbau die Komplexität von Konzeptualisierung soweit, dass es möglich ist, ein komputationelles Modell zu bilden.Das Modell des Konzeptualisierers ist INC (incremental conceptualiser). INC verwendet einen inkrementellen Verarbeitungsmodus, um die Dynamik der online Bedingung zu bewältigen, denn inkrementelle Verarbeitung betrachtet nur jeweils die Änderungen in den Eingabedaten. Die Prozesse von inC arbeiten darüber hinaus nach dem Erweiterten Wundt'schen Prinzip: Eingaben werden verarbeitet und Ausgaben werden produziert, sobald sie verfügbar sind. Inkrementelle Modelle werden typischerweise durch kaskadierte Architekturen realisiert, die einen unidirektionalen Informationsfluss ohne Feedback verwenden, was die Modelle effizient und einfach hält. Da dies allerdings auch eine Fehlerquelle ist, schlage ich eine Aufweichung dieses Prinzips durch indirektes Feedback vor, ohne damit die Unidirektionalität des Informationsflusses aufzugeben. Bei dieser Art von Feedback werden keine Informationen explizit zurückgegeben, aber bestimmte Effekte von Berechnungen beeinflussen vorhergehende Komponenten der Kaskade. INCs Verhalten wird über Parameter beeinflusst, so dass verschiedene präverbale Botschaften für dieselbe Eingabe erzeugt werden können. Die Eingaben in diesen Simulationen sind identisch zu denen, die in Verbalisierungsstudien verwendet werden. Auf diese Weise können die Simulationsergebnisse mit den beobachteten Verbalisierungen verglichen und die kognitive Adäquatheit von INC ermittelt werden. Die Simulationen zeigen, dass INC ein realistisches, d.h. kognitiv adäquates Modell des menschlichen Konzeptualisierers ist.
20.01.2004
Jan Helwich
Graphenbasierte Navigation eines Geometrischen Agenten: Integration von Perzeption und Instruktion
Für einen Agenten, der auf Grundlage einer im Voraus gegebenen Wegbeschreibung (Instruktion) navigiert, stellt sich während der Navigation die Aufgabe, das aus der Perzeption stammende räumliche Wissen mit seiner aus der Instruktion gewonnenen internen Repräsentation zu vergleichen, um die in der Instruktion beschriebenen Objekte und räumlichen Konfigurationen in der Umgebung zu identifizieren. Da Wegbeschreibungen weder alle Objekte und räumlichen Konfigurationen entlang des beschriebenen Weges enthalten noch jedes Objekt vollständig beschrieben ist, muss der Agent die Fähigkeit haben, die Ähnlichkeit zwischen beschriebenen und wahrgenommenen Objekten und räumlichen Konfigurationen zu bestimmen.Der von Tschander et al. (2003) vorgestellte geometrische Agent, repräsentiert die in der Wegbeschreibung enthaltene Information in der Conceptual Route Instruction Language (CRIL). Während der Navigation sind sowohl die räumlichen Informationen aus der Instruktion als auch die aus der Perzeption als graphenartige Strukturen (CRIL-Graphen) repräsentiert. Knoten und Kanten der CRIL-Graphen repräsentieren sprachliche und räumliche Konzepte. Im Vortrag stelle ich die Ergebnisse meiner Diplomarbeit vor. In meiner Diplomarbeit zeige ich, wie ein Maß der Ähnlichkeit für CRIL-Graphen bestimmt werden kann und damit die räumliche Information aus der Perzeption mit der räumlichen Information aus der Instruktion verglichen werden kann. Dabei wird taxonomisches Wissen über die repräsentierten Konzepte verwendet. Weiterhin mache ich Vorschläge für die Bestimmung des für den Vergleich relevanten Teilgraphen in dem aus der Instruktion stammenden CRIL-Graphen, für die Steuerung der Perzeption des Agenten und für die Nutzung des Ähnlichkeitsmaßes für die Identifikation der in der Instruktion beschriebenen Objekte in der Umgebung des Agenten.
27.01.2004
Hedda Rahel Schmidtke
Granularitätsaspekte in der Raumrepräsentation
Abstract folgt
27.01.2004
Mareile Hillevi Knees
Computerlinguistische Analyse von Ereignisanaphern und temporalen Referenzen
Abstract folgt
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