Arbeitsbereich WSVFachbereich InformatikUniversität Hamburg
18.479 Oberseminar: Wissens- und Sprachverarbeitung
Wintersemester 2006/07
Veranstalter
Christopher Habel
Carola Eschenbach
Özgür Özçep
Zeit/Ort
Di 16-18 F-535 Beginn 31.10.06
Aktuelles
Das Oberseminar findet im 2-wöchigen Rhythmus statt.
KVV-Eintrag
Inhalt
Vorträge über Vorhaben und Ergebnisse von Studien- und Diplomarbeiten, laufenden Dissertationen und Drittmittelprojekten sowie von anderen Forschungsarbeiten aus dem Bereich der Wissens- und Sprachverarbeitung. Insbesondere wird der interdisziplinäre Charakter des Forschungsschwerpunktes berücksichtigt, d.h. die Integration von Ansätzen der Informatik, Linguistik, Logik und Psychologie steht im Vordergrund der Arbeiten.
Termine
31.10.2006Christopher Habel & Cengiz Acartürk
On reciprocal improvement in multimodal generation: Co-reference by text and information graphics
In this talk, we argue that in the production of complex documents combining text and information graphics improvement?seen as a specific revision process?has to be considered as an independent module in a multi-pass architecture. Inside improvement, graph comprehension and text comprehension modules have to build up a common representation, to inspect possible gaps in co-reference and coherence. We exemplify these tasks with an analysis of excerpts of a business news from New York Times.

21.11.2006Mareile Knees
Zur Ambiguität beim Interpretieren und Annotieren der temporalen Anapher "danach"
In meinem Vortrag werde ich verschiedene Varianten von Ambiguität vorstellen, die beim Annotieren und Interpretieren anaphorischer Adverbiale wie danach auftreten können. Meine Analyse konzentriert sich zwar auf das temporale Pronominaladverb danach, ich gehe jedoch davon aus, dass einige der in diesem Zusammenhang diskutierten Aspekte auch auf andere Typen anaphorischer Ausdrücke (z.B. Personalpronomen oder NPs) übertragbar sind. Dies legt zumindest die von Poesio et al. (2006) formulierte Hypothese nahe, nach der ambige Pronomina unter bestimmten Umständen nur sehr oberflächlich interpretiert werden.
Zu Beginn werde ich kurz auf die temporale Bedeutung und den anaphorischen Charakter von danach eingehen. Danach werde ich berichten, welche Probleme in verschiedenen Annotationsstudien zu Anaphern mit nominalen und satz-basierten Antezedenten bisher beobachtet wurden. Anhand zweier Pilotstudien werde ich zeigen, dass bei der anaphorischen Auflösung von danach zwei Varianten von Ambiguität auftreten können: strukturelle und referenzielle Ambiguität. Sie sind ein Grund dafür, dass die Markierung der Antezedenten und die Benennung der Referenten bei den einzelnen Annotierern teilweise recht verschieden ausfällt. Im Falle referenzieller Ambiguität können zwei weitere Sub-Typen unterschieden werden: 1) Wettbewerb zwischen Zeit- und Situationsreferenten und 2) Wettbewerb zwischen mehreren Situationsreferenten. Dennoch besteht in den meisten Fällen zwischen den unterschiedlichen Referenten irgendeine konzeptuelle Beziehung. Basierend auf dieser Annahme werde ich Vorschläge machen, wie beim Annotieren eine höhere Übereinstimmung zwischen den einzelnen Annotatoren erreicht werden kann und wie man die unterschiedlichen Ambiguitäts-Typen anhand unterspezifizierter Repräsentationen abbilden kann.

05.12.2006Cengiz Acartürk
Causality Aspect in Information Graphics
Information graphics (i.e. statistical graphs) include spatial as well as propositional components, providing a test bed for evaluation of conceptual representations. Causality is one aspect of the conceptualizations about the relation between variables triggered by information graphics. Beyond simple dependence, we conceptualize the relation between the two variables in a line graph in a causal way. Causality aspect in graphs is also reflected by verbal descriptions.
In this talk, characteristics of causality aspect in information graphics will be discussed together with results obtained from a preliminary experimental study.

16.01.2007Carola Eschenbach
Mereotopologies compared: Mapping the space of merotopological theories
Mereotopological approaches combine the relation 'part' and the binary relation of 'connection' or 'contact' to define a system of relations between extended regions without primary reference to points. Several systems of axioms have been proposed to model topological relations. They all share a set of defined terms and basic principles concerning the properties of regions that are in the scope of the theory. Also, the table of composition inferences provided by Gotts, Gooday and Cohn (1996) is valid for all approaches.
But the approaches also differ in several respects. On the one hand, terminological differences are obvious: the same name (for example 'complement') is used for operations or relations that are defined differently. On the other hand, ontological differences can be observed: different axioms are introduced that restrict the system of regions of the theories.
I will present a framework for analyzing and comparing mereotopological theories. The proposed framework provides a uniform and comprehensive terminological system that can be used across all theories. Notions (such as 'complement') that have been defined differently in distinct approaches are distinguished in the terminological system.
Second, the framework presents a collection of formulae that have been employed as ontological axioms in the discussion of mereotopological theories. A small set of additional axioms serves to display the structure of the space of theories more clearly. The combinations of ontological axioms form the space of mereotopological calculi. The positions of the mereotopological systems presented by Randell, Cui and Cohn (1992), Clarke (1981), Asher and Vieu (1995), Borgo, Guarino and Masolo (1996), Roeper (1997) and Eschenbach (1999) serve as landmarks in the space of axiomatic systems.
30.01.2007Stephanie Vorwerk
Content-Syndication als Anwendung des Semantic Web
Seit ein paar Jahren gewinnt das Thema Content-Syndication im Web zunehmend an Bedeutung. Im Zuge der Bemühungen des World Wide Web Consortiums um das Semantic Web sollen Dokumente mit maschinenverständlichen semantischen Informationen annotiert werden, die den Inhalt, die Bedeutung sowie die Beziehung der Daten untereinander formal festlegen. Damit sollen Maschinen in der Lage sein, die Daten auf semantischer Basis zu verarbeiten. Der gegenwärtige Standard, der dies realisiert, ist das Resource Description Framework (RDF), und sein erster verbreiteter Anwendungsbereich findet sich in der Content-Syndication. Ein anderer Standard, der zwar nicht unmittelbarer Bestandteil der Bemühungen um das Semantic Web ist, aber sehr ähnliche Ziele verfolgt, sind die Topic Maps. Das Ziel dieser Diplomarbeit ist es zu zeigen, wie sich Topic Maps in der Content-Syndication im Web einsetzen lassen. Dafür wird auf ihrer Basis ein Konzept für die Content-Syndication entwickelt. Innerhalb dieses Konzeptes geht es darum zu zeigen, wie sich Topic Maps für die Beschreibung der Struktur syndizierter Inhalte einsetzen lassen. Neben der Beschreibung der Struktur ist im Kontext des Semantic Web die Beschreibung der Inhalte syndizierter Daten von besonderem Interesse. Auch dieser Aspekt wird bei der Entwicklung eines Konzeptes zur Topic Map-basierten Content-Syndication Berücksichtigung finden.
06.02.2007Niels Beuck, Oliver Gries, Roland Illig, Felix Lindner, Arved Solth, Jens Wächter, Carola Eschenbach, Özgür Özçep
Reasoning Services: Tableau-Beweiser für Beschreibungslogiken
Die Aufgabe fuer das Hauptstudiums-Projekt bestand darin, die in der Grundlagenvorlesung LOS vorgestellte Idee der Tableau-Beweiser für eine entscheidbare logische Sprache (eine einfache Beschreibungslogik) umzusetzen. Das im Rahmen des Projektes implementierte System nutzt einen Tableau-Beweiser, um eine Reihe verschiedener Dienste für das Schließen über Terminologien bereitzustellen. Entsprechende Dienste werden zukünftig im Rahmen des Semantic Web für eine intelligente, semantik-basierte Verarbeitung von Daten zunehmend angefordert werden. Für die effiziente Verarbeitung von Anfragen wurden verschiedene Optimierungen vorgenommen, deren Effekte durch eine flexible Testumgebung mess- und dokumentierbar gemacht werden.
In dem Vortrag wird ein Überblick über die erfolgten Arbeiten, das erstellte System, die implementierten Optimierungen und erste Testergebnisse gegeben. Im Detail wird auf den Ablauf zur Bearbeitung einer Anfrage sowie die Implementation des 'dependency-directed backtracking' zur Optimierung der Tableau-Expansion eingegangen.