Arbeitsbereich WSVFachbereich InformatikUniversität Hamburg
64-479 Oberseminar: Wissens- und Sprachverarbeitung
Wintersemester 2008/09
Veranstalter
Christopher Habel, Carola Eschenbach, Özgür Özçep, Matthias Kerzel
Zeit/Ort
Di 16-18, alle 2 Wochen F-635
Inhalt
Vorträge über Vorhaben und Ergebnisse von Bachelor-, Master- und Diplomarbeiten, laufenden Dissertationen und Drittmittelprojekten sowie von anderen Forschungsarbeiten aus dem Bereich der Wissens- und Sprachverarbeitung. Insbesondere wird der interdisziplinäre Charakter des Forschungsschwerpunktes berücksichtigt, d.h. die Integration von Ansätzen der Informatik, Linguistik, Logik und Psychologie steht im Vordergrund der Arbeiten.
Termine
27.01.2009Felix Lindner
Perzeptuelle Verankerung ausgedehnter Landmarken während der instruierten Navigation
Während der instruierten Navigation steht der Agent vor der Herausforderung, das aus der Instruktion gewonnene Modell mit der (realen oder simulierten) Welt, die sich ihm auf seiner Reise tatsächlich bietet, in Zusammenhang zu bringen. Ein wichtiges Element in Wegbeschreibungen sind Landmarken, an denen sich der Agent orientieren soll. Wegen der räumlichen Ausdehnung realer Landmarken sind im Allgemeinen mehrere Wahrnehmungsereignisse zu verschiedenen Zeitpunkten und aus unterschiedlichen Perspektiven mit einer Landmarke assoziiert. Der Vortrag beleuchtet ausgewählte Probleme, die sich aus dem gegenwärtigen Wahrnehmungsmodell und der Gedächtnislosigkeit des Geometrischen Agenten ergeben. Daraus wird ein Ansatz motiviert, der den spatiotemporalen Charakter von Wahrnehmungsereignissen betont und diese über die Zeit integriert. Die daraus entstehende Wissensbasis kann als episodisches Gedächtnis des Agenten aufgefasst werden, das als Grundlage für höhere kognitive Fähigkeiten während der Navigation dienen kann.
20.01.2009Jens Wächter
Einsatz von Wissensrevision für das robuste Verhalten eines navigierenden Agenten
In der Navigation eines instruierten künstlichen Agenten ist der Agent von der Zuverlässigkeit der Instruktionen abhängig, um das Ziel zu erreichen. Während der Navigation trifft der Agent eine Reihe von Entscheidungen unter Unsicherheit um das designierte Ziel zu erreichen. Dabei kann es passieren, dass die Entscheidungen den Agenten nicht sofort zum Ziel führen. Eine Revision der Entscheidungen eines navigierenden Agenten ist deshalb für eine robuste Verarbeitung der Instruktionen sinnvoll. Wie einmal getroffene Entscheidungen des Agenten revidiert werden können habe ich im Rahmen meiner Diplomarbeit untersucht. Als Voraussetzung einer Revision von Entscheidungen ist dabei der Aufbau einer zentralen Wissensbasis des Agenten sowie die Wahl eines geeigneten Revisionsoperators notwendig. Um einen sinnvolle Realisierung der Entscheidungsrevision zu ermöglichen ist darüber hinaus auf eine angemessene Performanz zu achten. Die in meiner Diplomarbeit aufgestellte revisionsbereite Wissensbasis sowie die Performanzanalyse der Entscheidungsrevision wird in diesem Vortrag vorgestellt werden.
13.01.2009Die ProjektteilnehmerInnen
Projekt Graphische Instruktion künstlicher Agenten
In der Kommunikation zwischen intelligenten Agenten können neben der natürlichen Sprache insbesondere graphische Darstellungen für die Informationspräsentation eingesetzt werden. Die Interpretation von externen Repräsentationen, wie etwa einer Wegeskizze, ist eine Aufgabe, die für Menschen in der Regel keine besondere Schwierigkeit darstellt. Will man künstliche Agenten, etwa in der Service-Robotik, mit vergleichbaren Fähigkeiten ausstatten, so zeigt sich der komplexe Charakter der Aufgabe schnell. Zu den erforderlichen Fähigkeiten gehört dabei nicht nur die Erkennung und aufgabenorienterte Segmentierung der graphischen Darstellung, sondern auch die Interpretation der Graphik im Sinne einer Folge auszuführender Aktionen in der Navigation.
In diesem Vortrag werden die TeilnehmerInnen des in diesem Semester laufenden Projektes zur graphischen Instruktion künstlicher Agenten ihre Arbeiten und Zwischenergebnisse zur Ergänzung eines instruierbaren künstlichen Agenten (dem geometrischen Agenten) um die Möglichkeit der graphischen Instruktion (Wegeskizzen) vorstellen.
11.11.2008C. Habel, C. Eschenbach, Ö. Özçep, C. Graf, C. Acartürk
Bericht von drei Tagungen
28.10.2008Matthias Kerzel
Rhetorische Relationen

Rhetorische Relationen können zwischen einzelnen Teilen eines Textes bestehen und repräsentieren entweder die Beziehung zwischen beschriebenen Ereignissen und Situationen (temporale und kausale Relationen) oder die argumentative Strategie des Sprechers (z.B. Behauptung und Beweis). Ein Text ist daher mehr als eine ungeordnete Sammlung einzelner Aussagen, er ist in dem Sinne kohärent, als dass jeder Teil eine für den Leser ersichtliche Funktion besitzt. Im Vortrag werden verschiedene Ansätze zur Modellierung rhetorischer Relationen präsentiert. Es wird gezeigt, wie sprachliche Marker genutzt werden können, um rhetorische Relationen anzuzeigen. Ein Ansatz zur Ermittlung unmarkierter rhetorischer Relationen mittels Defaultschlüssen über sprachliches und Weltwissen wird vorgestellt. Am Beispiel der Anapherresolution wird gezeigt, wie ermittelte rhetorische Relationen genutzt werden können, um linguistische Probleme zu lösen.
Der Vortrag ist eine Zusammenfassung des ESSLI Summerschool Kurses "Rhetorical Relations" von Katja Jasinskaja und Henk Zeevart.
(http://www.ims.uni-stuttgart.de/~jasinsk/ESSLLI2008/)