MIN-Fakultät
Fachbereich Informatik
Arbeitsbereich Wissens- und Sprachverarbeitung

64-479 Oberseminar: Wissens- und Sprachverarbeitung und Natürlichsprachliche Systeme
Wintersemester 2011/12

Veranstalter
Christopher Habel, Wolfgang Menzel, Carola Eschenbach, Matthias Kerzel, Felix Lindner, Isabelle Streicher, Timo Baumann
Zeit/Ort
Di 16-18 F-534, entsprechend Ankündigungen , Beginn: 25.10.11
Inhalt
Vorträge über Vorhaben und Ergebnisse von Bachelor-, Master- und Diplomarbeiten, laufenden Dissertationen und Drittmittelprojekten sowie von anderen Forschungsarbeiten aus dem Bereich der Wissens- und Sprachverarbeitung. Insbesondere wird der interdisziplinäre Charakter des Forschungsschwerpunktes berücksichtigt, d.h. die Integration von Ansätzen der Informatik, Linguistik, Logik und Psychologie steht im Vordergrund der Arbeiten.
Termine
25.10.2011 Stefanie Reimers
Vergleich und Bewertung von halbautomatischen, korpusbasierten Ontologieextraktionssystemen
Die Anzahl ontologiebasierter Systeme nimmt stetig zu, wodurch der Bedarf an Ontologien gleichermaßen steigt. Der traditionelle, manuelle Ontologieentwicklungsprozess ist sehr zeit- und kostenintensiv. Halbautomatische Extraktionssysteme sollen den Aufwand für die Erstellung stark reduzieren und sind teilweise im Internet frei verfügbar. Im Rahmen dieser Diplomarbeit wurden zwei populäre Systeme - OntoLT und Text2Onto - auf ein deutsches Korpus angewendet und die so erzeugten Ontologien einerseits untereinander und andererseits mit einer manuell erstellten verglichen. Ziel der Arbeit war es, den generellen Nutzen der Systeme für den Ontologieerstellungsprozess abschätzen zu können. Die Ergebnisse werden in diesem Vortrag präsentiert werden.
01.11.2011 David Steinvorth
Automatisiertes Tagging von Faktizitäten
Der Begriff der Faktizität hat Informationen über den Grad der Verbindlichkeit einer Aussage zum Gegenstand. Sie ergibt sich aus dem Zusammenspiel von Markern für epistemische Modalität auf der einen und solchen für Polarität auf der anderen Seite. In Rahmen dieser Bachelorarbeit wurden in einem ersten Schritt solche Epistemizitätsmarker verschiedener Wortarten untersucht und anhand ihres Faktizitätsgrades klassifiziert. Aufbauend auf diesem Konzept wurde ein Software-Tagger entwickelt, der deutsche Texte entgegennehmen und darin enthaltene Aussagen zur Faktizität entsprechend annotieren kann. Der Tagger wurde anschließend anhand eines manuell annotierten Korpus evaluiert und sein Ergebnis näher aufgeschlüsselt. In diesem Vortrag werde ich sowohl das theoretische Fundament als auch die praktische Umsetzung des Software-Taggings erläutern.
29.11.2011 Jan Christian Krause
iDocIt! - Ein Assistent zur API-Dokumentation
Bei der Erstellung von API-Dokumentation besteht die Gefahr, dass wichtige Informationen fehlen (Stille) und irrelevante Details enthalten sind (Rauschen). Die Konsultation dieser Art von Dokumentation ist aufwändig, häufig nicht zielführend und daher ein unnötiger Kostentreiber während der Entwicklung und Wartung von Software. Dieser Vortrag zeigt, wie die linguistischen Konzepte der thematischen Rollen und Raster zur Vermeidung von Stille und Rauschen verwendet werden können. Dies geschieht am Beispiel von Java- und Web Service Interfaces (WSDL). Dazu wird der im Rahmen meines Dissertationsprojektes entwickelte Editor iDocIt! vorgestellt. Die Identifikation der in iDocIt! initial verfügbaren thematischen Raster und Rollen sowie deren Anwendung werden im Detail diskutiert. Auf diese Weise kann der Zeitaufwand zur Erstellung und Konsultation der Dokumentation minimiert und damit Entwicklungs- und Wartungskosten reduziert werden.
06.12.2011 Kris Lohmann
Die Ergänzung virtueller taktiler Karten mit sprachlicher Assistenz. Empirische Untersuchungen und die Entwicklung einer Simulationssoftware.
Der Vortrag wird die empirischen Arbeiten, die im VAVETaM-Projekt (Verbally Assisting Virtual-Environment Tactile Map) durchgeführt worden sind, diskutieren. Zwei Experimente und deren Resultate sollen skizziert werden. Bei diesen Experimenten wurden virtuelle taktile Karten mit einer haptischen Mensch-Maschine-Schnittstelle, dem Sensable Phantom, dargestellt. Konkret ging es um die Effizienz der Erweiterung virtueller taktiler Karten mit sprachlichen Assistenzaussagen. Ein Prototyp der Software, die entwickelt wurde um Sprachassistenz für virtuelle taktile Karten zu generieren, soll kurz vorgestellt werden.
13.12.2011 Felix Lindner
Soziale Räume und Normen
In einem Normensystem ist festgelegt, welche Handlungen oder Zustände in welchen Kontexten verpflichtend, verboten oder erlaubt sind. In diesem Vortrag werden Auszüge eines existierenden ontologischen Rahmenwerks für juristische Zwecke (LKIF) vorgestellt. Es wird aufgezeigt, wie in diesem Ansatz Normen repräsentiert werden und wie mit Konflikten zwischen Normen umgegangen werden kann. Schließlich wird die Anwendbarkeit für die Spezifikation von Verhalten sozialer Roboter in sozialen Räumen diskutiert.
20.12.2011 Oliver Gries
Gibbs Sampling with Deterministic Dependencies
There is a growing interest in the logical representation of both probabilistic and deterministic dependencies. While Gibbs sampling is a widely-used method for estimating probabilities, it is known to give poor results in the presence of determinism. In this paper, we consider acyclic Horn logic, a small but significant fragment of first-order logic and show that Markov chains constructed with Gibbs sampling remain ergodic with deterministic dependencies specified in this fragment.
10.01.2012 Junlei Yu
Establishing of Rating Guidelines for Sketched Floor Plans: An Approach Towards Better Analysis of Spatial Mental Models for Indoor Environments
Sketches of spatial mental models are regarded as one of reliable external representations of one's spatial knowledge. In order to inspect the quality of the spatial mental model composed by people, to evaluate the sketches produced could be a good approach. Nevertheless, among quite a number of associated researches, the lack of a set of established rating guidelines for sketches always remains. Subsequently, the evaluations of spatial mental model, which are carried out through inspecting the corresponding sketches, could be doubted as subjective. In order to reinforce the entire process a little bit, a set of stable rating guidelines is required. The presentation will introduce a method of establishing rating guidelines for sketched simple-structured indoor residential environment based on referring to a number of unsupervised ratings.
17.01.2012 Tobias Staron
Extraktion von Graphen aus geometrischen Szenen sozialer Räume für die Pfadplanung
Dieser Vortrag ist ein Kolloquium zu einer Bachelorarbeit. Schwerpunkt wird der Map-Overlay sein, mit dem Schnittflächen zwischen unterschiedlichen Regionen ermittelt werden können, und dessen Verwendung im Kontext sozialer Räume. Des Weiteren wird darauf eingeganagen, wie aus den gewonnenen Daten ein Graph extrahiert werden kann, den ein Roboter nutzen kann, um seinen Weg zu planen, ohne soziale Restriktionen zu verletzen.
24.01.2012 Matthias Kerzel
Ereigniserkennung für die Generierung verbaler Assistenz während der Exploration virtueller taktiler Karten
Verbale Assistenz kann die Benutzbarkeit virtueller taktiler Karten für Menschen mit eingeschränkter visueller Wahrnehmungsfähigkeit erhöhen. Am Beispiel des VAVETaM-Projektes (Verbally Assisted Virtual-Environment Tactile-Map) wird gezeigt, wie das Monitoring einer haptischen Exploration genutzt werden kann um Explorationsereignisse mit vordefinierten verbalen Assistenzen zu verknüpfen. Dies ermöglicht die empirische Evaluation von verbaler Assistenz zur Unterstützung haptischer Exploration in einem automatisiertem System. Darüber hinaus zeigen Beobachtungen an einem Korpus menschlicher Assistenzen, die Abhängigkeit der verwendeten sprachlichen Ausdrücke von komplexen beobachteten Ereignissen. Im Vortrag wird vorgestellt, wie der Aufbau einer konzeptuellen Ereignisrepräsentation als Grundlage für die Generierung natürlichsprachlicher Assistenz genutzt werden kann.
31.01.2012 Die ProjektteilnehmerInnen
Projekt Animationswerkzeug zur Visualisierung sozialen Handelns
Aus der psychologischen Forschung ist bekannt, dass Animationen einfacher sich bewegender geometrischer Figuren (Kreise, Dreiecke, usw.) von Beobachtern oft als soziale Interaktionen beschrieben werden: Den geometrischen Figuren werden Handlungen, Absichten und Emotionen zugeschrieben. Die Visualisierung von sozialen Interaktionen mit dem Mittel der Animation erlaubt also die Bewertung von räumlichen Handlungen in ihrer sozialen Dimension. In dem Projekt wurde ein einfaches Animationswerkzeug, mit dem ein Benutzer Animationen dieser Art über eine graphische Bedienschnittstelle generieren und abspielen kann, evaluiert und hinsichtlich der Interaktion mit dem Benutzer, der Funktionalität und der internen Strukturierung weiterentwickelt.