aktualisiert November 2006

Notendruck kostenlos!

Brauchst du von Zeit zu Zeit mal Noten von Liedern, Instrumentalstücken, Tunes? Schreibst du selbst Noten für dich oder für Freunde? Schreibst du die Noten noch von Hand, mit Papier und Bleistift? Ein Notensatzprogramm ist dir zu teuer?

Wenn du eine oder mehrere Fragen mit "Ja" beantworten kannst, lese weiter. Ich werde dir ein kostenloses Notensatzprogramm vorstellen. Wo du das bekommst? Wie alles heute aus dem Internet.

Wenn du von von Freunden Noten per E-Mail geschickt bekommst, so musst du das gleiche Notensatzprogramm wie sie haben, um die Daten lesen zu können. So ein Notensatzprogramm ist aber meistens recht teuer. Die Spanne reicht von ca. 250,-DM (ca. 125,- €) bis weit über 1000,-DM (ca. 500,- €). Die Übermittlung als Grafikdatei (GIF,TIFF oder JPEG) produziert sehr große Datenmengen, außerdem sind die Noten danach nicht mehr veränderbar (Stimmauszug, Tonart wechseln etc.)


Hier ist ein System, mit dem du Noten schreiben kannst, indem du die Namen der Töne wie auf einer Schreibmaschine schreibst.

Wenn du z. B. die C-Dur-Tonleiter zeigen möchtest, schreibst du:

X:1
L:1/4
C D E F|G A B c|

...und du erhältst das:

X:1 ist der Index, diese Angabe ist erforderlich. L:1/4 bedeutet, alle Noten sollen die Länge von Vierteln haben. Dann folgen die Namen der Töne. Einen Taktstrich erzeugst du mit den Tasten AltGr-<.


Wenn du einen anderen Rhythmus als 4/4, eine andere Tonart als C-Dur haben möchtest, brauchst dur nur ein paar Angaben dazu schreiben:

X:1
L:1/4
M:3/4
K:G
C D E | F G A | B c d |

M:3/4 bedeutet hier Dreivierteltakt. K:G bedeutet Tonart G-Dur (auf englisch "Key"). Die Lage der Takstriche musste natürlich auch angepasst werden. Das Ergebnis sieht so aus:


Auch Texte, Akkordsymbole und alle Notenlängen sind möglich. Für die erste Zeile des Liedes "Am Brunnen vor dem Tore" schreibst du einfach:

X:1
T:Am Brunnen vor dem Tore
C:Text: Wilhem Müller (1794-1827)
C:Musik: Franz Schubert (1797-1828)
L:1/4
M:3/4
Q:85
K:D
A | "D"A>F F/2 F/2 | F D>D | "A"E>F (3G/F/ E/ | F2 |]
w:Am Brun-nen vor dem To-re, da steht ein Lin -den-baum

Alles Neue ist im Ergebnis zu sehen: T: ist der Titel, C: ist der Komponist (Composer), Q: ist das Tempo. Gitarrenakkorde stehen in Anführungszeichen vor dem Ton, über dem sie erscheinen sollen. Und hier das Ergebnis:


Auch Musik mit Baßschlüssel, Akkorden und mehreren Stimmen ist möglich. Hier zum Beispiel Klaviermusik:

X:1
T:Menuett
C:Joseph Haydn
M:3/4
L:1/4
K:C
V:1 clef=treble staves=2 brace=2
V:2 clef=bass
[V:1] [G3E3]|[F3A3]|[DB][Ec][Fd]|[G/e/][A/f/][G/e/][F/d/][Ec]|\
[ce][df][eg]|[f/a/][g/b/][a/c'/][f/a/][eg]|[df][df][ce]|d/B/d/B/G:|
[V:2] c'/b/c'/b/ c' | f/e/f/e/ f | g g g | c z z |\
z3 | z3 | g b c' | [gb] z z :|

Hier werden mit V:1 und V:2 zwei Stimmen angegeben (Voices) sowie das System eingerichtet (clef=Schlüssel, staves=Notenzeilen, brace=Klammer).

Wenn du deinen Freunden jetzt das Menuett von Haydn schicken willst, so brauchst dur nur den blauen Text oben per E-Mail zu versenden. Der ist viel kleiner als gescannte Noten. Außerdem können deine Freunde jetzt immer noch die Tonart ändern oder einen Stimm-Auszug herstellen.


Was brauchst du dazu auf deinem Computer?

  1. Als erstes ein Programm zum Eintippen der Noten. Wenn du einen Computer mit Windows benutzt, hast du so ein Programm bereits. Es ist ein Editor. Du findest ihn im Start-Menü unter  Programme | Zubehör:

    Zubehör
  2. Als zweites ein brauchst du das Programm abc2ps. Das gibt es kostenlos. Du findest es zusammen mit vielen Informationen zum ABC-System im WWW unter der Adresse:

    http://www.walshaw.plus.com/abc/

    Hier findest du ausführliche Anleitungen und viele Beispiele zum Schreiben von Noten mit dem ABC-Musik-System (in englischer Sprache). Eine deutsche Anleitung wird es demnächst an dieser Stelle geben.

  3. Als drittes und letztes holst du dir die ebenfalls kostenlosen Programme GhostScript und GhostView. Sie werden zwar nicht unbedingt benötigt, leisten dir aber auf alle Fälle gute Dienste. Du kannst damit nicht nur die von abc2ps erzeugten PostScript-Dateien auf dem Bildschirm betrachten und auf Druckern ausgeben, die kein PostScript verstehen (also alle Nicht-Laserdrucker), sondern nebenbei auch noch PDF-Dateien erzeugen.

    Du findest GhostScript und GhostView unter der Adresse

    http://www.cs.wisc.edu/~ghost/