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Jahresbericht 2008 - Informatik UniHH (PDF)

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Vorwort

Liebe Leserinnen und Leser,

das Jahr 2008 wird insbesondere wirtschaftlich mit den Begriffen 'Mangel' und 'Krise' in Verbindung gebracht. So erreichte der so genannte Fachkräftemangel in der Mitte des Jahres 2008 seinen vorläufigen Höhepunkt und ist auch zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch lange nicht beseitigt. Dies gilt, obwohl die durch die Finanzwelt verursachte Wirtschaftskrise massiv um sich greift und die Auswirkungen dieser Krise zurzeit kaum ermessen werden können. Noch im Herbst 2008 ließ der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunkation und neue Medien (BITKOM) verlautbaren, dass der Fachkräftemangel in der ITK-Branche einen volkswirtschaftlichen Schaden von einer Milliarde Euro zur Folge hat. Des Weiteren erklärte Prof. Scheer, Präsident von BITKOM, dass trotz der Finanzkrise ein Engpass für hoch qualifizierte Nachwuchskräfte in praktisch allen technischen Disziplinen und der Informatik bestehen bleiben wird. Der BITKOM leitete hieraus seine Forderung ab, einschlägige Studiengänge, insbesondere in der Informatik und den Ingenieurwissenschaften, attraktiver und praxisnäher zu gestalten, um so eine gesteigerte Nachfrage unter den Studieninteressierten zu erreichen.

Das Department Informatik hatte zu diesem Zeitpunkt bereits eine Vielzahl von Initiativen gestartet, um die Attraktivität und Praxisnähe des Studienangebots deutlich zu steigern. Mittlerweile sind diese Planungen soweit vorangebracht, dass der Einführung dieser neuen Studiengänge zum Wintersemester 2009/2010 nichts mehr im Wege steht. Es handelt sich hierbei um die Bachelorstudiengänge 'Software-System-Entwicklung', 'Mensch-Computer-Interaktion' und 'Computing in Science' sowie den Masterstudiengang 'Wirtschaftsinformatik': Diese Studiengänge ergänzen das bestehende Studienprogramm (konsekutives Bachelor-/Masterprogramm Informatik, Bachelorstudiengang Wirtschaftsinformatik und Masterstudiengang Bioinformatik) und repräsentieren in besonderem Maße den nicht nur vom BITKOM geforderten verstärkten Praxisbezug sowie die Interdisziplinarität unseres Studienprogramms. Ich bin sehr zuversichtlich, dass die Attraktivität unserer Studiengänge für Schülerinnen und Schüler sowie Studieninteressierten deutlich wird, so dass sich die in den letzten Jahren zu beobachtende Tendenz steigender Nachfrage weiter verfestigen wird. Ein weiter professionalisiertes Studiengangsmarketing in Department und Fakultät unterstützen dies mit erfreulichem Engagement.

Tendenziell passend zur gesamtwirtschaftlichen Situation entwickelt sich leider auch die Finanzmittelausstattung an unserer Universität. Daran werden wohl auch Konjunkturprogramme und ähnliche nicht-kontinuierliche Maßnahmen nichts ändern. Somit waren wir bei dem im Berichtszeitraum zu entwickelnden STEP (strategische Entwicklungsplanung mit einem Planungshorizont von etwa 2015) gezwungen, Profilschärfung und Zukunftsaufstellung auf Basis einer Verringerung der Anzahl der Fachgebiete (Professuren) vorzunehmen. Dennoch ist der Vorstand des Departments zuversichtlich, dass unter dem Leitbild 'Human-Centered Complex Systems' und den beiden Schwerpunktbereichen 'Complex Systems Engineering' und 'Human-Centered Computing' eine zukunftsfähige Aufstellung und Kräftebündelung gelungen ist, die eine zukünftige Verbesserung des Prof-WiMi-Verhältnisses zulassen wird, um die Konkurrenzfähigkeit in der Forschung weiter zu steigern.

Mit den laufenden Berufungsverfahren in 'Softwaretechnik', 'Wissenstechnologie und -management' sowie 'Sicherheit in Verteilten Systemen' werden erste Schritte der Umsetzung vollzogen. Ich hoffe sehr, dass in Zusammenarbeit mit Dekanat und Präsidium erfolgreiche Besetzungen dieser Professuren im Jahr 2009 erreicht werden können.

Die beschriebenen Entwicklungen in der Forschungsausrichtung und des Ausbaus des Studienprogramms bilden eine aus meiner Sicht konsistente Einheit, die wir in den kommenden Jahren gemeinsam weiter voranbringen wollen.

Ergänzt werden die zahlreichen, erfolgreichen Aktivitäten in Forschung und Lehre, über die der weitere Bericht detaillierte Auskünfte gibt, durch einen kontinuierlichen Ausbau unserer Technologietransferaktivitäten. Nicht nur zahlreiche angewandte Forschungsprojekte, wie sie auch von unserem Technologietransfer-Zentrum HITeC e.V. unterstützt werden, sondern auch eine neue Initiative zur Verstärkung der Vernetzung des Departments Informatik mit der IT-Industrie im Großraum Hamburg durch Bildung eines Kuratoriums für einen neuen Masterstudiengang 'IT-Management und -Consulting' sind an dieser Stelle positiv hervorzuheben.

Allen Departmentangehörigen, die zu den vorgenannten Aktivitäten beigetragen haben, gilt mein ganz besonderer Dank. Dem wissenschaftlichen Personal danke ich sehr für die erbrachten Leistungen in den Kernaufgaben Forschung und Lehre, dem technischen und Verwaltungspersonal für die unverzichtbare Unterstützung sowie all denjenigen, die sich zusätzlich auf den verschiedensten Positionen im Rahmen der akademischen Selbstverwaltung verdient machen. Nicht zuletzt sei den Serviceeinrichtungen Verwaltung, Prüfungsamt, Bibliothek und Informatik-Rechenzentrum für die hervorragenden, geleisteten Dienste gedankt.

Die Leistungen unserer Departmentangehörigen im Berichtszeitraum machen Mut für die vor uns liegenden Aufgaben und Veränderungen, die unser ungebrochenes Engagement erfordern werden. Die Einführung und Umsetzung der beschlossenen neuen Studienprogramme, die Umsetzung des STEPs, die Weiterführung der Veränderungsprozesse bzgl. neuer Organisations- und Informationsstrukturen in der Folge der Fakultätenbildung, wie z. B. die Einführung von so genannten Studienbüros auf Departmentebene und die Implementierung der so genannten leistungs- und belastungs-orientierten Mittelvergabe, werden uns weiterhin Einiges abverlangen. Ich bin zuversichtlich, dass wir diese Herausforderungen werden bewältigen können, wenngleich dies nur auf der Basis einer verlässlichen Unterstützung durch Dekanat und Präsidium und entsprechend gegebener Planungssicherheit für das Department möglich sein wird.

In diesem Sinne hoffe ich, dass das Department Informatik der Universität Hamburg im aktuellen neuen Berichtszeitraum zur Beseitigung des zu Beginn angesprochenen Fachkräftemangels wird beitragen können, ohne über Gebühr von der Finanzkrise und Mittelkürzungen heimgesucht zu werden.

Hamburg, im Mai 2009

Prof. Dr.-Ing. Norbert Ritter
(Leiter Department Informatik)

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